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Klasse 7 › Geschichte › Das Mittelalter beginnt

Was ist das Lehnswesen?

Geschichte Klasse 7 Das Mittelalter beginnt

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Kurz gesagt

Das Lehnswesen ist ein Tausch: Ein Lehnsherr verleiht Land, Ämter oder Rechte als Lehen und gewährt Schutz, der Vasall schwört ihm dafür Treue, zieht mit in den Krieg und berät ihn. Der König war auf seine Vasallen angewiesen, denn ihm fehlten Geld und Beamte. Kronvasallen gaben Teile ihres Lehens an Untervasallen weiter – so entsteht die Lehnspyramide, ein vereinfachtes Modell.

Das Wichtigste zum Nachlesen

1 Min. Lesen

Land gegen Treue

Im Frühmittelalter gab es wenig Geld, kaum bezahlte Beamte und schlechte Wege. Ein König konnte sein großes Reich nicht allein verwalten und verteidigen. Darum gab er Land, Ämter und Rechte als Lehen – als geliehenes Gut – an Gefolgsleute, die Vasallen. Sie schworen ihm Treue, zogen mit ihm in den Krieg und berieten ihn. Der König war ihr Lehnsherr.

Die Lehnspyramide

Jede Stufe erhält ihr Lehen von der Stufe darüber.

Geben und Nehmen

  • Der Lehnsherr gibt: das Lehen (Land, Amt, Rechte) und Schutz.
  • Der Vasall gibt: Treue, Kriegsdienst mit Pferd und Waffen (Heerfolge) und Rat.
  • Kronvasallen konnten Teile ihres Lehens weiter verleihen – an Untervasallen.
  • Bricht einer die Treue, darf der andere das Band lösen.

So wurde man belehnt

  1. Der Vasall kniet und legt seine Hände in die Hände des Herrn.
  2. Er schwört den Treueid.
  3. Der Herr übergibt das Lehen, oft mit einem Zeichen wie einer Fahne oder einem Stab.

Das Lehen blieb Eigentum des Herrn – der Vasall durfte es nutzen.

Typische Falle

  • Falsch: „Der König befahl allein, alle gehorchten.“
  • Er war auf seine Vasallen angewiesen: ohne ihre Ritter kein Heer.
  • Mit der Zeit wurden die Lehen erblich. Große Vasallen wie die Herzöge wurden dadurch so mächtig, dass sie dem König widersprechen konnten.

Tipp

Frag bei jeder Person zwei Dinge: Von wem hat sie ihr Lehen – und wem hat sie selbst eines gegeben? Dann weißt du, auf welcher Stufe sie steht.

Üben

5 Aufgaben
  1. Wer steht auf welcher Stufe? Schreib es auf die Linie.

    1. Ziffer 1:
    2. Ziffer 2:
    3. Ziffer 3:
    4. Ziffer 4:
  2. Ergänze den Fachbegriff.

    1. geliehenes Land, Amt oder Recht:
    2. wer ein Lehen bekommt:
    3. wer ein Lehen vergibt:
    4. Schwur, dem Herrn treu zu bleiben:
    5. Pflicht, mit dem Herrn in den Krieg zu ziehen:
  3. Wer gibt das: Lehnsherr oder Vasall?

    1. Land als Lehen:
    2. Kriegsdienst mit Pferd und Waffen:
    3. Schutz vor Feinden:
    4. Rat bei wichtigen Entscheidungen:
    5. Treue bis zum Tod:
  4. Lies den Fall und ergänze.

    1. Fall: Der König gibt Herzog Konrad ein Herzogtum. Konrad gibt dem Ritter Otto ein Dorf mit Feldern. Konrads Lehnsherr ist der .
    2. Ottos Lehnsherr ist .
    3. Konrad hat sein Lehen direkt vom König. Er ist ein .
    4. Otto ist ein .
  5. Stimmt das? Kreuz an.

    1. Der König vergab Lehen, weil ihm Geld und Beamte fehlten.
    2. Ein Lehen gehörte ab der Übergabe dem Vasallen.
    3. Nur der Vasall hatte Pflichten, der Herr nicht.
    4. Für einen Krieg brauchte der König die Ritter seiner Vasallen.
    5. Die Bauern waren die Vasallen der Ritter.

Auf dem Blatt gibt es noch 2 Aufgaben zum Ankreuzen, Zählen oder Schreiben. Lösungen im Übungsblatt zum Ausdrucken.

Übungsblatt (PDF)In der App üben

Was im Video gesagt wird

Abschrift

Einstieg

Der König befahl, alle gehorchten? Leider falsch!

Erklärung

Das Reich war riesig. Es gab wenig Geld und kaum Beamte. Allein konnte der König es weder verwalten noch verteidigen. Also gab er Land als Lehen. Lehen heißt: geliehen, nicht geschenkt. Wer ein Lehen bekommt, heißt Vasall. Wer es gibt, heißt Lehnsherr.

Dafür schwört der Vasall Treue: Er kämpft mit und berät seinen Herrn. Der Lehnsherr gibt dazu Schutz. Beide Seiten haben Pflichten. Besiegelt wird das mit dem Treueid. Der Vasall kniet vor seinem Herrn. Ganz oben der König. Darunter Kronvasallen, dann Untervasallen, unten die Bauern.

Kronvasallen hatten ihr Lehen direkt vom König: Herzöge, Grafen, Bischöfe, Äbte. Sie konnten Teile weiterverleihen, an Untervasallen wie Ritter. Und die Bauern? Sie waren keine Vasallen. Sie arbeiteten für ihren Grundherrn. Gegenprobe: Ohne die Ritter seiner Vasallen hatte der König kein Heer.

Mit der Zeit wurden die Lehen erblich. Große Vasallen wurden mächtig. Also musste der König mit seinen Großen verhandeln, statt nur zu befehlen.

Beispiele

Ein Fall: Der König gibt Graf Albrecht eine Grafschaft als Lehen. Albrecht ist also Vasall des Königs. Der König ist sein Lehnsherr. Albrecht gibt Ritter Kuno ein Dorf mit Feldern weiter. Jetzt ist Albrecht beides: Vasall des Königs und Lehnsherr von Kuno.

Kuno schuldet Albrecht Treue und Kriegsdienst, mit Pferd und Waffen. Die Bauern im Dorf sind keine Vasallen. Sie arbeiten für Kuno. Als Pyramide: König, Graf, Ritter, Bauern. Jede Stufe hat ihren Platz. Bricht Kuno die Treue, darf Albrecht ihm das Lehen wieder nehmen.

Achtung, die Pyramide ist ein Modell. In echt hatten manche mehrere Herren.

Dein Zug

Dein Zug: Hat der König allein regiert? Nein, er brauchte seine Vasallen.

Zum Schluss

Also kein Befehl von oben, sondern Land gegen Treue. Merk dir: Lehnswesen heißt Land als Lehen gegen Treue und Dienst. Zum Üben: Zeichne die Lehnspyramide mit vier Stufen: Wer gibt wem was? Nächste Frage: Warum nennt man Karl den Großen Vater Europas?

Danach

Geschichte · Klasse 7 Warum nennt man Karl den Großen Vater Europas?

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