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Klasse 7 › Geschichte › Aufbruch in eine neue Zeit

Warum dauerte der Dreißigjährige Krieg so lange?

Geschichte Klasse 7 Aufbruch in eine neue Zeit

Neu: Dieses Video läuft schon hier, bevor es auf YouTube erscheint.

Kurz gesagt

Der Dreißigjährige Krieg dauerte von 1618 bis 1648, weil aus einem Streit in Böhmen ein Kampf vieler Mächte mit eigenen Zielen wurde: Konfession, Macht im Reich, Land an der Ostsee, Vorherrschaft in Europa. Wurde eine Seite zu stark, griff die nächste ein, und Söldnerheere lebten vom Krieg. Erst der Westfälische Frieden 1648 beendete ihn.

Das Wichtigste zum Nachlesen

1 Min. Lesen

Ein Streit wird zum Krieg in Europa

Am 23. Mai 1618 warfen protestantische Adlige in Prag zwei Statthalter des katholischen Kaisers aus einem Fenster der Burg – sie überlebten. Mit diesem Prager Fenstersturz begann ein Krieg, der dreißig Jahre dauerte. Zuerst ging es um die Rechte der böhmischen Stände und ihrer Konfession, bald aber um viel mehr: um die Macht des Kaisers gegenüber den Fürsten und um die Vorherrschaft in Europa.

1618 bis 1648

1618 Prager Fenstersturz · 1630 Schweden greift ein · 1635 Frankreich greift offen ein · 1648 Westfälischer Frieden

Wer kämpfte gegen wen?

Die Gegner kämpften nicht alle zugleich. Fürsten: die protestantischen Reichsfürsten. Frankreich war katholisch und kämpfte trotzdem gegen den katholischen Kaiser.

Warum so lange?

  • Viele Mächte mit verschiedenen Zielen: Konfession, Macht im Reich, Land an der Ostsee, Schwächung der Habsburger.
  • Wurde eine Seite zu stark, griff eine neue Macht ein.
  • Söldnerheere lebten vom Land, das sie besetzten: „Der Krieg ernährt den Krieg.“ Frieden hätte ihre Einnahmen beendet.
  • Keine Seite war stark genug für einen endgültigen Sieg.

Folgen und Frieden

  • Durch Gewalt, Hunger und Seuchen starb etwa ein Drittel der Menschen im Reich, in manchen Gegenden mehr als die Hälfte.
  • Westfälischer Frieden 1648 in Münster und Osnabrück: Die Konfessionen wurden gleichberechtigt, die Fürsten gestärkt.
  • Die Schweiz und die Niederlande wurden unabhängig, Schweden und Frankreich bekamen Gebiete.

Typische Falle

  • Falsch: „Es ging dreißig Jahre lang nur um eine Streitfrage.“
  • Aus dem Streit um Rechte in Böhmen wurde ein Kampf um Macht in ganz Europa.

Üben

4 Aufgaben
  1. Trag die Jahreszahlen ein.

    1. Prager Fenstersturz, der Krieg beginnt:
    2. Schweden greift unter Gustav Adolf ein:
    3. Westfälischer Frieden:
  2. Welche Macht hatte dieses Ziel? Schreib Kaiser, Schweden oder Frankreich.

    ZielMacht
    mehr Macht über die Fürsten im Reich
    Herrschaft über die Küsten der Ostsee
    die Habsburger schwächen, obwohl selbst katholisch
    die katholische Konfession im ganzen Reich stärken
  3. Ergänze.

    1. Frieden schloss man 1648 in Münster und .
    2. Soldaten, die für Geld kämpfen, heißen .
    3. Im Reich starb etwa ein der Menschen.
    4. 1648 wurden die Schweiz und die unabhängig.
    5. Den Anfang des Krieges nennt man den Prager .
  4. Stimmt das? Kreuz an.

    1. Die meisten Menschen starben in großen Schlachten.
    2. Söldnerheere hatten wenig Grund, den Krieg schnell zu beenden.
    3. Nach 1648 galt im Reich nur noch eine Konfession.
    4. Im Lauf des Krieges griffen immer neue Mächte ein.
    5. Alle Gegenden litten gleich stark.

Auf dem Blatt gibt es noch eine Aufgabe zum Ankreuzen, Zählen oder Schreiben. Lösungen im Übungsblatt zum Ausdrucken.

Übungsblatt (PDF)In der App üben

Was im Video gesagt wird

Abschrift

Einstieg

Dreißig Jahre Krieg wegen nur einer Streitfrage? Leider falsch!

Erklärung

1618 warfen Adlige in Prag zwei Statthalter des Kaisers aus dem Fenster. Beide überlebten. Doch damit begann ein Krieg, der dreißig Jahre dauerte. Zuerst ging es um die Rechte der böhmischen Stände und ihre Konfession. 1620 siegte der Kaiser am Weißen Berg. Da hätte Schluss sein können.

Doch nun griff Dänemark ein, gegen die wachsende Macht des Kaisers. 1630 kam Schweden unter König Gustav Adolf, auch wegen der Ostseeküste. Ab 1635 kämpfte auch das katholische Frankreich offen gegen den Kaiser. Aus einer Streitfrage wurden viele: Konfession, Macht, Land und Vorherrschaft.

Gegenprobe: Das katholische Frankreich gegen den katholischen Kaiser. Nur Konfession? Gekämpft haben vor allem Söldner: Soldaten, die für Geld kämpften. Bezahlt wurden sie oft vom besetzten Land: Der Krieg ernährt den Krieg. Und keine Seite war stark genug für den endgültigen Sieg.

Beispiele

Für die Menschen hieß das: Heere zogen immer wieder durch dieselben Dörfer. Sie plünderten. Dazu kamen Hunger und Seuchen wie die Pest. Etwa jeder Dritte im Reich starb, mancherorts mehr als die Hälfte. Erst nach jahrelangen Verhandlungen in Münster und Osnabrück kam der Frieden.

1648 war es so weit: der Westfälische Frieden. Katholiken, Lutheraner und Reformierte wurden im Reich gleichberechtigt. Die Fürsten wurden stärker, der Kaiser schwächer. Die Schweiz und die Niederlande wurden unabhängig. Schweden und Frankreich bekamen Land.

Der Zeitstrahl: 1618 Anfang, 1630 und 1635 Wendepunkte, 1648 Frieden. Nachgerechnet: 1648 minus 1618 sind genau dreißig Jahre.

Dein Zug

Dein Zug: Ging es dreißig Jahre nur um eine Streitfrage? Nein, um Konfession, Macht und Land.

Zum Schluss

Viele Streitfragen statt einer. Manchmal kommt das erst in Klasse 8. Merk dir: So lange, weil immer neue Mächte eingriffen und keiner siegte. Zum Üben: Zeitstrahl 1618 bis 1648: Trag Anfang, zwei Wendepunkte und Frieden ein. Nächste Frage: Warum heißt das Mittelalter Mittelalter?

Danach

Geschichte · Klasse 7 Warum heißt das Mittelalter Mittelalter?

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