Klasse 5 › Physik › Temperatur und Wärme
Warum wird kochendes Wasser nicht heißer als 100 Grad?
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Auf Meereshöhe siedet Wasser bei 100 °C. Ab da bleibt die Temperatur gleich, auch wenn der Herd weiter heizt: Die Energie wird gebraucht, um flüssiges Wasser in gasförmigen Wasserdampf zu verwandeln. Länger oder stärker kochen macht also nur mehr Dampf. Im Gebirge siedet Wasser schon früher, im Schnellkochtopf erst bei etwa 120 °C.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Die Energie steckt im Dampf
Erhitzt du Wasser, steigt seine Temperatur, bis es siedet. Auf Meereshöhe ist das bei 100 °C, der Siedetemperatur. Ab da bleibt die Temperatur gleich, auch wenn die Herdplatte weiter heizt: Die zugeführte Energie wird gebraucht, um flüssiges Wasser in gasförmigen Wasserdampf zu verwandeln. Erst wenn alles Wasser verdampft ist, könnte der leere Topf heißer werden.
Temperatur beim Erhitzen von Wasser
Bis zur 8. Minute steigt die Temperatur, danach bleibt sie bei 100 °C, solange Wasser im Topf ist.
Siedetemperatur und Luftdruck
| Ort | Wasser siedet bei |
|---|---|
| am Meer | 100 °C |
| auf der Zugspitze (2 962 m) | etwa 90 °C |
| auf dem Mount Everest | etwa 70 °C |
| im Schnellkochtopf | bis etwa 120 °C |
Typische Falle
- Falsch: „Je länger es kocht, desto heißer wird das Wasser.“
- Richtig: Es wird nicht heißer, nur mehr Wasser verdampft.
- Darum kannst du beim Nudelkochen die Hitze herunterdrehen: Sprudelt es leicht, ist es genauso heiß – und du sparst Energie.
Vorsicht, heiß!
- Kochendes Wasser und Dampf verbrühen die Haut sofort. Topfgriffe nach innen drehen, Topflappen benutzen.
- Wasserdampf selbst ist unsichtbar. Die weiße „Wolke“ über dem Topf sind schon wieder kleine Wassertröpfchen.
- Bei Verbrühung sofort einen Erwachsenen holen. Kleine Stellen höchstens 10 Minuten handwarm kühlen, große nicht kühlen, sondern locker abdecken und 112 rufen.
Tipp
Das waagerechte Stück im Diagramm ist der Beweis: Energie fließt weiter hinein, die Temperatur steigt aber nicht – die Energie geht ins Verdampfen.
Üben
4 Aufgaben
Lies das Diagramm ab.
- Temperatur am Anfang: °C
- Temperatur nach 8 Minuten: °C
- Das Wasser siedet ab Minute .
- Temperatur nach 18 Minuten: °C
Ergänze.
- Auf Meereshöhe siedet Wasser bei °C.
- Beim Sieden wird flüssiges Wasser zu gasförmigem .
- Wasserdampf ist ein unsichtbares .
- Die Energie beim Sieden wird zum gebraucht.
Stimmt das? Kreuz an.
- Kocht Wasser 10 Minuten lang, wird es heißer als 100 °C.
- Auf der Zugspitze siedet Wasser schon bei etwa 90 °C.
- Im Schnellkochtopf wird Wasser heißer als 100 °C.
- Wasserdampf ist ungefährlich, weil man ihn nicht sieht.
- Sprudelt das Wasser bei kleiner Flamme, ist es genauso heiß wie bei großer.
Wo siedet Wasser bei welcher Temperatur? Verbinde.
- am Meer
- Zugspitze
- Mount Everest
- Schnellkochtopf
- etwa 120 °C
- etwa 90 °C
- 100 °C
- etwa 70 °C
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Länger kochen macht Wasser heißer? Falsch. Es bleibt bei hundert.
Erklärung
Wasser auf dem Herd: Am Anfang zeigt das Thermometer zwanzig Grad. Die Herdplatte heizt. Die Temperatur steigt: vierzig, sechzig, achtzig Grad. Bei hundert Grad sprudelt es. Das Wasser siedet. Die Platte heizt weiter. Doch das Thermometer bleibt bei hundert stehen.
Im Diagramm: Erst steigt die Linie, dann läuft sie waagerecht. Wohin geht die Energie? Sie verwandelt flüssiges Wasser in Wasserdampf. Wasser hat drei Zustände: Eis ist fest, Wasser flüssig, Dampf gasförmig. Beim Sieden reißen sich die Teilchen los und fliegen als Gas davon.
Wasserdampf ist unsichtbar. Die weiße Wolke sind schon wieder winzige Tröpfchen. Gegenprobe: kleinere Flamme, es sprudelt nur leicht. Trotzdem hundert Grad. Mehr Hitze macht nur mehr Dampf, nicht heißeres Wasser. Erst ein leerer Topf wird heißer. Darum nie leer kochen lassen!
Vorsicht: Kochendes Wasser und Dampf verbrühen sofort. Herd nur mit Erwachsenen.
Beispiele
Hundert Grad gilt auf Meereshöhe. Auf einem Berg ist die Luft dünner. Auf der Zugspitze siedet Wasser schon bei etwa neunzig Grad. Auf dem höchsten Berg der Welt sogar schon bei etwa siebzig Grad. Dort brauchen Nudeln viel länger. Siedendes Wasser ist dort nicht so heiß.
Umgekehrt im Schnellkochtopf: Er ist dicht, der Druck steigt. Dort siedet Wasser erst bei etwa hundertzwanzig Grad. Essen wird schneller gar. Je höher der Luftdruck, desto heißer siedet das Wasser. Sprudelt es, reicht eine kleinere Stufe. Das spart Energie.
Prüf es mit einem Erwachsenen: zweimal messen, mit zwei Minuten Abstand.
Dein Zug
Dein Zug: Das Wasser kocht schon zehn Minuten. Wie heiß ist es? Hundert Grad.
Zum Schluss
Vor dem Sieden steigt die Temperatur. Beim Sieden bleibt sie bei hundert. Merk dir: Siedendes Wasser bleibt bei hundert Grad. Die Energie verdampft es. Zum Üben: Miss mit einem Erwachsenen kochendes Wasser. Zweimal, zwei Minuten nacheinander. Nächste Frage: Wohin verschwindet das Wasser aus der Pfütze?
Danach

