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Woher weiß man, wie alt ein Fund ist?
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Archäologen schätzen das Alter nicht nach dem Aussehen, sie datieren mit Methoden, die man nachprüfen kann. Die Schichtenregel sagt: Was unten liegt, ist älter. Jahresringe im Holz verraten oft das genaue Jahr. Und bei Resten von Lebewesen misst man im Labor, wie viel C14 noch da ist – nach etwa 5 700 Jahren ist es nur noch die Hälfte.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Datieren statt schätzen
Archäologinnen und Archäologen graben Funde aus dem Boden aus: Werkzeuge, Scherben, Knochen, Holz. Wie alt ein Fund ist, bestimmen sie nicht nach dem Aussehen, sondern mit Methoden, die man nachprüfen kann. Das heißt datieren. Die drei wichtigsten: die Bodenschichten, die Jahresringe von Holz und die Radiokarbonmethode im Labor.
Bodenschichten
Schichtenregel: Was unten liegt, wurde zuerst abgelagert. Die Schicht C ist die älteste, A die jüngste.
Jahresringe
Ein Baum bekommt jedes Jahr einen Ring: breit in guten, schmal in trockenen Jahren. Dieses Muster vergleicht man mit einem Jahrringkalender.
Drei Methoden
| Methode | So geht es | Wofür |
|---|---|---|
| Schichtenregel | Unten ist älter als oben, solange niemand gegraben hat. | Reihenfolge von Funden |
| Jahresringe | Das Ringmuster wird mit dem Jahrringkalender verglichen, der in Mitteleuropa über 10 000 Jahre zurückreicht. | Holz, oft aufs Jahr genau |
| Radiokarbonmethode (C14) | Ein Stoff im Körper von Lebewesen zerfällt nach dem Tod. Nach etwa 5 700 Jahren ist nur noch die Hälfte da. | Knochen, Holz, Kohle, Samen – bis etwa 50 000 Jahre |
Typische Falle
- Falsch: „Archäologen schätzen das Alter nach dem Aussehen.“
- Ein Stein kann uralt aussehen und neu sein – das Aussehen täuscht.
- Richtig: Sie messen, zählen und vergleichen. Oft prüfen zwei Methoden einander.
Leitfunde
- Manche Funde verraten ihr Alter selbst, etwa eine Münze mit dem Bild eines Kaisers.
- Eine Schicht kann nicht älter sein als die jüngste Münze darin.
- Wer ohne Erlaubnis gräbt, zerstört die Schichten – und damit das Wissen.
Tipp
Stell dir einen Stapel Zeitungen vor, auf den jeden Tag eine neue kommt: Die unterste ist die älteste. Genauso lagern sich die Schichten im Boden ab.
Üben
5 Aufgaben
Bei einer Grabung liegen vier Schichten übereinander. Schreib die Nummer der Schicht.
- Die älteste Schicht ist Nummer .
- Die jüngste Schicht ist Nummer .
- Das Bronzebeil ist jünger als der Fund in Schicht 4 und älter als der Fund direkt darüber in Schicht .
Rechne mit Jahresringen.
- Ein Baum mit 80 Ringen wurde 2020 gefällt. Er begann zu wachsen im Jahr .
- Ein Baum wuchs 120 Jahre lang und wurde 1350 gefällt. Er begann zu wachsen im Jahr .
- Ein Baum begann 1990 zu wachsen und wurde 2025 gefällt. Er wuchs Jahre.
Radiokarbonmethode: Nach etwa 5 700 Jahren ist die Hälfte des Stoffs zerfallen.
- Nach 5 700 Jahren ist noch Prozent da.
- Nach 11 400 Jahren ist noch Prozent da.
- Ein Holzstück hat nur noch ein Achtel. Es ist etwa Jahre alt.
Welche Methode passt am besten? Verbinde.
- Eichenbalken eines alten Hauses
- Knochen aus der Steinzeit
- drei Funde übereinander
- Münze mit Kaiserbild
- Schichtenregel
- Jahresringe
- Leitfund
- Radiokarbonmethode
Stimmt das? Kreuz an.
- Mit der Radiokarbonmethode kann man einen Faustkeil aus Stein datieren.
- Mit der Radiokarbonmethode kann man einen Knochen datieren.
- Mit Jahresringen kann man manchmal das genaue Fälljahr eines Baums bestimmen.
- Datieren heißt, einen Fund zu reinigen.
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Archäologen schauen einen Fund an und schätzen sein Alter? Falsch!
Erklärung
Archäologen graben Funde aus: Faustkeile, Scherben, Knochen, Holz. Aber Aussehen täuscht: Ein Stein kann uralt wirken und neu sein. Darum messen, zählen und vergleichen sie. Das heißt datieren. Drei Werkzeuge helfen dabei: Schichten, Jahresringe und die Radiokarbonmethode.
Erstens: Boden lagert sich Schicht für Schicht ab, wie ein Stapel. Wie ein Zeitungsstapel: Jeden Tag kommt eine oben drauf. Die Schichtenregel: Was unten liegt, kam zuerst. Es ist älter. Gegenprobe: Wühlt jemand den Boden um, stimmt die Reihenfolge nicht mehr.
Zweitens: Jahresringe. Ein Baum bekommt jedes Jahr einen neuen Ring. Breit in guten Jahren, schmal in trockenen. So entsteht ein Muster. Das Muster vergleicht man mit einem Jahrringkalender, oft aufs Jahr genau. Drittens: die Radiokarbonmethode. Alles, was lebt, nimmt einen Stoff auf: C14.
Nach dem Tod zerfällt er. Nach etwa 5700 Jahren bleibt die Hälfte. Gemessen wird im Labor: an Knochen, Holz, Kohle. Bis 50.000 Jahre zurück.
Beispiele
Jetzt bist du dran: Eine Grabung zeigt drei Schichten. Unten ein Faustkeil, in der Mitte eine Tonscherbe, oben eine Münze. Also: Faustkeil am ältesten, dann die Scherbe, die Münze am jüngsten. Die Münze ist ein Leitfund: Ihr Kaiserbild verrät, wann sie geprägt wurde.
Geprägt um 150? Dann entstand die Schicht frühestens um 150. Zweiter Fund: ein Eichenbalken mit 90 Ringen, gefällt im Jahr 1480. 1480 minus 90: Um 1390 begann der Baum zu wachsen. Dritter Fund: ein Knochen. Im Labor ist noch die Hälfte C14 da.
Einmal halbiert heißt: rund 5700 Jahre alt. Das ist Jungsteinzeit! Und der Faustkeil? Stein lebte nie. Ihn datiert die Schicht.
Dein Zug
Dein Zug: Ein Topf sieht neu aus, liegt aber ganz unten. Alt oder jung? Alt, die Schicht zählt.
Zum Schluss
Also: nicht nach dem Aussehen schätzen, sondern messen und vergleichen. Merk dir: Man datiert mit Schichten, Jahresringen und der Radiokarbonmethode. Zum Üben: Stapel drei Lagen Papier mit Fundzetteln. Welcher Zettel ist der älteste? Nächste Frage: Wie erstellt man einen Familienstammbaum?
Danach


