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Klasse 6 › Geschichte › Von der Steinzeit bis Rom

War Athen wirklich eine Demokratie?

Geschichte Klasse 6 Von der Steinzeit bis Rom

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Kurz gesagt

Athen war eine Demokratie, aber nur ein kleiner Teil der Menschen durfte mitbestimmen: Nur erwachsene Männer mit Bürgerrecht, das man durch Geburt von athenischen Eltern bekam, stimmten in der Volksversammlung ab. Frauen, Kinder, Sklaven und selbst lange ansässige Zugezogene waren davon ausgeschlossen. Von schätzungsweise 300 000 Menschen in Athen durften also nur etwa 30 000 mitentscheiden.

Das Wichtigste zum Nachlesen

1 Min. Lesen

Herrschaft des Volkes – aber wer ist das Volk?

Demokratie heißt „Herrschaft des Volkes“. In Athen entstand sie um 500 v. Chr. Die Bürger stimmten in der Volksversammlung selbst über Gesetze, Krieg und Frieden ab – nicht über gewählte Abgeordnete wie heute. Viele Ämter wurden per Los vergeben, damit jeder Bürger einmal drankommen konnte. Doch nur ein kleiner Teil der Menschen zählte zu den Bürgern.

Durften mitbestimmen

  • Erwachsene Männer mit Bürgerrecht
  • Bürger wurde man durch Geburt: Die Eltern mussten Athener sein.

Durften nicht mitbestimmen

  • Frauen
  • Kinder und Jugendliche
  • Sklaven
  • Zugezogene, die Metöken – auch wenn sie seit Jahrzehnten in Athen lebten

Typische Falle

  • Falsch: „Damals durften alle mitbestimmen, wie heute.“
  • Forscher schätzen: Von rund 300 000 Menschen in Athen und seinem Umland durften nur etwa 30 000 mitbestimmen.
  • Trotzdem war die Idee neu und mutig: Die Bürger entschieden selbst, nicht ein König.
  • Auch heute darf nicht jeder wählen, zum Beispiel keine Kinder. Frauen dürfen in Deutschland seit 1918 wählen.

Tipp

Hörst du das Wort „Demokratie“, frag immer: Wer gehört zum Volk – und wer bleibt draußen?

Üben

4 Aufgaben
  1. Rechne mit den geschätzten Zahlen: In Athen lebten etwa 300 000 Menschen, etwa 30 000 von ihnen durften mitbestimmen. Wie viele durften es nicht – und welcher Anteil durfte es?

    1. 300 000 − 30 000 =
    2. Anteil der Mitbestimmenden als Bruch, gekürzt:
    3. Von 100 Menschen durften etwa mitbestimmen.
    4. Von 100 Menschen durften etwa nicht mitbestimmen.
  2. Stimmt das? Kreuz an.

    1. In Athen durften alle Menschen mitbestimmen.
    2. Frauen durften in der Volksversammlung nicht abstimmen.
    3. Die Bürger stimmten selbst über Gesetze und Krieg ab.
    4. Metöken durften mitbestimmen, wenn sie lange genug in Athen lebten.
    5. Viele Ämter wurden in Athen per Los vergeben.
    6. In Deutschland dürfen Frauen erst seit dem Jahr 2000 wählen.
  3. Wer oder was war das? Verbinde.

    • Bürger
    • Metöke
    • Sklave
    • Los
    • unfrei, gehört einem Herrn
    • bestimmt, wer ein Amt bekommt
    • darf abstimmen
    • frei, aber zugezogen
  4. Durfte die Person in der Volksversammlung abstimmen? Schreib ja oder nein.

    1. Kallias, 35 Jahre, Vater und Mutter sind Athener:
    2. Phila, 30 Jahre, Vater und Mutter sind Athener:
    3. Ein Händler aus Milet, der seit 25 Jahren in Athen lebt:
    4. Ein armer Bauer, 40 Jahre, Vater und Mutter sind Athener:
    5. Ein Sklave, der im Silberbergwerk arbeitet:
    6. Ein Junge, 15 Jahre, Vater und Mutter sind Athener:

Auf dem Blatt gibt es noch 2 Aufgaben zum Ankreuzen, Zählen oder Schreiben. Lösungen im Übungsblatt zum Ausdrucken.

Übungsblatt (PDF)In der App üben

Was im Video gesagt wird

Abschrift

Einstieg

In Athen durften alle mitbestimmen, genau wie heute? Nicht ganz.

Erklärung

Demokratie heißt übersetzt: Herrschaft des Volkes. Entstanden ist sie in Athen, um 500 vor Christus. Die Bürger stimmten selbst ab: über Gesetze, über Krieg und Frieden. Das geschah in der Volksversammlung, griechisch: Ekklesia.

Nicht über Abgeordnete wie heute, sondern selbst: direkte Demokratie. Viele Ämter wurden verlost. So kam jeder Bürger einmal dran. Klingt nach allen. Aber wer gehörte eigentlich zum Volk? Mitbestimmen durften nur erwachsene Männer mit Bürgerrecht.

Bürger wurde man durch Geburt: Die Eltern mussten Athener sein. Frauen durften nicht mitbestimmen. Kinder und Jugendliche auch nicht. Sklaven erst recht nicht. Sie galten als Besitz ihres Herrn. Und die Metöken: Zugezogene, oft seit Jahrzehnten in Athen. Trotzdem keine Stimme.

Beispiele

Jetzt nachrechnen. Geschätzt lebten in Athen mit Umland rund 300 000 Menschen. Mitbestimmen durften davon nur etwa 30 000. Der Anteil: 30 000 von 300 000. Gekürzt ist das ein Zehntel. Von zehn Menschen durfte also einer abstimmen. Neun durften es nicht.

300 000 minus 30 000: 270 000 Menschen ohne Stimme. Ein Fall: Ein Mann, 35, beide Eltern Athener. Er darf abstimmen. Seine Schwester, dieselben Eltern? Darf nicht. Sie ist eine Frau. Und heute? Kinder wählen auch heute nicht. Frauen aber seit 1918.

Trotzdem war die Idee neu und mutig: Die Bürger entschieden, kein König. Also: eine echte Demokratie, aber nur für wenige.

Dein Zug

Dein Zug: Ein Töpfer, zugezogen, lebt seit 20 Jahren in Athen. Darf er abstimmen? Nein, er ist Metöke.

Zum Schluss

Athen: selbst abstimmen, nur Männer. Heute: Abgeordnete wählen, Frauen und Männer. Merk dir: Demokratie ja, aber nur etwa jeder Zehnte durfte mitbestimmen. Zum Üben: Rechne aus, welcher Anteil der Bevölkerung in Athen wählen durfte. Nächste Frage: Warum gab es Olympische Spiele schon vor 2700 Jahren?

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