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Was sind die Merkmale eines Märchens?

Deutsch Klasse 5 Lesen, Literatur, Medien

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Kurz gesagt

Ein Märchen erkennst du an mehreren Merkmalen zusammen: feste Formeln wie „Es war einmal“, magische Zahlen wie drei, sieben und zwölf, Zauber, ein klarer Gegensatz von Gut und Böse, keine genaue Zeit und kein genauer Ort und meist ein gutes Ende. Fantasie allein macht noch kein Märchen.

Das Wichtigste zum Nachlesen

1 Min. Lesen

Mehr als nur Fantasie

Märchen sind alte Geschichten, die lange mündlich weitererzählt wurden. Viele deutsche Märchen haben die Brüder Grimm gesammelt und ab 1812 in Büchern veröffentlicht. Ein Märchen erkennst du an mehreren Merkmalen zusammen: feste Formeln, magische Zahlen, Zauber, ein klarer Gegensatz von Gut und Böse, keine genaue Zeit und kein genauer Ort – und meist ein gutes Ende.

Die Merkmale

MerkmalBeispiel
Anfangs- und SchlussformelEs war einmal … / Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
magische Zahlendrei Aufgaben, sieben Zwerge, zwölf goldene Teller
Zauber und Wundersprechende Tiere, Verwandlungen, Zaubersprüche
Gut und Bösein „Frau Holle“: die fleißige und die faule Tochter
keine genaue Zeit, kein genauer Ortvor langer Zeit, in einem fernen Königreich
gutes EndeDie Guten werden belohnt, die Bösen bestraft.

Typische Falle

  • Fantasie allein macht noch kein Märchen – erst mehrere Merkmale zusammen.
  • Märchenfiguren tragen oft nur Bezeichnungen: der König, die Stiefmutter, der Müllerssohn.
  • Eine Geschichte mit genauer Jahreszahl und echter Stadt ist kein Märchen.

Tipp

Nimm die Tabelle als Checkliste: Findest du vier oder mehr Merkmale, ist es sehr wahrscheinlich ein Märchen.

Üben

4 Aufgaben
  1. Welches Merkmal zeigt die Textstelle? Verbinde.

    • Formel
    • Zahl
    • Zauber
    • Gut und Böse
    • gutes Ende
    • Der Frosch verwandelte sich in einen Prinzen.
    • Zum Schluss heiratete der arme Müllerssohn die Königstochter.
    • Es war einmal eine arme Müllerstochter.
    • Die fleißige Schwester bekam Gold, die faule Pech.
    • Hinter den Bergen wohnten sieben Zwerge.
  2. Magische Zahlen: Schreib die Zahl.

    1. Schneewittchen wohnt bei Zwergen.
    2. Im Märchen „Rumpelstilzchen“ muss die Müllerstochter Nächte lang Stroh zu Gold spinnen.
    3. Die Mutter Geiß hat Geißlein.
    4. Der König in „Dornröschen“ lädt weise Frauen ein, weil er nur so viele goldene Teller hat.
    5. Aschenputtel geht an Tagen zum Fest des Königs.
  3. Stimmt das? Kreuze an.

    1. Märchen beginnen oft mit „Es war einmal“.
    2. Im Märchen steht genau, in welchem Jahr und in welcher Stadt es spielt.
    3. Im Märchen siegt am Ende meist das Gute.
    4. Jede Geschichte mit Fantasie ist ein Märchen.
    5. Tiere können in Märchen sprechen.
    6. Die Zahlen 3, 7 und 12 kommen in Märchen oft vor.
  4. Ergänze die Märchenformel.

    1. Es war eine Königstochter.
    2. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann sie noch heute.
    3. Vor langer, langer lebte ein König.
    4. Und sie lebten glücklich bis an ihr .

Auf dem Blatt gibt es noch eine Aufgabe zum Ankreuzen, Zählen oder Schreiben. Lösungen im Übungsblatt zum Ausdrucken.

Übungsblatt (PDF)In der App üben

Was im Video gesagt wird

Abschrift

Einstieg

Fantasie drin, also ein Märchen? Genau das ist der Fehler.

Erklärung

Ein Drache geht heute in Hamburg zur Schule. Fantasie, aber kein Märchen. Ein Märchen erkennst du an mehreren Merkmalen zusammen. Hier sind sechs. Erstens feste Formeln. Am Anfang steht oft: Es war einmal. Am Ende: Wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Zweitens magische Zahlen: drei Wünsche, sieben Raben, zwölf Brüder. Drittens Zauber: Tiere sprechen, Menschen werden verwandelt, Sprüche wirken. Viertens Gut gegen Böse: Aschenputtel gegen die bösen Stiefschwestern. Fünftens keine genaue Zeit und kein genauer Ort: irgendwann, irgendwo.

Sechstens ein gutes Ende: Die Guten werden belohnt, die Bösen bestraft. Dazu Figuren ohne echte Namen: der König, die Stiefmutter, der Müllerssohn. Gegenprobe Drache: keine Formel, genaue Zeit, echter Ort. Also kein Märchen. Je mehr Merkmale zusammenkommen, desto sicherer ist es ein Märchen.

Beispiele

Zweites Beispiel: Wir prüfen Tischlein deck dich von den Brüdern Grimm. Der Anfang: Vor Zeiten war ein Schneider. Keine genaue Zeit, kein Ort. Der Schneider hat drei Söhne. Da ist die magische Drei. Zauber: ein Tisch, der sich selbst deckt, ein Goldesel und ein Knüppel.

Gut und Böse: Ein Wirt stiehlt den Brüdern die Zaubergaben. Auch die Figuren tragen keine Namen: der Schneider, der Wirt. Gutes Ende: Der Wirt wird bestraft, die Brüder kehren reich heim. Sechs von sechs Merkmalen gefunden. Das ist eindeutig ein Märchen.

Und der Drache in Hamburg? Fantasie ja, Märchenmerkmale fast keine.

Dein Zug

Dein Zug: Ein sprechender Hund hilft Tim bei den Hausaufgaben. Schon ein Märchen? Nicht automatisch.

Zum Schluss

Fantasie allein reicht nicht. Erst viele Merkmale zusammen machen ein Märchen. Merk dir: Formeln, magische Zahlen, Zauber, Gut gegen Böse, gutes Ende. Zum Üben: Prüf ein Märchen auf fünf Merkmale und notier je eine Stelle im Text. Nächste Frage: Was ist der Unterschied zwischen Märchen und Sage?

Danach

Deutsch · Klasse 5 Was ist der Unterschied zwischen Märchen und Sage?

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