Klasse 7 › Biologie › Der Mensch: Abwehr, Blut, Sinne und Nerven
Warum sieht man nachts keine Farben?
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Nachts arbeiten in deiner Netzhaut nur noch die Stäbchen – und die unterscheiden nur hell und dunkel. Die Zapfen, die Farben sehen, brauchen viel Licht und schalten in der Dämmerung ab. Die Dinge behalten ihre Farbe: Machst du eine Lampe an, ist das rote T-Shirt sofort wieder rot.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Zwei Sorten Lichtsinneszellen
In der Netzhaut hinten im Auge sitzen zwei Sorten Lichtsinneszellen. Die Zapfen sehen Farben, brauchen aber viel Licht. Die Stäbchen sind viel empfindlicher, können aber nur hell und dunkel unterscheiden. In der Dämmerung schalten die Zapfen ab, und nur die Stäbchen arbeiten weiter – darum siehst du nachts alles in Grautönen.
Stäbchen
- etwa 120 Millionen je Auge
- sehr lichtempfindlich, für Hell-Dunkel-Sehen
- vor allem am Rand der Netzhaut
- nach etwa einer halben Stunde im Dunkeln voll einsatzbereit
Zapfen
- etwa 6 Millionen je Auge
- drei Sorten: für Rot, Grün und Blau
- brauchen viel Licht, für das Farbsehen
- dicht gepackt im gelben Fleck, der Stelle des schärfsten Sehens
Der Weg des Lichts im Auge
- Hornhaut und Pupille lassen das Licht hinein.
- Die Linse bündelt es zu einem Bild auf der Netzhaut.
- Stäbchen und Zapfen wandeln das Licht in Signale um.
- Der Sehnerv leitet sie zum Gehirn, erst dort entsteht das Bild.
Typische Falle
- Falsch: Im Dunkeln verlieren die Dinge ihre Farbe.
- Richtig: Die rote Jacke bleibt rot – nur deine Zapfen bekommen zu wenig Licht.
- Wo der Sehnerv austritt, liegt der blinde Fleck ohne Sinneszellen.
Tipp
Stäbchen für die Nacht, Zapfen für die Farbe. Einen schwachen Stern siehst du besser, wenn du knapp daneben schaust: Dort sitzen die Stäbchen.
Üben
4 Aufgaben
Stäbchen oder Zapfen?
- unterscheiden Rot, Grün und Blau:
- arbeiten noch bei Mondlicht:
- liegen dicht gepackt im gelben Fleck:
- davon hat jedes Auge etwa 120 Millionen:
- brauchen eine halbe Stunde, bis sie im Dunkeln voll arbeiten:
Beschrifte den vorderen Teil des Auges: Hornhaut, Pupille, Iris, Linse.
- Ziffer 1:
- Ziffer 2:
- Ziffer 3:
- Ziffer 4:
Beschrifte den hinteren Teil des Auges: Glaskörper, Netzhaut, Sehnerv.
- Ziffer 1:
- Ziffer 2:
- Ziffer 3:
Stimmt das? Kreuz an.
- Eine rote Jacke ist nachts nicht mehr rot.
- Einen schwachen Stern siehst du besser, wenn du knapp daneben schaust.
- Im blinden Fleck sitzen besonders viele Stäbchen.
- Im gelben Fleck siehst du bei Tag am schärfsten.
- Kommst du ins Dunkle, siehst du sofort alles, was du später siehst.
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Nachts verlieren die Dinge ihre Farbe? Falsch.
Erklärung
Ein rotes T-Shirt sieht im Dunkeln grau aus. Ist es grau geworden? Lampe an: Es ist sofort wieder rot. Die Farbe war nie weg. Das Rätsel liegt in deinem Auge, genauer: hinten in der Netzhaut. Licht fällt durch Hornhaut, Pupille und Linse bis auf die Netzhaut.
Dort sitzen zwei Sorten Lichtsinneszellen: Stäbchen und Zapfen. Zapfen sehen Farben: drei Sorten, für Rot, Grün und Blau. Am Tag haben sie genug Licht. Du siehst alles bunt. Aber Zapfen brauchen viel Licht. Im Dunkeln schalten sie ab.
Stäbchen sind viel empfindlicher. Sie arbeiten noch bei Mondlicht. Doch Stäbchen kennen nur hell und dunkel. Darum siehst du nachts grau. Je Auge: etwa 120 Millionen Stäbchen, aber nur 6 Millionen Zapfen. Gegenprobe: Eine Kamera, lange belichtet, fotografiert nachts in Farbe.
Der Sehnerv bringt die Signale zum Gehirn. Erst dort entsteht das Bild.
Beispiele
Zweites Beispiel: ein schwacher Stern. Schaust du direkt hin, verschwindet er. Direkt hinschauen heißt: gelber Fleck. Dort sitzen fast nur Zapfen. Schau knapp daneben. Dann treffen die Stäbchen, und der Stern ist da. Nachtjäger wie die Eule haben besonders viele Stäbchen.
Im dunklen Kino siehst du erst kaum etwas. Die Stäbchen brauchen Zeit. Nach etwa einer halben Stunde arbeiten sie mit voller Kraft. In der Dämmerung werden darum erst die Farben blass, dann alles grau. Wo der Sehnerv austritt, fehlen Sinneszellen ganz: der blinde Fleck.
Dein Zug
Dein Zug: Welche Sinneszellen arbeiten bei Mondlicht noch? Die Stäbchen.
Zum Schluss
Stäbchen: hell und dunkel, wenig Licht reicht. Zapfen: Farben, viel Licht nötig. Merk dir: Nachts arbeiten nur die Stäbchen, und die sehen keine Farben. Zum Üben: Schau im Dunkeln auf drei farbige Sachen. Notier, was du noch erkennst. Nächste Frage: Warum hört man nach einem Konzert schlechter?
Danach



