Klasse 6 › Geschichte › Von der Steinzeit bis Rom
Woher weiß man, was vor 3000 Jahren war?
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Man weiß es aus Quellen, nicht nur aus Geschriebenem, denn vor 3000 Jahren konnte hier noch niemand schreiben. Es gibt drei Arten: Sachquellen wie Beil oder Topf, Textquellen wie Briefe oder Inschriften und Bildquellen wie Höhlenbilder. Ein Schulbuch oder Film dagegen ist keine Quelle, sondern eine spätere Darstellung, so wie das Ötzi-Modell im Museum.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Schrift ist jung
Schrift gibt es erst seit gut 5000 Jahren, Menschen seit rund 300 000. Über die Zeit davor erzählen nur Funde.
Ötzi im Museum
Ötzis Beil stammt aus seiner Zeit: eine Quelle. Das Modell ist später gemacht: eine Darstellung.
Quellen – und was keine Quelle ist
- Sachquelle: Faustkeil, Topf, Knochen
- Textquelle: Brief, Gesetz, Bericht
- Bildquelle: Höhlen- oder Wandmalerei
- Darstellung: Schulbuch, Film, Modell
So befragst du eine Quelle
- Was ist es, und wie alt ist es?
- Wer hat es gemacht – und wozu?
- Was verrät es, was verschweigt es?
Jede Quelle zeigt nur einen Ausschnitt. Viele Quellen zusammen ergeben ein Bild: Das ist Rekonstruktion.
Typische Falle
- Falsch: „Geschichte ist das, was jemand aufgeschrieben hat.“
- Vor 3000 Jahren schrieben die Ägypter schon – in Mitteleuropa noch niemand. Was wir über die Menschen hier wissen, stammt aus Funden.
- Auch Texte können irren oder übertreiben: Wer schrieb, hatte eine eigene Sicht.
- Darum vergleicht man Funde, Texte und Bilder miteinander.
Tipp
Frag bei allem: Stammt es aus der Zeit selbst (Quelle) oder hat es jemand später gemacht (Darstellung)? Ein nachgebautes Steinzeithaus im Museum ist eine Darstellung – auch wenn es alt aussieht.
Üben
5 Aufgaben
Quelle oder Darstellung? Schreib Sachquelle, Textquelle, Bildquelle oder Darstellung.
- Ein Faustkeil aus Feuerstein:
- Eine Höhlenmalerei mit Pferden:
- Ein Brief, den ein Römer an einen Freund schrieb:
- Ein Film von heute über Ötzi:
- Ein Tonkrug aus einem 3000 Jahre alten Grab:
- Ein nachgebautes Steinzeithaus im Museumsdorf:
- Ein Wandbild in einem ägyptischen Grab, das Bauern bei der Ernte zeigt:
Stimmt das? Kreuz an.
- Geschichte ist nur das, was jemand aufgeschrieben hat.
- Aus der Steinzeit gibt es keine Textquellen.
- Auch ein Knochen oder ein verkohltes Getreidekorn kann eine Quelle sein.
- Was in einem alten Text steht, stimmt immer.
- Ein Film über die Römer ist eine Quelle aus der Römerzeit.
- Neue Funde können das Bild, das wir von einer Zeit haben, verändern.
Wo hilft was beim Rekonstruieren? Verbinde.
- Grabung
- Labor
- Archiv
- Museum
- alte Schriftstücke aufbewahren
- Funde aus dem Boden holen
- Funde ausstellen und erklären
- das Alter eines Fundes bestimmen
Welche Erklärung passt zu welchem Fachbegriff? Verbinde.
- Quelle
- Darstellung
- Archäologie
- Rekonstruktion
- Textquelle
- aus vielen Spuren ein Bild zusammensetzen
- stammt aus der Zeit, die man erforscht
- etwas, das damals geschrieben wurde
- erforscht Funde aus dem Boden
- später gemacht, erzählt über die Zeit
Was verraten die Funde? Setz Bauern, Jäger, Fischer oder Händler ein.
- Im Boden liegen Sicheln, Mahlsteine und verkohlte Getreidekörner. Hier lebten .
- Im Lager liegen Speerspitzen und viele Knochen von Rentieren, aber keine Spur von Feldern. Hier lebten .
- Am Seeufer liegen Angelhaken aus Knochen, Reste von Netzen und viele Fischgräten. Hier lebten .
- Im Hafen liegen Münzen aus fernen Ländern, Waagen und Scherben griechischer Krüge. Hier lebten .
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Geschichte ist das, was jemand aufgeschrieben hat? Nicht ganz.
Erklärung
Vor 3000 Jahren konnte hier bei uns noch niemand schreiben. Trotzdem wissen wir viel. Die Menschen hinterließen Spuren im Boden. Archäologen graben sie aus. Meist gilt: je tiefer, desto älter. Alles, was aus der Zeit selbst stammt, nennt man eine Quelle.
Es gibt drei Arten: Sachquellen, Textquellen und Bildquellen. Sachquellen, auch Sachzeugnisse genannt, sind Dinge: Beil, Topf, Knochen. Textquellen sind alles Geschriebene: Briefe, Gesetze, Inschriften auf Stein. Bildquellen zeigen, wie es damals aussah: Höhlenbilder, Wandbilder, Vasenbilder.
Und ein Schulbuch oder Film? Keine Quelle, sondern eine Deutung: eine Darstellung. Gegenprobe: Schrift gibt es erst seit gut 5000 Jahren. Menschen viel länger. Und Texte? Pharao Ramses ließ eine Schlacht als Sieg in Stein meißeln. Andere Quellen erzählen es anders. Wohl eher ein Unentschieden.
Darum vergleicht man alle Quellen und setzt sie zusammen wie ein Puzzle. Das heißt Rekonstruktion. Lücken füllt man mit begründeten Vermutungen.
Beispiele
Ein Beispiel ganz ohne Schrift: Ötzi, der Mann aus dem Eis. 1991 fanden Wanderer ihn im Eis der Alpen. Das Labor misst sein Alter: Er lebte vor rund 5300 Jahren. Ein Beil aus Kupfer, ein Bogen, Pfeile: Bei ihm lagen lauter Sachquellen.
Zehn Jahre später zeigte ein Röntgenbild: eine Pfeilspitze in der Schulter. Sogar sein Magen ist eine Quelle: Steinbockfleisch und Getreide. Die Deutung: Er starb wohl an dem Pfeilschuss. Eine begründete Vermutung. Im Museum steht ein Modell, wie er aussah. Das ist eine Darstellung.
Mit neuen Funden und Methoden wächst das Wissen. Geschichte bleibt ein Puzzle.
Dein Zug
Dein Zug: Ein Film über Ötzi. Ist das eine Quelle? Nein, eine Darstellung von heute.
Zum Schluss
Also: Geschichte ist nicht nur Aufgeschriebenes. Sie steckt in allen Quellen. Merk dir: Man weiß es aus Quellen: aus Dingen, Texten und Bildern. Zum Üben: Sortier fünf Quellen: Was ist Text, was Sachzeugnis, was Deutung? Nächste Frage: Warum zählt man Jahre vor Christus rückwärts?
Danach



