Klasse 7 › Geschichte › Aufbruch in eine neue Zeit
Was wollte Martin Luther eigentlich?
Beim Abspielen lädt der Player von YouTube (youtube-nocookie.com). Details in der Datenschutzerklärung.
Martin Luther wollte die bestehende Kirche verbessern, nicht verlassen. 1517 kritisierte er in 95 Thesen den Ablasshandel, also den Verkauf von Urkunden, die gegen Geld Kirchenstrafen erließen. Erst Bann, Reichsacht und der Schutz der Fürsten führten zur Spaltung. Seine Bibelübersetzung prägte die deutsche Schriftsprache; 1555 regelte der Augsburger Religionsfrieden das Nebeneinander.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Kritik an einem Geschäft
Martin Luther war Mönch und Professor in Wittenberg. Ihn empörte der Handel mit Ablassbriefen: Urkunden, die gegen Geld einen Nachlass von Kirchenstrafen versprachen. Das Geld floss unter anderem nach Rom in den Neubau des Petersdoms. Am 31. Oktober 1517 schickte Luther 95 Thesen – Sätze zum Streitgespräch – an den Erzbischof von Mainz. Ob er sie auch an eine Kirchentür schlug, ist unter Historikern umstritten.
Eine Kette von Ursachen und Folgen
Ablasshandel → 95 Thesen → Verbreitung durch den Buchdruck → Bann und Reichsacht → Bibelübersetzung auf der Wartburg
Was Luther kritisierte
- Niemand solle sich mit Geld von Kirchenstrafen loskaufen können.
- Die Kirche in Rom sei zu reich und zu mächtig geworden.
- Alle sollten die Bibel in ihrer eigenen Sprache lesen können, nicht nur auf Latein.
Vom Streit zur Spaltung
- 1521: Der Papst verhängt den Bann. Auf dem Reichstag zu Worms weigert sich Luther vor Kaiser Karl V. zu widerrufen – der Kaiser verhängt die Reichsacht.
- Kurfürst Friedrich der Weise lässt ihn zum Schein entführen und auf der Wartburg verstecken. Dort übersetzt Luther das Neue Testament ins Deutsche, 1534 folgt die ganze Bibel.
- 1555: Im Augsburger Religionsfrieden bestimmt jeder Landesherr die Konfession in seinem Land.
Typische Falle
- Falsch: „Luther wollte von Anfang an eine neue Kirche gründen.“
- Er wollte die bestehende Kirche verbessern – reformieren. Erst Bann und Streit führten zur Spaltung.
- Fürsten unterstützten ihn auch aus eigenem Interesse: weniger Geld nach Rom, mehr Macht über Kirchen und Klöster im eigenen Land.
Tipp
Merk dir 1517 – 1521 – 1555: Thesen, Worms, Religionsfrieden. Und: Die Lutherbibel prägte unsere gemeinsame deutsche Schriftsprache.
Üben
3 Aufgaben
Ergänze.
- Luther lehrte als Professor in .
- Seine 95 Thesen veröffentlichte er im Jahr .
- Nach dem Reichstag zu Worms verhängte der Kaiser die .
- Versteckt wurde Luther auf der .
- Die Erneuerung der Kirche im 16. Jahrhundert heißt .
Was kritisierte Luther? Ergänze.
- Niemand solle sich mit von Kirchenstrafen loskaufen können.
- Ein Teil des Ablassgeldes floss nach .
- Alle sollten die Bibel in ihrer eigenen lesen können.
- Die Urkunden, die man kaufen konnte, hießen .
Stimmt das? Kreuz an.
- Der Buchdruck half, Luthers Gedanken schnell zu verbreiten.
- Kein Fürst wagte es, Luther zu schützen.
- Manche Fürsten gewannen durch die Reformation an Macht.
- Luthers Bibelübersetzung beeinflusste die deutsche Sprache.
- Seit 1555 durfte jeder Untertan seine Konfession frei wählen.
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Luther wollte gleich eine neue Kirche gründen? Leider falsch!
Erklärung
Martin Luther war Mönch und Professor in Wittenberg. Ihn empörte der Ablasshandel: Urkunden, die gegen Geld Kirchenstrafen erließen. Das Geld floss unter anderem nach Rom, in den Neubau des Petersdoms. Am 31. Oktober 1517 schickte er 95 Thesen an den Erzbischof.
Eine These ist ein Satz, über den man streiten kann. Ob er sie auch an eine Kirchentür schlug, ist umstritten. Sein Ziel: die Kirche verbessern, also reformieren. Daher der Name Reformation. Erstens: Niemand soll sich mit Geld von Strafen freikaufen können.
Zweitens: Die Kirche in Rom sei zu reich und zu mächtig geworden. Drittens: Alle sollten die Bibel lesen können, nicht nur auf Latein. Der Buchdruck verbreitete seine Thesen in wenigen Wochen im ganzen Reich. Gegenprobe: Wer gehen will, schreibt keinen Brief an den eigenen Erzbischof.
Beispiele
Die Kirche verlangte den Widerruf. 1521 verhängte der Papst den Bann. In Worms widerrief er vor Kaiser Karl dem Fünften nicht. Der Kaiser verhängte die Reichsacht: Luther stand ohne Schutz des Rechts. Kurfürst Friedrich der Weise ließ ihn zum Schein entführen, auf die Wartburg.
Dort übersetzte er das Neue Testament ins Deutsche, 1534 die ganze Bibel. Seine Bibel prägte unsere gemeinsame deutsche Schriftsprache. Viele Fürsten halfen ihm, auch aus eigenem Interesse: weniger Geld nach Rom. So wurde aus dem Streit eine Spaltung. Seine Anhänger hießen bald Protestanten.
1555, Augsburger Religionsfrieden: Der Landesherr bestimmte die Konfession.
Dein Zug
Dein Zug: In welchem Jahr schickte Luther seine 95 Thesen? 1517.
Zum Schluss
Verbessern, nicht verlassen. Manchmal kommt das erst in Klasse 8. Merk dir: Luther wollte die Kirche verbessern. Die Spaltung kam erst später. Zum Üben: Fasse drei Kritikpunkte Luthers in je einem Satz zusammen. Nächste Frage: Warum nennt man Ludwig den Vierzehnten den Sonnenkönig?
Danach



