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Schulpuls

Schulpuls erzählt › Aufstieg und Fall Roms

Wie ein Dorf die Welt eroberte

Geschichte Klasse 6–7 Teil 1 von 2 21 Min.

Wie wurde aus ein paar Hütten am Tiber das größte Reich, das Europa je gesehen hat – und warum brachten die Römer ihren erfolgreichsten Mann um?

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Kapitel

  1. Iden des März
  2. Die Wölfin und die sieben Hügel
  3. Ein Staat mit Bremsen
  4. Elefanten in den Alpen
  5. Der Sieg, der alles kaputt macht
  6. Der Würfel fällt
  7. Was bleibt

Was in der Folge gesagt wird

Abschrift

Iden des März

Erzählerin: Rom, der fünfzehnte März im Jahr 44 vor Christus. Ein Mann in einer weißen Toga betritt die Sitzung des Senats. Er ist der mächtigste Mensch der Welt. Sechzig Männer warten auf ihn. Freunde, denkt er. Unter ihren Togen tragen sie Dolche.

Erzählerin: Der erste Stich trifft ihn am Hals. Dreiundzwanzig Stiche später liegt Gaius Julius Caesar am Boden, ausgerechnet vor der Statue seines größten Gegners. Und die Männer, die ihn getötet haben, rufen: Die Republik ist gerettet!

Erzählerin: Sie irren sich. Die Republik ist an diesem Tag endgültig tot. Wie es dazu kam, ist eine Geschichte, die siebenhundert Jahre früher beginnt. Mit zwei Babys in einem Korb.

Die Frage

Begleiter: Das ist Schulpuls erzählt. Ich stelle die Fragen, sie erzählt die ganze Geschichte. Heute Teil eins von zwei über Rom: Wie wird aus ein paar Hütten an einem Fluss das größte Reich, das Europa je gesehen hat? Und warum bringen die Römer ausgerechnet ihren erfolgreichsten Mann um?

Begleiter: Wenn du in Klasse sechs oder sieben gerade Rom durchnimmst, ist das hier deine Abkürzung. Und wenn du Mutter oder Vater bist und morgen abfragen sollst: auch. Also. Zwei Babys in einem Korb?

Die Wölfin und die sieben Hügel

Erzählerin: So erzählen es die Römer selbst. Zwei Zwillinge, Romulus und Remus, Söhne des Kriegsgottes Mars. Ein böser Onkel lässt sie in einem Korb auf dem Tiber aussetzen. Der Korb strandet, eine Wölfin findet die Babys und säugt sie, ein Hirte zieht sie groß.

Erzählerin: Als sie erwachsen sind, wollen sie eine Stadt gründen, genau dort, wo der Korb gestrandet ist. Sie streiten, wer sie benennen darf. Romulus zieht eine Furche als Stadtgrenze. Remus springt spöttisch darüber. Romulus erschlägt seinen Bruder. Die Stadt heißt Rom. Das Jahr: 753 vor Christus.

Begleiter: Sieben, fünf, drei: Rom kroch aus dem Ei. Den Spruch kennt jeder. Aber stimmt davon irgendetwas?

Erzählerin: Die Wölfin nicht. Das Jahr ungefähr. Archäologen haben auf dem Palatin, einem der sieben Hügel, Löcher im Boden gefunden: Pfosten von Holzhütten, rund dreitausend Jahre alt. Ein Dorf von Hirten und Bauern an einer Stelle, an der man den Tiber zu Fuß durchqueren konnte. Dort kreuzte sich der Fluss mit der Straße, auf der Salz vom Meer ins Landesinnere getragen wurde.

Erzählerin: Fluss, Furt, Salzstraße, sieben Hügel zum Verteidigen. Das ist kein Zufall und kein Kriegsgott. Das ist ein guter Bauplatz.

Begleiter: Warum erzählen die Römer dann die Geschichte mit der Wölfin, wenn sie es besser wussten?

Erzählerin: Weil eine Gründungslegende nicht sagt, was war, sondern wer man sein will. Kinder des Kriegsgottes, von einer Wölfin gesäugt, und der Gründer tötet seinen eigenen Bruder für die Stadtmauer. Härter kann man sich nicht vorstellen. Genau so wollten die Römer gesehen werden.

Erzählerin: Am Anfang hatte das Dorf Könige. Sieben, sagt die Überlieferung, die letzten davon Etrusker, das Nachbarvolk im Norden. Der siebte hieß Tarquinius Superbus, Tarquinius der Hochmütige. Im Jahr 509 vor Christus jagten die Römer ihn davon.

Erzählerin: Und ab da hassten sie ein Wort so sehr wie kein anderes: König. Merk dir das. Vierhundertfünfzig Jahre später kostet es Caesar das Leben.

Ein Staat mit Bremsen

Begleiter: Kein König mehr. Wer regiert dann? Das ist ja die Frage, die in jeder Klassenarbeit kommt: Wer regierte Rom, als es noch keinen Kaiser gab?

Erzählerin: Die Römer nannten ihren Staat res publica. Öffentliche Sache. Die Sache aller, nicht die Sache eines Einzelnen. Und sie bauten ihn wie ein Auto mit lauter Bremsen.

Erzählerin: Bremse eins: An der Spitze stehen zwei Konsuln, nicht einer. Jeder kann dem anderen jede Entscheidung verbieten. Das Wort dafür war veto. Ich verbiete. Bremse zwei: Ein Konsul bleibt genau ein Jahr im Amt. Danach ist Schluss. Bremse drei: Der Senat, rund dreihundert erfahrene Männer aus den reichen Familien, berät die Konsuln. Offiziell nur beraten. In Wahrheit hat der Senat das Sagen, weil dort die Erfahrung und das Geld sitzen.

Erzählerin: Und dann gibt es noch die Volksversammlungen, in denen die Bürger abstimmen und ihre Beamten wählen. Alle Ämter durchlaufen die Männer in fester Reihenfolge, wie eine Treppe. Wer oben ankommen will, muss jede Stufe genommen haben.

Begleiter: Bürger heißt aber nicht alle, oder? Ich ahne da was.

Erzählerin: Richtig geahnt. Frauen nicht, Sklaven nicht. Und selbst unter den freien Männern gab es zwei Klassen. Die Patrizier, die alten Adelsfamilien, hatten alle Ämter. Die Plebejer, die Bauern, Handwerker, Händler, stellten die Soldaten, durften aber nicht mitregieren.

Erzählerin: Im Jahr 494 vor Christus hatten die Plebejer genug. Sie traten in den Streik. Nicht am Arbeitsplatz. Sie verließen die Stadt, alle zusammen, zogen auf einen Hügel und sagten: Führt eure Kriege doch allein.

Begleiter: Ohne Soldaten kein Rom.

Erzählerin: Genau. Die Patrizier gaben nach. Die Plebejer bekamen eigene Vertreter, die Volkstribunen. Die durften gegen jeden Beschluss veto einlegen und waren unantastbar. Wer einen Volkstribun anrührte, durfte getötet werden. Und rund 450 vor Christus wurde das Recht auf zwölf Tafeln geschrieben und auf dem Forum aufgestellt. Zum ersten Mal konnte jeder nachlesen, was gilt, statt sich auf das Wort eines Adligen zu verlassen.

Begleiter: Kurzer Moment zum Mitdenken. Zwei Chefs, die sich gegenseitig stoppen können. Klingt fair. Aber was passiert, wenn ein Feind vor der Stadt steht und die beiden sich nicht einig werden?

Erzählerin: Dafür gab es den Notfallknopf. In einer Krise ernannte Rom einen Diktator. Ein Mann, alle Macht, aber höchstens sechs Monate. Damals war Diktator kein Schimpfwort, sondern ein Amt mit Ablaufdatum.

Erzählerin: Die Lieblingsgeschichte der Römer dazu: Cincinnatus, ein alter Senator, pflügt sein Feld, als Boten kommen. Der Feind steht vor Rom, er soll Diktator werden. Er legt den Pflug hin, besiegt den Feind in sechzehn Tagen, gibt die Macht zurück und pflügt weiter. Das war für die Römer der perfekte Mann: Er hätte alles haben können und wollte es nicht.

Begleiter: Also ist die ganze Republik eine einzige Vorsichtsmaßnahme. Nie wieder soll einer alles haben.

Erzählerin: Und dieses Bremssystem funktionierte fast fünfhundert Jahre. Solange Rom klein war.

Elefanten in den Alpen

Begleiter: Und wie wird ein Dorf mit Bremsen groß? Ich stelle mir vor: Legionen marschieren los und machen alles platt.

Erzählerin: Das ist der erste Irrtum. Rom eroberte Italien nicht, indem es alle platt machte, sondern indem es aus Besiegten Verbündete machte. Eine geschlagene Stadt durfte sich weiter selbst verwalten, musste aber Soldaten stellen. Wer sich bewährte, konnte später römischer Bürger werden. Um 270 vor Christus gehörte ganz Italien dazu. Nicht als Provinz, sondern als Netz aus Bündnissen.

Erzählerin: Und dieses Netz hielt Rom mit Straßen zusammen. Die erste große, die Via Appia, gebaut ab 312 vor Christus, führt noch heute aus Rom hinaus. Steinplatten, Fundament aus Schotter, schnurgerade. Auf ihr marschierte eine Legion dreißig Kilometer am Tag.

Erzählerin: Dann traf Rom auf den Gegner, der es fast zerstört hätte. Karthago, eine Handelsstadt in Nordafrika, heute Tunesien. Karthago hatte die stärkste Flotte des Mittelmeers. Rom hatte keine.

Begleiter: Ein Landvolk gegen die beste Flotte der Welt. Wie geht das aus?

Erzählerin: Die Römer fanden ein gestrandetes karthagisches Kriegsschiff, bauten es nach, hundertfach. Und weil sie nicht segeln konnten, aber kämpfen, erfanden sie eine Enterbrücke mit einem Eisendorn: Sie rammten den Gegner, ließen die Brücke fallen und verwandelten die Seeschlacht in eine Landschlacht. Der erste Krieg gegen Karthago dauerte über zwanzig Jahre. Rom gewann Sizilien.

Erzählerin: Den zweiten Krieg begann ein Mann, den jedes Kind kennt: Hannibal. Im Jahr 218 vor Christus zog er von Spanien aus über die Alpen nach Italien. Mit einem Heer, mit Pferden und mit siebenunddreißig Kriegselefanten. Im Herbst, im Schnee. Fast alle Elefanten starben, die Hälfte seiner Soldaten auch. Aber er stand in Italien, wo ihn niemand erwartet hatte.

Erzählerin: Und dann kam Cannae, 216 vor Christus. Hannibal ließ die Mitte seiner Linie langsam zurückweichen. Die Römer drängten nach, immer weiter, bis sie tief in einem Sack steckten. Dann schlossen die Flügel. An einem Nachmittag starben Zehntausende römische Soldaten. Es war die schlimmste Niederlage, die Rom je erlebte.

Begleiter: Und dann ist Rom verloren. Hannibal steht in Italien, das Heer ist weg.

Erzählerin: Jeder andere Staat hätte verhandelt. Rom nicht. Der Senat weigerte sich, auch nur über Frieden zu reden. Die Stadt hob neue Legionen aus, sogar Sklaven wurden bewaffnet. Und das Bündnisnetz hielt: Die meisten italienischen Städte blieben bei Rom, obwohl Hannibal vor ihren Toren stand. Er gewann Schlachten, aber keine Verbündeten.

Erzählerin: Fünfzehn Jahre zog Hannibal durch Italien. Dann drehte ein junger römischer Feldherr, Scipio, den Spieß um: Er griff Karthago selbst an. Hannibal musste heim, um seine Stadt zu retten. Bei Zama, 202 vor Christus, verlor er. Ein halbes Jahrhundert später machten die Römer Karthago dem Erdboden gleich.

Begleiter: Moment zum Mitdenken: Warum hat Rom Cannae überlebt, wo jeder andere aufgegeben hätte? Drei Sekunden.

Erzählerin: Erstens das Bündnisnetz, das nicht riss. Zweitens die Sturheit: Rom verhandelte nie aus der Schwäche. Drittens Menschen. Rom und seine Verbündeten konnten Heere ersetzen, Hannibal nicht.

Erzählerin: Um 146 vor Christus war Rom Herr über das ganze Mittelmeer. Die Römer hatten einen Namen dafür: mare nostrum. Unser Meer.

Der Sieg, der alles kaputt macht

Begleiter: Jetzt ist Rom reich und mächtig. Wo ist das Problem?

Erzählerin: Das Problem ist die Frage: reich für wen? Aus den eroberten Ländern strömten Gold und Hunderttausende Sklaven nach Italien. Reiche Senatoren kauften Land, riesige Güter, bewirtschaftet von Sklaven, die nichts kosteten außer Essen.

Erzählerin: Und die kleinen Bauern? Die waren als Soldaten jahrelang in Spanien oder Griechenland. Wenn sie heimkamen, war der Hof verfallen. Sie verkauften an den reichen Nachbarn und zogen nach Rom, ohne Arbeit, ohne Land. Die Stadt füllte sich mit Menschen, die nichts mehr hatten außer ihrer Stimme in der Volksversammlung.

Begleiter: Und die Armee? Die bestand doch aus genau diesen Bauern.

Erzählerin: Das war die Regel: Soldat wurde nur, wer Land besaß und sich Waffen leisten konnte. Kein Land, keine Soldaten. Rom hatte die Welt erobert und dabei seine eigene Armee aufgefressen.

Erzählerin: Im Jahr 133 vor Christus wollte ein Volkstribun, Tiberius Gracchus, das reparieren: Land von den Reichen an die Armen verteilen. Senatoren erschlugen ihn auf offener Straße, mit Stuhlbeinen. Zwölf Jahre später seinen Bruder. Zum ersten Mal seit Jahrhunderten wurde in Rom Politik mit Mord gemacht. Ab da ging das nicht mehr weg.

Erzählerin: Die Armee reparierte ein General namens Marius, um 107 vor Christus. Er nahm einfach die Landlosen. Rom bezahlte sie, und der General versprach ihnen ein Stück Land, wenn sie ihren Dienst hinter sich hatten.

Begleiter: Klingt vernünftig. Was ist der Haken?

Erzählerin: Das Land bekamen sie nicht vom Staat, sondern von ihrem General. Also waren sie ihm treu, nicht der Republik. Im Jahr 88 vor Christus marschierte zum ersten Mal ein römischer General mit seinem Heer auf Rom: Sulla. Er ließ Listen seiner Gegner anschlagen. Wer draufstand, durfte getötet werden, der Mörder bekam eine Belohnung.

Begleiter: Also: Die Soldaten gehören jetzt dem General.

Erzählerin: Und wer die Soldaten hat, hat Rom. Alle Bremsen der Republik waren noch da, Konsuln, Senat, Veto. Aber sie bremsten nur noch die, die keine Armee hatten.

Der Würfel fällt

Erzählerin: Jetzt betritt Caesar die Bühne. Aus alter Familie, aber ohne Geld, dafür mit Charme, Ehrgeiz und riesigen Schulden. Er schließt ein Bündnis mit den zwei mächtigsten Männern Roms, dem Feldherrn Pompeius und dem reichsten Mann der Stadt, Crassus. Zu dritt teilen sie sich die Republik auf.

Erzählerin: Caesar lässt sich Gallien geben, das heutige Frankreich, und erobert es in acht Jahren. Er schreibt selbst den Bericht darüber, so klar und einfach, dass Schüler ihn bis heute im Lateinunterricht lesen. Er wird unfassbar reich. Und seine Soldaten lieben ihn.

Erzählerin: Dem Senat wird das zu viel. Im Jahr 49 vor Christus befiehlt er: Caesar soll seine Armee entlassen und allein nach Rom kommen. Caesar weiß, was ihn dann erwartet. Ein Prozess, das Ende.

Erzählerin: Er steht an einem kleinen Fluss in Norditalien, dem Rubikon. Der Fluss ist die Grenze. Wer ihn mit Soldaten überschreitet, ist ein Verräter. Caesar zögert, sagen die Quellen. Dann sagt er: Der Würfel ist gefallen. Und marschiert.

Begleiter: Bürgerkrieg.

Erzählerin: Vier Jahre lang, quer durch das ganze Reich. Caesar gewinnt. Pompeius flieht nach Ägypten und wird dort ermordet. Caesar folgt ihm, trifft Kleopatra, kommt zurück, und der Senat macht ihn zum Diktator. Erst für zehn Jahre. Dann, Anfang 44, auf Lebenszeit.

Begleiter: Der Notfallknopf mit Ablaufdatum. Ohne Ablaufdatum.

Erzählerin: Genau das. Und Caesar macht Dinge, die niemand vor ihm gemacht hat. Er reformiert den Kalender: 365 Tage, alle vier Jahre ein Schalttag. Unser Kalender, im Kern bis heute. Der Monat Juli heißt nach ihm. Er sitzt auf einem goldenen Stuhl. Und als erster lebender Römer lässt er sein Gesicht auf Münzen prägen.

Erzählerin: Bei einem Fest setzt ihm ein Freund eine Königskrone auf. Caesar lehnt ab, das Volk jubelt. Aber der Verdacht ist in der Welt. Das Wort ist gefallen. König.

Begleiter: Das Wort, das die Römer seit 509 hassen.

Erzählerin: Und darum stehen an den Iden des März sechzig Senatoren mit Dolchen bereit. Nicht, weil Caesar ein schlechter Herrscher war. Sondern weil er aussah wie einer, der alles haben will. Cincinnatus hatte die Macht zurückgegeben. Caesar nicht.

Begleiter: Und die Mörder dachten wirklich, jetzt kommt die Republik zurück?

Erzählerin: Sie hatten keinen Plan für den Tag danach. Stattdessen kamen dreizehn Jahre Bürgerkrieg. Am Ende blieben zwei übrig: Marcus Antonius, Caesars bester General, verbündet mit Kleopatra. Und Octavian, Caesars Großneffe und Adoptivsohn, beim Tod Caesars achtzehn Jahre alt, schwächlich, oft krank. Alle unterschätzten ihn.

Erzählerin: Im Jahr 31 vor Christus, in der Seeschlacht bei Actium, gewinnt Octavian. Antonius und Kleopatra töten sich selbst. Octavian ist allein. Und jetzt macht er das Klügste, was je ein Römer gemacht hat.

Begleiter: Er wird nicht König.

Erzählerin: Er hat von Caesar gelernt. Im Jahr 27 vor Christus tritt er vor den Senat und gibt alle Macht zurück. Feierlich. Der Senat fleht ihn an zu bleiben und schenkt ihm einen neuen Namen: Augustus, der Erhabene. Er selbst nennt sich princeps, der Erste unter Gleichen.

Erzählerin: Es gibt weiter Konsuln, Senat, Wahlen. Alles wie in der Republik. Nur dass Augustus die Armee befehligt, die Provinzen verwaltet und das Geld kontrolliert. Die Bremsen sind noch alle da. Sie sind nur nicht mehr angeschlossen. Vierzig Jahre regiert er so. Frieden im Reich, die Römer nennen es pax romana. Der Monat August heißt nach ihm.

Begleiter: Ein Kaiser, der so tut, als wäre er keiner.

Erzählerin: Das Wort Kaiser gibt es noch gar nicht. Es entsteht aus einem Namen: Caesar. Daraus wird auf Deutsch Kaiser, auf Russisch Zar. Der Mann, den sie erstachen, weil er wie ein König aussah, wurde das Wort für König.

Was bleibt

Begleiter: Drei Sätze für die Klassenarbeit. Erstens?

Erzählerin: Rom wurde groß durch Bündnisse und Sturheit, nicht nur durch Schwerter. Besiegte wurden Verbündete, und Rom gab nie auf.

Begleiter: Zweitens: Die Republik war ein Staat mit Bremsen, damit nie einer alles hat. Der Sieg über die Welt hat die Bremsen kaputt gemacht, weil die Soldaten ab Marius ihren Generälen gehörten, nicht dem Staat.

Erzählerin: Drittens: Caesar starb, weil er wie ein König aussah. Augustus gewann, weil er es nicht tat. Er behielt alle Formen der Republik und nahm sich nur die Macht.

Begleiter: Und der Denkfehler, den fast jeder macht: Ein Mann hat die Macht einfach an sich gerissen. Nein. Als Caesar den Rubikon überschritt, war das Bremssystem seit hundert Jahren kaputt. Er war nicht der Erste, der mit einer Armee nach Rom marschierte. Er war der, bei dem es blieb.

Nächste Woche

Begleiter: Nächste Woche Teil zwei: Warum das größte Reich der Welt zerbrach. Spoiler: Es war keine einzige Schlacht, und der letzte Kaiser des Westens hieß Romulus. Wie der Gründer.

Begleiter: Eine Frage an dich: Du stehst am Rubikon, hinter dir deine Armee, vor dir ein Prozess. Was machst du? Schreib es in die Kommentare, wir lesen alles. Die kurzen Erklärclips zu Rom findest du bei Schulpuls auf YouTube, alles zur Folge auf schulpuls.com. Bis nächste Woche.

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