Zum Inhalt springen
Schulpuls App öffnenAppKl. 1 · 2 · 3 · 4 · 5 · 6 · 7

Klasse 6 › Deutsch › Wortarten und Formen

Warum sagt man morgen gehe ich und nicht morgen werde ich gehen?

Deutsch Klasse 6 Wortarten und Formen

Beim Abspielen lädt der Player von YouTube (youtube-nocookie.com). Details in der Datenschutzerklärung.

Kurz gesagt

Man sagt „morgen gehe ich“, weil eine Zeitangabe wie morgen zusammen mit dem Präsens schon die Zukunft ausdrückt – ein eigenes Zukunftswort ist dafür nicht nötig. Das Futur I mit werden plus Grundform, wie in „Morgen werde ich gehen“, ist trotzdem richtig, klingt aber förmlicher oder betonter. Werden bedeutet außerdem nicht immer Zukunft, es passt auch zu Vermutungen wie „Sie wird wohl lesen“.

Das Wichtigste zum Nachlesen

1 Min. Lesen

Ein Wort macht die Zukunft

„gehe“ ist Präsens – „morgen“ sagt, wann es passiert.

Darum reicht das Präsens

Zeitangabe und Präsens ergeben zusammen schon die Zukunft.

So baust du das Futur I

  1. Nimm werden: ich werde, du wirst, sie wird …
  2. Stell die Grundform (den Infinitiv) ans Satzende.
  3. Fertig: Ich werde morgen lernen.

Futur I = werden + Grundform

Wann werden gut passt

  • Vorhersage: Am Wochenende wird es schneien.
  • Vermutung: Sie wird wohl gerade lesen.
  • Versprechen: Ich werde pünktlich sein!

Typische Falle

  • „Zukunft braucht immer werden“ – nein. Mit einer Zeitangabe wie morgen, gleich, bald oder nächste Woche reicht das Präsens.
  • Beides ist richtig: „Morgen gehe ich“ klingt alltäglich, „Morgen werde ich gehen“ eher förmlich oder nachdrücklich.
  • Nach werden steht die Grundform: „Wir werden spielen“, nicht „Wir werden spielt“.
  • Die Zeitform heißt trotzdem Präsens, auch wenn der Satz von morgen erzählt.

Tipp

Schreib fünf Pläne für morgen: zweimal mit werden, dreimal ohne. Lies sie laut vor – du hörst, dass die Sätze ohne werden ganz normal klingen.

Üben

6 Aufgaben
  1. Sag es ohne werden: Die Zeitangabe reicht.

    1. Ich werde morgen schwimmen. → Morgen ich.
    2. Wir werden gleich essen. → Gleich wir.
    3. Lea wird bald verreisen. → Bald Lea.
    4. Ihr werdet morgen gewinnen. → Morgen ihr.
  2. Setz ins Futur I: werden und Grundform.

    1. Ich lerne. → Ich .
    2. Du hilfst mir. → Du mir .
    3. Es regnet. → Es .
    4. Am Samstag spielen wir. → Am Samstag wir .
  3. Alle Sätze sprechen über die Zukunft. Welche Zeitform steht da: Präsens oder Futur I?

    1. Morgen fahre ich nach Berlin.
    2. Ich werde dich anrufen.
    3. Nächste Woche schreiben wir eine Arbeit.
    4. Sie wird die Prüfung schaffen.
  4. Stimmt das? Kreuz an.

    1. Über die Zukunft kann man nur mit werden sprechen.
    2. „Morgen gehe ich ins Kino“ ist richtiges Deutsch.
    3. Das Futur I bildest du mit werden und der Grundform.
    4. „Morgen werde ich gehen“ ist falsch.
    5. Mit einer Zeitangabe wie „nächste Woche“ reicht oft das Präsens.
  5. Setz die passende Form von werden ein.

    1. Ihr das Spiel gewinnen.
    2. Du staunen.
    3. Wir morgen abreisen.
    4. Meine Schwester uns besuchen.
    5. Ich pünktlich sein.
  6. Wozu steht hier das Futur I? Verbinde.

    • Morgen wird es regnen.
    • Tim wird wohl noch schlafen.
    • Ich werde dir helfen, großes Ehrenwort!
    • Du wirst jetzt sofort dein Zimmer aufräumen!
    • Versprechen
    • Aufforderung
    • Vermutung
    • Vorhersage

Auf dem Blatt gibt es noch eine Aufgabe zum Ankreuzen, Zählen oder Schreiben. Lösungen im Übungsblatt zum Ausdrucken.

Übungsblatt (PDF)In der App üben

Was im Video gesagt wird

Abschrift

Einstieg

Über morgen reden geht nur mit werden? Von wegen.

Erklärung

Hör mal hin: Morgen gehe ich ins Kino. Klingt ganz normal. Das Verb gehe steht im Präsens. Das ist die Gegenwartsform. Trotzdem geht es um später. Das schafft ein einziges Wort: morgen. Gegenprobe: Streich morgen weg. Ich gehe ins Kino meint jetzt.

Solche Wörter gibt es viele: gleich, bald, morgen, nächste Woche. Das Futur I gibt es trotzdem: Ich werde ins Kino gehen. Der Bauplan ist einfach: werden plus Grundform des Verbs. Die Grundform rutscht ans Satzende. Erst werden, dann ganz hinten gehen.

Beides ist richtig. Nur klingt das Futur I förmlicher und betonter. Umgekehrt gilt: werden meint nicht immer Zukunft. Sie wird wohl lesen. Werden passt bei Vorhersagen, Vermutungen und festen Versprechen. Steht morgen im Satz, zeigt werden die Zukunft doppelt.

Die Regel: Zeitangabe plus Präsens ergibt schon Zukunft.

Beispiele

Zweites Beispiel: Am Samstag spielen wir Fußball. Welche Zeitform steht da? Spielen steht im Präsens, der Gegenwartsform. Und die Zukunft? Die steckt in am Samstag. Jetzt ins Futur I. Zu wir gehört die Form wir werden.

Das Verb wird zur Grundform und wandert ans Satzende. Fertig: Am Samstag werden wir Fußball spielen. Beide Sätze meinen denselben Samstag. Der kurze klingt alltäglicher. Zurück geht es auch: werden weg, Verb wieder gebeugt.

Probe: Ohne am Samstag klingt der Satz nach jedem Tag. Stolperstein: Nach werden kommt die Grundform, nicht spielt. Kurz gesagt: Gleich essen wir. Auch das ist Zukunft.

Dein Zug

Dein Zug: Morgen fahre ich nach Berlin. Welche Zeitform? Präsens, und trotzdem Zukunft.

Zum Schluss

Noch mal beide: Morgen gehe ich. Morgen werde ich gehen. Merk dir: Steht morgen im Satz, reicht das Präsens. Werden ist erlaubt. Zum Üben: Schreib fünf Pläne für morgen, zweimal mit werden, dreimal ohne. Nächste Frage: Warum heißt es ich ging und nicht ich gehte?

Danach

Deutsch · Klasse 6 Warum heißt es ich ging und nicht ich gehte?

Mehr aus „Wortarten und Formen“