Klasse 7 › Geschichte › Aufbruch in eine neue Zeit
Warum kämpften die Bauern 1525?
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Die Bauern kämpften 1525, weil viele Grundherren immer mehr Abgaben und Dienste verlangten und ihnen alte Rechte an Wald, Weide und Wasser nahmen. In den Zwölf Artikeln aus Memmingen forderten sie gerechte Lasten und das Ende der Leibeigenschaft, nicht die Abschaffung des Adels. Die Heere der Fürsten schlugen den Aufstand nieder, etwa bei Frankenhausen.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Zu viele Lasten
Um 1500 forderten viele Grundherren immer höhere Abgaben und mehr Frondienste. Wälder, Weiden und Bäche, die das Dorf bisher gemeinsam nutzte, nahmen sie für sich in Anspruch; Jagen und Fischen war den Bauern verboten. Strafen fielen oft willkürlich aus. 1524 begannen im Südwesten Aufstände, 1525 erhoben sich Bauern in Schwaben, Franken, Thüringen und in den Alpenländern – der Bauernkrieg.
Vom Unmut zur Niederlage
Die Heere der Fürsten besiegten die Bauernhaufen, etwa am 15. Mai 1525 bei Frankenhausen in Thüringen. Schätzungsweise 70 000 bis 75 000 Aufständische starben.
Aus den Zwölf Artikeln (März 1525, Memmingen)
- Die Leibeigenschaft soll aufhören.
- Jagen und Fischen sollen frei sein.
- Holz aus dem Wald soll für alle da sein.
- Frondienste sollen begrenzt werden.
- Strafen nach altem Recht, nicht nach Willkür.
- Der Todfall – beim Tod das beste Stück Vieh an den Herrn – soll wegfallen.
Warum verbreiteten sie sich so schnell?
- Die Zwölf Artikel wurden als Flugschrift vielfach gedruckt.
- Viele Dörfer hatten ähnliche Klagen und übernahmen sie.
- Die Reformation hatte gezeigt, dass man Mächtige öffentlich kritisieren kann – Luther selbst stellte sich aber gegen die Aufständischen.
Typische Falle
- Falsch: „Die Bauern wollten den Adel abschaffen und selbst herrschen.“
- Die meisten wollten ihre alten Rechte zurück und gerechtere Lasten. Die Herrschaft der Obrigkeit stellten sie nicht grundsätzlich in Frage.
- Warum sie verloren: schlecht bewaffnet, kaum ausgebildet, ohne gemeinsame Führung – gegen Berufssoldaten der Fürsten.
Tipp
Lies jede Forderung und frag: Welches Recht hätten wir heute dafür? So verstehst du, was den Bauern fehlte.
Üben
2 Aufgaben
Ergänze.
- Der Höhepunkt des Bauernkriegs war im Jahr .
- Die Zwölf Artikel wurden in aufgeschrieben.
- Am 15. Mai 1525 wurden die Bauern bei geschlagen.
- Die Abgabe beim Tod eines Bauern hieß .
- Wer seinem Herrn als Person gehörte, lebte in .
Stimmt das? Kreuz an.
- Die Zwölf Artikel wurden gedruckt und schnell verbreitet.
- Die meisten Bauern wollten selbst Könige werden.
- Die Bauern verloren Rechte an Wald und Weide.
- Luther kämpfte an der Seite der Bauern.
- Nach dem Krieg waren alle Bauern frei.
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Die Bauern wollten 1525 selbst herrschen? Leider falsch!
Erklärung
Um 1500 verlangten viele Grundherren immer mehr Abgaben und Frondienste. Wald und Weide nahmen sie für sich. Jagen und Fischen wurde verboten. Starb ein Bauer, nahm der Herr das beste Stück Vieh: den Todfall. Leibeigene durften nicht frei wegziehen und oft nicht frei heiraten.
Im März 1525 entstanden in Memmingen die Zwölf Artikel, ihre Forderungen. Weg mit der Leibeigenschaft! Jagd, Fischfang und Holz für alle. Dazu weniger Frondienst, kein Todfall mehr und Strafen nach altem Recht. Begründet wurde das mit der Bibel, wie es die Reformation vorgemacht hatte.
Als Flugschrift gedruckt, gingen die Artikel in wenigen Wochen durchs Land. Gegenprobe: Kein Artikel fordert, den Adel abzuschaffen. Sie wollten alte Rechte zurück. Nur wenige Radikale wollten mehr, etwa der Prediger Thomas Müntzer in Thüringen. Es kam zu Aufständen, vor allem im Süden und in Thüringen.
Ihre bewaffneten Scharen nannte man Haufen.
Beispiele
Übersetzen wir drei Forderungen in Sätze von heute. Keine Leibeigenschaft heißt heute: Jeder entscheidet selbst, wo er wohnt. Strafe nach Recht heißt: Nur ein Gericht straft, nach festen Gesetzen. Weniger Frondienst heißt: Arbeit ist geregelt und wird bezahlt.
Manches davon schützt heute sogar das Grundgesetz. Luther aber stellte sich gegen die Aufständischen, auf die Seite der Fürsten. Die Fürsten hatten geübte Soldaten, die Bauern einfache Waffen, kaum Übung. Am 15. Mai 1525 wurden die Bauern bei Frankenhausen in Thüringen geschlagen.
Schätzungsweise siebzigtausend Aufständische starben. Müntzer wurde hingerichtet. Die Leibeigenschaft endete erst um 1800, fast dreihundert Jahre später.
Dein Zug
Dein Zug: Wollten die Bauern den Adel abschaffen? Nein, sie wollten ihre alten Rechte zurück.
Zum Schluss
Alte Rechte statt neuer Herrschaft. Manchmal kommt das erst in Klasse 8. Merk dir: 1525 forderten die Bauern gerechte Lasten, nicht die Macht. Zum Üben: Schreib drei Forderungen der Zwölf Artikel als heutige Sätze. Nächste Frage: Warum dauerte der Dreißigjährige Krieg so lange?
Danach




