Klasse 7 › Politik › Armut und Reichtum
Ab wann ist man in Deutschland arm?
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In Deutschland gilt als armutsgefährdet, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) hat. Das ist relative Armut: Zum Überleben reicht es meist, aber nicht zum Mitmachen wie die meisten. Absolut arm ist dagegen, wem Essen, Wasser oder ein Dach fehlen. 2025 war etwa jeder Sechste in Deutschland armutsgefährdet.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Zwei Arten, Armut zu messen
Absolut arm ist, wem das Nötigste zum Überleben fehlt: Essen, sauberes Wasser, ein Dach, Kleidung. Die Weltbank zählt dazu, wer von weniger als 3 US-Dollar am Tag leben muss – nach ihrer Schätzung 2025 rund jeder zehnte Mensch weltweit. In reichen Ländern wie Deutschland misst man vor allem relative Armut: Armutsgefährdet ist, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens hat. Dann reicht es zwar meist zum Leben, aber nicht, um mitzumachen wie die meisten anderen.
Die 60-Prozent-Grenze (Beispiel)
Mittleres Einkommen 2 000 € – die Grenze liegt bei 60 %, also 1 200 €.
Wer ist in Deutschland armutsgefährdet?
Genau: alle 16,1 %, Alleinlebende 30,9 %, Alleinerziehende 28,7 % (2025), unter 18: 15,2 % (2024). Quelle: Statistisches Bundesamt.
Zahlen für Deutschland (Statistisches Bundesamt)
- 2025 waren 16,1 Prozent armutsgefährdet – rund 13,3 Millionen Menschen.
- Grenze 2025 für eine alleinlebende Person: 1 446 Euro netto im Monat, für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14: 3 036 Euro.
- Etwa jedes siebte Kind war 2024 armutsgefährdet.
Was das für Kinder heißt
- Seltener Klassenfahrt, Verein, Musikschule oder Urlaub.
- Oft kein eigenes Zimmer zum Lernen.
- Teilhabe heißt: dabei sein können wie andere. Das Bildungs- und Teilhabepaket bezuschusst etwa Schulbedarf, Klassenfahrten, Mittagessen und Vereinsbeiträge.
Typische Falle und Streitfrage
- Falsch: „Arm ist in Deutschland niemand, weil alle ein Dach über dem Kopf haben.“ Relative Armut bedeutet: nicht mithalten können – ausgeschlossen von vielem, was für andere normal ist. Auch Wohnungslosigkeit gibt es in Deutschland.
- Umstritten ist, ob man relative Armut „Armut“ nennen sollte: Manche sagen, sie messe eher Ungleichheit; andere, wer nicht teilhaben kann, sei in einem reichen Land arm.
Üben
4 Aufgaben
Rechne die Armutsgrenze aus.
- Mittleres Einkommen 2 000 €: Die Grenze liegt bei €.
- Mittleres Einkommen 1 500 €: Die Grenze liegt bei €.
- Mittleres Einkommen 2 500 €: Die Grenze liegt bei €.
- Die Grenze liegt bei 1 800 €. Das mittlere Einkommen ist €.
Absolute oder relative Armut? Schreib absolut oder relativ.
Situation Art der Armut Eine Familie hat nicht genug zu essen und kein sauberes Wasser. Eine Familie hat eine Wohnung, aber kein Geld für Klassenfahrt und Verein. Ein Mann lebt von weniger als 3 US-Dollar am Tag. Eine Rentnerin hat weniger als 60 % des mittleren Einkommens. Ergänze die Zahl oder das Wort.
- 2025 waren in Deutschland Prozent der Menschen armutsgefährdet.
- Die Grenze für Alleinlebende lag 2025 bei Euro netto im Monat.
- Beim mittleren Einkommen hat die eine der Menschen mehr, die andere weniger.
- Extreme Armut beginnt für die Weltbank unter US-Dollar am Tag.
Stimmt das? Kreuz an.
- In Deutschland ist etwa jeder sechste Mensch armutsgefährdet.
- Das mittlere Einkommen ist das höchste Einkommen im Land.
- Armut kann Kinder von Freizeit und Klassenfahrten ausschließen.
- Alleinerziehende sind seltener armutsgefährdet als der Durchschnitt.
- Kinderarmut gibt es in Deutschland nicht.
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Arm ist hier niemand, alle haben ein Dach? Falsch!
Erklärung
Armut misst man auf zwei Arten: absolut und relativ. Absolut arm ist, wem Essen, Wasser oder ein Dach zum Überleben fehlen. Die Weltbank zieht die Grenze bei drei US-Dollar am Tag. Hier zählt meist relative Armut: viel weniger haben als die meisten.
Dafür ordnet man alle Einkommen der Größe nach und nimmt das mittlere. Das ist der Median: Die eine Hälfte hat mehr, die andere weniger. Armutsgefährdet ist, wer weniger als sechzig Prozent davon hat. Zum Leben reicht es meist, aber nicht zum Mitmachen wie die anderen.
Dabei sein können wie die meisten: Das nennt man Teilhabe. 2025 war in Deutschland etwa jeder Sechste armutsgefährdet: 16,1 Prozent. Besonders oft trifft es Alleinlebende und Alleinerziehende: fast jeden Dritten. Und Kinder? 2024 war gut jedes siebte Kind armutsgefährdet.
Und ein Dach hat auch nicht jeder: Wohnungslose gibt es hier ebenfalls.
Beispiele
Jetzt rechnen wir: Das mittlere Einkommen liegt bei 2 400 Euro. Sechzig Prozent sind sechs Zehntel. Erst durch zehn: 240 Euro. Dann mal sechs: 1 440 Euro. Das ist die Grenze. Wer weniger als 1 440 Euro hat, gilt hier als armutsgefährdet.
Ähnlich lag 2025 die echte Grenze für Alleinlebende: etwa 1 450 Euro. Gegenprobe: Die Grenze muss unter dem mittleren Einkommen liegen. Passt. Und für Kinder? Klassenfahrt, Verein oder Musikschule fallen öfter weg. Oft fehlt auch ein ruhiger Platz zum Lernen.
Und Kino oder Geburtstag mit Freunden sind oft zu teuer. Hilfe gibt es, etwa das Bildungs- und Teilhabepaket für Schulsachen und Ausflüge.
Dein Zug
Dein Zug: Das mittlere Einkommen ist 3 000 Euro. Wo liegt die Grenze? Bei 1 800 Euro.
Zum Schluss
Absolut fehlt es zum Überleben. Relativ fehlt es zum Mitmachen. Merk dir: Armutsgefährdet ist, wer unter sechzig Prozent vom Median-Einkommen hat. Zum Üben: Rechne die Armutsgrenze bei 2 000 Euro mittlerem Einkommen. Nenn drei Folgen für Kinder. Nächste Frage: Wie hilft der Sozialstaat?
Danach
