Klasse 7 › Biologie › Der Mensch: Abwehr, Blut, Sinne und Nerven
Warum helfen Antibiotika nicht gegen eine Erkältung?
Beim Abspielen lädt der Player von YouTube (youtube-nocookie.com). Details in der Datenschutzerklärung.
Antibiotika wirken nur gegen Bakterien: Sie greifen Teile an, die nur Bakterien haben, etwa die Zellwand. Eine Erkältung machen aber fast immer Viren, und die haben weder Zellwand noch eigenen Stoffwechsel. Darum hilft ein Antibiotikum dort nicht, und jede unnötige Einnahme fördert Resistenzen.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Bakterien und Viren sind grundverschieden
Eine Erkältung wird fast immer von Viren ausgelöst. Antibiotika wirken aber nur gegen Bakterien: Sie greifen Teile an, die nur Bakterien haben, etwa ihre Zellwand oder ihren Stoffwechsel. Viren haben so etwas nicht – sie sind keine Zellen, sondern vermehren sich in unseren Körperzellen. Darum macht ein Antibiotikum eine Erkältung weder kürzer noch leichter.
Zwei Erreger
- Bakterium: eine Zelle, Antibiotika wirken
- Virus: keine Zelle, Antibiotika wirken nicht
Bakterien
- Einzellige Lebewesen mit Zellwand, aber ohne Zellkern
- etwa ein tausendstel Millimeter groß
- eigener Stoffwechsel, vermehren sich durch Teilung
- viele nützlich, etwa im Darm; manche machen krank: Scharlach, Borreliose, Tetanus
Viren
- keine Zellen: nur Erbgut in einer Hülle
- etwa hundertmal kleiner als Bakterien
- kein eigener Stoffwechsel, vermehren sich nur in fremden Zellen
- Beispiele: Erkältung, Grippe, Masern, Windpocken
Wie Resistenzen entstehen
- Unter Millionen Bakterien sind zufällig einige unempfindlich.
- Das Antibiotikum tötet die anderen, die unempfindlichen überleben.
- Sie vermehren sich – das Mittel wirkt gegen sie nicht mehr.
- Jede unnötige Einnahme gibt ihnen einen Vorteil.
Typische Falle und richtiger Umgang
- Falsch: Antibiotika töten jeden Erreger, auch Grippeviren.
- Richtig: Sie wirken nur gegen Bakterien.
- Antibiotika gibt es nur nach ärztlicher Verordnung: genau so einnehmen, wie verordnet.
- Nie Reste aufheben, selbst nehmen oder an andere weitergeben.
Tipp
Frag bei jeder Krankheit zuerst: Bakterium oder Virus? Nur beim Bakterium kann ein Antibiotikum helfen – und ob es nötig ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Üben
3 Aufgaben
Bakterium oder Virus? Schreib den Erreger.
- Erkältung:
- Grippe:
- Scharlach:
- Masern:
- Borreliose nach einem Zeckenstich:
- Windpocken:
Verbinde: Welches Merkmal gehört zu wem?
- Bakterium
- Virus
- Zellwand
- Hülle mit Erbgut
- Bau eines Virus
- vermehrt sich nur in fremden Zellen
- teilt sich selbst, hat einen eigenen Stoffwechsel
- Angriffspunkt vieler Antibiotika
Stimmt das? Kreuz an.
- Alle Bakterien machen krank.
- Viren haben keinen eigenen Stoffwechsel.
- Ein Antibiotikum setzt man ab, sobald es einem besser geht, auch wenn etwas anderes verordnet ist.
- Antibiotika können auch nützliche Darmbakterien schädigen.
- Eine doppelte Menge Antibiotikum wirkt auch gegen Grippeviren.
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Antibiotika töten jeden Erreger, auch Erkältungsviren? Falsch.
Erklärung
Eine Erkältung machen fast immer Viren. Schnupfen, Husten, Halskratzen. Es gibt zwei ganz verschiedene Erreger: Bakterien und Viren. Ein Bakterium ist eine eigene Zelle, mit Zellwand und eigenem Stoffwechsel. Es frisst, wächst und vermehrt sich selbst: durch Teilung.
Ein Virus ist viel kleiner, keine Zelle. Nur Erbgut in einer Hülle. Allein kann es nichts. Es kapert deine Zellen und lässt sich nachbauen. Ein Antibiotikum greift Teile an, die nur Bakterien haben. Etwa die Zellwand. Die Wand bricht, das Bakterium stirbt.
Ein Virus hat keine Zellwand. Das Mittel findet nichts zum Treffen. Gegenprobe: Auch die doppelte Menge hilft nicht. Wo nichts ist, trifft nichts. Die Erkältung dauert gleich lang, mit oder ohne Antibiotikum. Kommen Bakterien dazu, etwa im Ohr, entscheidet deine Ärztin, was nötig ist.
Beispiele
Zweites Beispiel: Scharlach. Den machen Bakterien, sogenannte Streptokokken. Hier hilft ein Antibiotikum, wenn die Ärztin es verordnet. Unter Millionen Bakterien sind zufällig ein paar unempfindlich. Das Mittel tötet die empfindlichen. Die unempfindlichen bleiben übrig.
Sie vermehren sich. Gegen diese Bakterien wirkt das Mittel nicht mehr. Darum schadet jede unnötige Einnahme. Sie siebt die Unempfindlichen aus. Und es trifft auch nützliche Bakterien in deinem Darm. Also: nur auf Verordnung, genau wie verordnet, Reste nie weitergeben.
Bakterien machen Scharlach oder Borreliose. Viren Erkältung, Grippe, Masern. Frag also zuerst: Bakterium oder Virus?
Dein Zug
Dein Zug: Du hast Grippe. Hilft ein Antibiotikum? Nein, Grippe kommt von Viren.
Zum Schluss
Bakterien sind Zellen und teilen sich. Viren brauchen deine Zellen. Merk dir: Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. Erkältungen machen Viren. Zum Üben: Sortier zehn Krankheiten nach Bakterium oder Virus. Wo hilft ein Antibiotikum? Nächste Frage: Was ist der Unterschied zwischen aktiver und passiver Impfung?
Danach




