Klasse 7 › Latein › Adjektive, Pronomen und Fragen
Wie stellt man im Lateinischen eine Frage?
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Im Lateinischen erkennst du eine Frage nicht am Verb vorn, denn die Wörter stehen ohnehin frei: Venit Marcus. heißt einfach Marcus kommt. Eine Frage zeigt ein Fragewort wie quis, cur oder ubi – oder ein Signal: -ne am ersten Wort lässt die Antwort offen, nonne erwartet ja, num erwartet nein.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Fragewort oder Fragesignal
Im Deutschen erkennst du eine Frage oft am Verb vorn: Kommt Marcus? Im Lateinischen stehen die Wörter frei – Venit Marcus. ist ein Aussagesatz (Marcus kommt.). Eine Frage zeigt Latein mit einem Fragewort (Quis venit? – Wer kommt?) oder einem Fragesignal: -ne hängt sich an das erste Wort und lässt die Antwort offen, nonne (doch wohl) erwartet ja, num (etwa) erwartet nein. Nach einem Fragewort steht kein -ne.
Fragen nach Ort, Zeit und Art
- ubi? – wo?
- quo? – wohin?
- unde? – woher?
- quando? – wann?
- quomodo? – wie?
Fragewörter
| Latein | Deutsch | Beispiel |
|---|---|---|
| quis? | wer? | Quis venit? |
| quid? | was? | Quid vides? |
| cur? | warum? | Cur rides? |
| ubi? | wo? | Ubi est Marcus? |
| quo? | wohin? | Quo venis? |
| unde? | woher? | Unde venis? |
| quando? | wann? | Quando venis? |
| quomodo? | wie? | Quomodo scribis? |
Satzfragen ohne Fragewort
| Signal | Beispiel | erwartet |
|---|---|---|
| -ne | Venitne Marcus? – Kommt Marcus? | ja oder nein |
| nonne | Nonne Marcus venit? – Marcus kommt doch wohl? | ja |
| num | Num Marcus venit? – Kommt Marcus etwa? | nein |
Typische Falle
- „Eine Frage erkennt man am umgestellten Verb“ stimmt nicht: Venit Marcus. und Marcus venit. heißen beide Marcus kommt.
- Achte auf das Signal: ein Fragewort am Anfang oder -ne, nonne, num.
- -ne hängt am ersten Wort: Videsne templum? – Siehst du den Tempel?
Tipp
nonne enthält non: Die Frage rechnet mit ja – „nicht wahr?“. Bei num rechnest du mit nein.
Üben
6 Aufgaben
Welches deutsche Fragewort gehört zu welchem lateinischen? Verbinde.
- quis
- quid
- cur
- ubi
- quo
- unde
- wo?
- woher?
- wer?
- wohin?
- was?
- warum?
Welches Fragewort passt zur Antwort? Setz es ein.
- est Marcus? – In villa est.
- venit? – Iulia venit.
- vides? – Templum video.
- venis? – Ex foro venio.
- amici veniunt? – In forum veniunt.
- venis? – Hora prima venio.
Ergänze die deutsche Übersetzung.
- Venitne Marcus? – Marcus?
- Nonne Iulia ridet? – Julia lacht ?
- Num servus dormit? – Schläft der Sklave ?
- Videsne templum? – du den Tempel?
- Nonne amicus tuus venit? – Dein Freund kommt ?
Welche Antwort erwartet die Frage: ja, nein oder offen?
Frage erwartet Nonne Marcus laborat? Num Marcus laborat? Laboratne Marcus? Num servi rident? Nonne villa magna est? Mach aus dem Satz eine Frage mit -ne.
- Marcus venit. → Marcus?
- Iulia ridet. → Iulia?
- Servus laborat. → servus?
- Amicum vides. → amicum?
Stimmt das?
- „Venit Marcus.“ ist eine Frage, weil das Verb vorn steht.
- -ne hängt sich an das erste Wort des Satzes.
- nonne erwartet die Antwort ja.
- num heißt „doch wohl“.
- Nach einem Fragewort wie cur steht kein -ne.
- quo fragt nach dem Ort, an dem etwas ist.
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Verb vorn, also Frage: [la]Venit Marcus[/la]? Falsch!
Erklärung
Im Deutschen hilft das Verb: Marcus kommt. Kommt Marcus? Im Lateinischen stehen die Wörter frei. [la]Venit Marcus[/la]: Marcus kommt. Beide Sätze sagen dasselbe. Das Verb vorn macht keine Frage. Eine Frage zeigt Latein mit einem eigenen Signalwort.
Das kleinste ist [la]ne[/la]. Es hängt sich ans erste Wort: [la]Venitne Marcus[/la]? Die Antwort bleibt offen: [la]Venit[/la], er kommt, oder [la]Non venit[/la]. [la]Nonne[/la] erwartet ja: [la]Nonne Marcus venit[/la]? Marcus kommt doch wohl? [la]Num[/la] erwartet nein: [la]Num Marcus ridet[/la]? Lacht Marcus etwa?
Oder ein Fragewort steht meist am Satzanfang: [la]Quis venit[/la]? Wer kommt? [la]Quid[/la] heißt was, [la]cur[/la] warum: [la]Cur rides[/la]? Warum lachst du? Für Orte gleich drei: [la]ubi[/la], wo, [la]quo[/la], wohin, [la]unde[/la], woher. Dazu [la]quando[/la], wann, und [la]quomodo[/la], wie. Meist stehen sie vorn.
Steht ein Fragewort da, braucht es kein [la]ne[/la] mehr.
Beispiele
Zweites Beispiel: Julia sucht Marcus. [la]Ubi est Marcus[/la]? [la]Ubi[/la] ist das Fragewort: wo? Also: Wo ist Marcus? Der Sklave: [la]In villa est[/la]. Er ist im Landhaus. Julia: [la]Nonne Marcus laborat[/la]? Marcus arbeitet doch wohl?
[la]Nonne[/la] verrät: Julia erwartet ein Ja. Sie glaubt, er arbeitet. Der Sklave lacht: [la]Non laborat, dormit[/la]. Er arbeitet nicht, er schläft. Julia staunt und fragt offen: [la]Dormitne Marcus[/la]? Schläft Marcus? [la]Ne[/la] am ersten Wort: Die Antwort ist offen.
Drei Fragen, drei Signale: Fragewort, [la]nonne[/la] und [la]ne[/la]. Alles ohne Umstellen.
Dein Zug
Dein Zug: Lacht Julia etwa? Welches Signal passt? [la]Num Iulia ridet[/la]? Num erwartet nein.
Zum Schluss
Drei Signale, drei Erwartungen: offen, ja und nein. Das Verb hilft nie. Merk dir: Latein fragt mit einem Fragewort oder mit [la]ne, nonne, num[/la]. Zum Üben: fünf Fragen mit [la]quis, cur, ubi, ne[/la] und [la]nonne[/la], jede mit Antwort. Nächste Frage: Wie bildet man das Imperfekt im Lateinischen?
Danach


