Klasse 5 › Physik › Beobachten, messen, erklären
Wie schreibt man ein Versuchsprotokoll?
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Ein Versuchsprotokoll hat immer dieselben Teile in derselben Reihenfolge: Frage, Vermutung, Material und Aufbau, Durchführung, Beobachtung und Auswertung. In der Beobachtung steht nur, was du siehst, hörst oder misst. Erst in der Auswertung erklärst du, warum es so ist, und prüfst, ob deine Vermutung gestimmt hat.
Das Wichtigste zum Nachlesen
2 Min. Lesen
Wie Forschende vorgehen
In der Physik stellst du eine Frage an die Natur und beantwortest sie mit einem Versuch. Damit andere den Versuch nachmachen und prüfen können, schreibst du ein Versuchsprotokoll. Es hat immer dieselben Teile in derselben Reihenfolge. Das Wichtigste: Was du siehst (Beobachtung), trennst du streng von dem, was du dir dazu denkst (Auswertung).
Die Teile des Protokolls
- Frage: Was will ich herausfinden?
- Vermutung: Was glaube ich vorher – und warum?
- Material und Aufbau: Was brauche ich? Skizze mit Lineal.
- Durchführung: Was mache ich Schritt für Schritt?
- Beobachtung: Was sehe, höre, messe ich? Ohne Erklärung.
- Auswertung: Was bedeutet das? Stimmt meine Vermutung?
Erst beobachten, dann erklären.
Beispiel: Kerze unter Gläsern
Frage: Wie lange brennt eine Kerze unter einem Glas? Beobachtung: Unter dem kleinen Glas geht sie zuerst aus. Auswertung: Die Flamme braucht einen Teil der Luft, im großen Glas ist mehr davon.
Beobachtung oder Auswertung?
| Beobachtung (was man sieht) | Auswertung (was man daraus schließt) |
|---|---|
| Die Flamme wird kleiner und geht nach 8 Sekunden aus. | Die Flamme hat ihren Teil der Luft aufgebraucht. |
| Das Thermometer zeigt nach 5 Minuten 42 °C. | Das Wasser hat Wärme an die Luft abgegeben. |
Typische Falle
- Falsch: „Beobachtung: Die Kerze geht aus, weil die Luft verbraucht ist.“ – das „weil“ ist schon eine Erklärung.
- Richtig: Bei der Beobachtung steht nur, was passiert. Das Warum kommt in die Auswertung.
- Eine falsche Vermutung ist kein Fehler – du schreibst in der Auswertung, dass sie nicht gestimmt hat.
Fair vergleichen und sicher arbeiten
- Ändere immer nur eine Sache (hier die Glasgröße), alles andere bleibt gleich.
- Miss mehrmals und schreib alle Werte auf, auch die unerwarteten.
- Mit offener Flamme nur, wenn die Lehrkraft es erlaubt: Haare zusammenbinden, Schutzbrille, nichts Brennbares daneben.
Tipp
Prüf jeden Satz der Beobachtung: Kommt „weil“ oder „deshalb“ darin vor? Dann gehört er in die Auswertung.
Üben
5 Aufgaben
In welchen Teil des Protokolls gehört der Satz? Verbinde.
- Rollt eine Murmel auf Fliesen weiter als auf Teppich?
- Ich glaube, auf Fliesen rollt sie weiter.
- Wir lassen die Murmel dreimal dieselbe Rampe hinunterrollen.
- Auf den Fliesen rollt sie 3 m weit, auf dem Teppich 1 m.
- Also bremst der Teppich die Murmel stärker.
- Beobachtung
- Frage
- Auswertung
- Durchführung
- Vermutung
Ist der Satz eine reine Beobachtung? Kreuz an.
- Das Wasser im Topf blubbert nach 6 Minuten.
- Das Wasser kocht, weil die Herdplatte heiß ist.
- Die Waage zeigt 250 g.
- Das Glas ist dunkel, deshalb wird es schneller warm.
- Der Luftballon knallt beim Aufblasen.
Lies die Messwerte ab und ergänze die Tabelle.
Glas Durchgang 1 Durchgang 2 Durchgang 3 zusammen kleines Glas 8 s 9 s 7 s s großes Glas 21 s 19 s 20 s s Werte die Tabelle aus: Ergänze.
- Unter dem Glas brennt die Kerze länger.
- Das große Glas: 60 s, das kleine: 24 s. Unterschied: s
- Lea vermutete: „Die Glasgröße ist egal.“ Ihre Vermutung war .
Stimmt das? Kreuz an.
- Bei Versuchen mit Flamme bindest du lange Haare zusammen.
- Einen Versuch mit Feuer darfst du jederzeit allein ausprobieren.
- Messwerte, die nicht passen, streichst du einfach weg.
- In der Durchführung steht, was du nacheinander tust.
- Die Skizze vom Aufbau zeichnest du mit Bleistift und Lineal.
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Die Kerze geht aus, weil Luft fehlt. Beobachtung? Falsch.
Erklärung
Jeder Versuch beginnt mit einer Frage: Brennt die Kerze unter dem Glas? Dann die Vermutung: Was glaubst du vorher? Sie geht bald aus. Material und Aufbau: Kerze, Glas, Streichhölzer. Dazu eine Skizze mit Lineal. Durchführung: Kerze anzünden, Glas darüberstülpen, Zeit stoppen.
Beobachtung: Die Flamme wird kleiner. Nach acht Sekunden ist sie aus. Hier steht nur, was du siehst, hörst oder misst. Kein Warum. Erst die Auswertung erklärt: Die Flamme braucht einen Teil der Luft. Dazu prüfst du: Stimmte die Vermutung? Hier ja, sie ging bald aus.
Das Wort „weil“ verrät eine Erklärung. Die gehört in die Auswertung. Gegenprobe: Zwei sehen dieselbe Flamme ausgehen, erklären es aber verschieden. Darum trennst du beides. Eine Erklärung kann man später noch prüfen. Sechs Teile also: Frage, Vermutung, Aufbau, Durchführung, Beobachtung, Auswertung.
Mit Flamme nur mit der Lehrkraft: Schutzbrille auf, Haare zusammenbinden.
Beispiele
Zweites Beispiel: Löst sich Zucker in warmem Wasser schneller als in kaltem? Vermutung: Im warmen Wasser geht es schneller. Fair bleiben: gleich viel Wasser und Zucker. Nur die Temperatur ist anders. Durchführung: Zucker hinein, umrühren, mit der Stoppuhr die Zeit messen.
Beobachtung: Im warmen Wasser sind die Körner nach zwanzig Sekunden verschwunden. Im kalten Wasser dauert es sechzig Sekunden. Das ist dreimal so lang. Ein „weil“ hat in der Beobachtung nichts zu suchen. Das kommt danach. Auswertung: Warmes Wasser löst Zucker schneller. Die Vermutung stimmt.
Und wäre sie falsch gewesen? Kein Problem. Das schreibst du ehrlich hin. Miss am besten dreimal. Ein einzelner Wert kann ein Zufall sein.
Dein Zug
Dein Zug: Das Eis schmilzt, weil es warm ist. Ist das Beobachtung? Nein, Auswertung.
Zum Schluss
Beobachtung: was du siehst. Auswertung: warum es so ist. Merk dir: Frage, Vermutung, Aufbau, Durchführung, Beobachtung, Auswertung. Erst sehen, dann erklären. Zum Üben: Schreib ein Protokoll zu einem Versuch, erst beobachten, dann erklären. Nächste Frage: Wie schnell ist der Schall?
Danach

