Klasse 7 › Politik › Armut und Reichtum
Wie hilft der Sozialstaat?
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Der Sozialstaat sichert Menschen in allen Lebenslagen ab, nicht nur bei Arbeitslosigkeit: Das Grundgesetz nennt Deutschland in Artikel 20 einen sozialen Bundesstaat. Fünf Sozialversicherungen helfen bei Krankheit, Unfall, im Alter, bei Arbeitslosigkeit und Pflege. Nach dem Solidarprinzip zahlt mehr ein, wer mehr verdient. Dazu kommen Hilfen aus Steuern wie Kindergeld, Wohngeld und Grundsicherung.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Sicherheit für alle Lebenslagen
Das Grundgesetz sagt in Artikel 20: Deutschland ist ein „demokratischer und sozialer Bundesstaat“. Der Staat soll dafür sorgen, dass niemand in Not allein bleibt – bei Krankheit, Unfall, im Alter, bei Arbeitslosigkeit und wenn man Pflege braucht. Dafür gibt es fünf Sozialversicherungen, die mit Beiträgen bezahlt werden, und Hilfen, die aus Steuern kommen, etwa das Kindergeld oder die Grundsicherung.
Die fünf Sozialversicherungen
| Versicherung | hilft bei | seit |
|---|---|---|
| Krankenversicherung | Krankheit: Arzt, Klinik, Medikamente | 1883 |
| Unfallversicherung | Unfällen bei der Arbeit, in der Schule und auf dem Weg dorthin | 1884 |
| Rentenversicherung | Alter und Erwerbsunfähigkeit | 1889 |
| Arbeitslosenversicherung | Verlust der Arbeit | 1927 |
| Pflegeversicherung | Pflegebedürftigkeit | 1995 |
So funktioniert eine Sozialversicherung
Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen die Beiträge meist je zur Hälfte, die Unfallversicherung zahlt der Arbeitgeber allein.
Hilfen aus Steuern
- Kindergeld: 259 Euro je Kind und Monat (2026).
- Grundsicherung für Arbeitsuchende ohne ausreichendes Einkommen – seit Juli 2026 „Grundsicherungsgeld“ statt Bürgergeld, mit strengeren Pflichten; die Reform war im Bundestag umstritten.
- Wohngeld, BAföG, Sozialhilfe.
- Mindestlohn: 13,90 Euro pro Stunde (2026) – gilt nicht für Minderjährige ohne Berufsabschluss.
Typische Falle
- Falsch: „Der Sozialstaat ist nur für Arbeitslose da.“
- Fast jeder nutzt ihn: Kinder mit Kindergeld und Unfallschutz auf dem Schulweg, Kranke, Rentner, Pflegebedürftige.
- Solidarprinzip: Wer mehr verdient, zahlt mehr ein; Hilfe bekommt, wer sie braucht.
Üben
3 Aufgaben
Welche Sozialversicherung hilft? Schreib Kranken-, Unfall-, Renten-, Arbeitslosen- oder Pflegeversicherung.
Lebenslage Versicherung Tim bricht sich auf dem Schulweg den Arm. Oma Erna ist 67 und hört auf zu arbeiten. Frau Kaya hat eine Grippe und geht zum Arzt. Herr Wolf verliert seine Arbeit. Opa Kurt braucht jeden Tag Hilfe beim Anziehen und Waschen. Ergänze.
- Deutschland ist ein demokratischer und Bundesstaat (Artikel 20).
- Das Kindergeld beträgt 2026 Euro je Kind und Monat.
- Die meisten Beiträge zahlen Arbeitnehmer und je zur Hälfte.
- Die Unfallversicherung zahlt der Arbeitgeber .
- Der Mindestlohn beträgt 2026 Euro pro Stunde.
Stimmt das? Kreuz an.
- Der Sozialstaat hilft nur Arbeitslosen.
- Wer mehr verdient, zahlt mehr in die Krankenversicherung ein.
- Die Renten von heute zahlen die Beschäftigten von heute.
- Schüler sind auf dem Schulweg nicht versichert.
- In der Krankenversicherung bekommt man nur so viel Hilfe, wie man eingezahlt hat.
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Der Sozialstaat? Nur was für Arbeitslose? Falsch!
Erklärung
Im Grundgesetz, Artikel 20, steht: Deutschland ist ein sozialer Bundesstaat. Der Staat soll dafür sorgen, dass niemand in einer Notlage allein bleibt. Dafür gibt es fünf Sozialversicherungen. Jede gehört zu einer Lebenslage. Die Krankenversicherung zahlt Arzt und Klinik. Die Unfallversicherung hilft nach Unfällen.
Die Rentenversicherung zahlt im Alter. Die Arbeitslosenversicherung, wenn die Arbeit wegfällt. Und die Pflegeversicherung hilft, wenn jemand im Alltag dauerhaft Hilfe braucht. Bezahlt wird mit Beiträgen vom Lohn, meist zur Hälfte vom Arbeitgeber. Dabei gilt das Solidarprinzip: Wer mehr verdient, zahlt mehr ein.
Bei Krankheit zählt, was man braucht, nicht wie viel man eingezahlt hat. Die Renten von heute zahlen die Beschäftigten von heute: der Generationenvertrag. Dazu kommen Hilfen aus Steuern: Kindergeld, Wohngeld und Grundsicherung. Wer arbeiten kann, aber zu wenig hat, bekommt Grundsicherungsgeld.
Nur für Arbeitslose? Von fünf Versicherungen ist nur eine für Arbeitslose.
Beispiele
Schauen wir eine Familie an. Wer bekommt hier Hilfe vom Sozialstaat? Mia geht in die siebte Klasse. Für sie gibt es Kindergeld. Sie stürzt auf dem Schulweg mit dem Rad. Das zahlt die Unfallversicherung. Vater Tom hat Grippe. Arzt und Medikamente zahlt die Krankenversicherung.
Mutter Sara verliert ihre Arbeit. Sie bekommt Arbeitslosengeld aus der Versicherung. Oma Erna ist 67 und bekommt Rente aus der Rentenversicherung. Opa Kurt braucht Hilfe beim Waschen. Das trägt die Pflegeversicherung mit. Zählen wir: fünf Menschen, sechs Hilfen. Arbeitslos war nur eine.
Es gibt immer mehr Ältere. Auf jeden Rentner kommen weniger Beitragszahler. Wie man darauf reagiert und wer wie viel zahlt, ist politisch umstritten.
Dein Zug
Dein Zug: Ben verletzt sich im Sportunterricht. Welche Versicherung zahlt? Die Unfallversicherung.
Zum Schluss
Noch mal: Krankheit, Unfall, Alter, Arbeit weg und Pflege. Fünf Versicherungen. Merk dir: Fünf Versicherungen und Hilfen aus Steuern sichern alle ab. Zum Üben: Ordne Unfall, Alter, Krankheit, Pflege und Arbeitslosigkeit zu. Welche Versicherung passt? Nächste Frage: Warum verlassen Menschen ihre Heimat?
Danach

