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Klasse 7 › Politik › Migration und Bevölkerung

Warum verlassen Menschen ihre Heimat?

Politik Klasse 7 Migration und Bevölkerung

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Kurz gesagt

Menschen verlassen ihre Heimat, weil etwas sie wegdrängt (Push-Faktoren wie Krieg, Verfolgung, Armut) oder woanders anzieht (Pull-Faktoren wie Arbeit, Studium, Familie). Migration ist jeder dauerhafte Umzug, Flucht ist erzwungene Migration. Wer Flüchtling ist, regelt die Genfer Flüchtlingskonvention; in Deutschland schützt Artikel 16a des Grundgesetzes politisch Verfolgte.

Das Wichtigste zum Nachlesen

2 Min. Lesen

Migration und Flucht

Migration heißt: Menschen verlegen ihren Wohnort dauerhaft an einen anderen Ort, oft in ein anderes Land – etwa für Arbeit, ein Studium oder die Familie. Flucht ist eine besondere Form der Migration: Menschen müssen ihre Heimat verlassen, weil ihr Leben oder ihre Freiheit bedroht ist, etwa durch Krieg oder Verfolgung. Jede Flucht ist also Migration, aber nicht jede Migration ist Flucht. Auch aus Deutschland wanderten im 19. Jahrhundert Millionen Menschen aus, vor allem nach Amerika.

Push- und Pull-Faktoren

Push-Faktoren wie Krieg, Verfolgung, Armut oder Dürren drängen Menschen aus ihrer Heimat weg. Pull-Faktoren wie Sicherheit, Arbeit, Bildung oder Familie ziehen sie an einen anderen Ort. Meist wirken mehrere zusammen.

Wer gilt als Flüchtling?

  • Genfer Flüchtlingskonvention (1951): Flüchtling ist, wer sein Land verlassen hat, weil er wegen seiner Herkunft, Religion, Nationalität, politischen Überzeugung oder Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe verfolgt wird.
  • Niemand darf in ein Land zurückgeschickt werden, in dem ihm Verfolgung droht.
  • Grundgesetz Artikel 16a: Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.
  • Wer vor Krieg flieht, kann subsidiären Schutz bekommen. Ob Schutz gewährt wird, prüft in Deutschland das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Zahlen aus amtlichen Quellen

  • Weltweit waren Ende 2025 rund 117,8 Millionen Menschen gewaltsam vertrieben (UNHCR), davon 68,7 Millionen im eigenen Land.
  • 65 Prozent der Flüchtlinge leben in einem Nachbarland ihres Herkunftslandes.
  • 2025 stellten in Deutschland 113 236 Menschen erstmals einen Asylantrag, etwa halb so viele wie 2024 (BAMF).
  • 21,8 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Einwanderungsgeschichte – sie selbst oder beide Eltern sind seit 1950 eingewandert (Statistisches Bundesamt, 2025).

Typische Falle und Streitfrage

  • Falsch: „Migration und Flucht sind dasselbe.“ Wer für einen Job oder ein Studium umzieht, ist Migrant, aber kein Flüchtling.
  • Wie viele Menschen Deutschland aufnehmen soll und wie Integration gelingt, wird politisch kontrovers diskutiert. Dazu gibt es verschiedene Meinungen – Zahlen und Meinungen sollte man dabei auseinanderhalten.

Üben

3 Aufgaben
  1. Push oder Pull? Und ist es ein Fluchtgrund? Ergänze.

    GrundPush oder Pull?Fluchtgrund?
    Krieg im Heimatland
    gut bezahlte Arbeit im Zielland
    Verfolgung wegen der politischen Meinung
    Arbeitslosigkeit im Heimatland
    Die Familie lebt schon im Zielland.
    Gewalt durch bewaffnete Gruppen im Heimatort
    ein Studienplatz an einer Universität
    sehr niedrige Löhne im Heimatland
  2. Ergänze.

    1. Wer festlegt, wer Flüchtling ist: die Genfer von 1951.
    2. Das Asylrecht steht im Grundgesetz in Artikel .
    3. Menschen, die im eigenen Land fliehen, heißen .
    4. Prozent der Flüchtlinge leben in einem Nachbarland.
    5. Über Asylanträge entscheidet in Deutschland das .
  3. Stimmt das? Kreuz an.

    1. Jeder Migrant ist ein Flüchtling.
    2. Viele Vertriebene fliehen innerhalb ihres eigenen Landes.
    3. Die meisten Flüchtlinge leben in Europa.
    4. Auch Deutsche sind früher in großer Zahl ausgewandert.
    5. 2025 gab es in Deutschland mehr Asylerstanträge als 2024.

Auf dem Blatt gibt es noch eine Aufgabe zum Ankreuzen, Zählen oder Schreiben. Lösungen im Übungsblatt zum Ausdrucken.

Übungsblatt (PDF)In der App üben

Was im Video gesagt wird

Abschrift

Einstieg

Migration und Flucht? Ist doch dasselbe! Falsch!

Erklärung

Migration heißt: Menschen ziehen dauerhaft woandershin, oft in ein anderes Land. Zum Beispiel für Arbeit, für ein Studium oder zur Familie. Flucht ist anders: Menschen müssen gehen, weil ihr Leben bedroht ist. Zum Beispiel durch Krieg oder durch Verfolgung.

Also: Jede Flucht ist Migration. Aber nicht jede Migration ist Flucht. Die Gründe teilt man in Push- und Pull-Faktoren: wegdrücken und anziehen. Push-Faktoren drücken aus der Heimat weg: Krieg, Verfolgung, Armut, Dürre. Pull-Faktoren ziehen an: Frieden, Arbeit, ein Studium oder die Familie.

Meist wirken mehrere zusammen. Die Kernfrage: Geht man freiwillig oder gezwungen? Wer Flüchtling ist, legt die Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 fest. Flüchtling ist, wer aus Angst vor Verfolgung sein Land verlassen hat. Etwa wegen Religion, Herkunft oder politischer Meinung. Und niemand darf dorthin zurückgeschickt werden, wo ihm Verfolgung droht.

Im Grundgesetz steht in Artikel 16a: Politisch Verfolgte genießen Asylrecht. Ob jemand Schutz bekommt, prüft das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Beispiele

Prüfen wir drei Menschen: Wer ist Migrant, wer ist geflüchtet? Elena zieht fürs Studium nach Leipzig. Das zieht sie an: ein Pull-Faktor. Sie geht freiwillig. Also Migration, aber keine Flucht. Eine Familie erlebt Krieg in ihrer Stadt. Das drückt sie weg: Push.

Sie müssen gehen, weil ihr Leben bedroht ist. Das ist Flucht. Viele Geflüchtete bleiben im eigenen Land oder in einem Nachbarland. Ende 2025: rund 118 Millionen Vertriebene, über die Hälfte im eigenen Land. Tom aus Kiel nimmt eine Arbeit in Kanada an: auch Migration.

Übrigens wanderten im 19. Jahrhundert Millionen Deutsche aus, vor allem nach Amerika. Wie viele Menschen Deutschland aufnehmen soll, ist umstritten. Zahlen sind keine Meinungen.

Dein Zug

Dein Zug: Jan wird wegen seiner Meinung verfolgt und flieht. Push oder Pull? Push, und ein Fluchtgrund.

Zum Schluss

Noch mal: Migration kann freiwillig sein. Flucht ist immer erzwungen. Merk dir: Push drängt weg, Pull zieht an. Flucht ist erzwungene Migration. Zum Üben: Sortier acht Gründe in Push- und Pull-Faktoren. Markier, welche zu einer Flucht gehören. Nächste Frage: Wie entsteht ein Preis?

Danach

Politik · Klasse 7 Wie entsteht ein Preis?