Klasse 6 › Politik › Kinder und Gesellschaft
Warum arbeiten in manchen Ländern Kinder?
Beim Abspielen lädt der Player von YouTube (youtube-nocookie.com). Details in der Datenschutzerklärung.
Kinder arbeiten vor allem dort, wo Familien zu wenig zum Leben haben und keine bezahlbare Schule in der Nähe ist. Die Eltern entscheiden sich meist nicht dagegen, sondern haben keine Wahl. Das Schlimme daran: Wer arbeitet statt zu lernen, verdient später wieder wenig, und der Kreis schließt sich. Helfen können Schulen ohne Schulgeld, Löhne zum Leben und echte Kontrollen.
Das Wichtigste zum Nachlesen
2 Min. Lesen
Nicht jede Arbeit ist Kinderarbeit
Wer zu Hause den Tisch deckt oder ab 13 mit Erlaubnis der Eltern für Taschengeld Zeitungen austrägt, leistet keine verbotene Arbeit. Gemeint ist etwas anderes: Arbeit, die den ganzen Tag dauert, gefährlich ist und die Schule unmöglich macht. Fachleute nennen das ausbeuterische Kinderarbeit.
Der Kreis, der sich schließt
- Die Familie hat zu wenig Geld zum Leben.
- Das Kind arbeitet mit, damit es reicht.
- Für die Schule bleibt keine Zeit, oder es gibt keine in der Nähe.
- Ohne Abschluss findet es später nur schlecht bezahlte Arbeit.
- Die eigene Familie hat wieder zu wenig Geld.
Armut führt zu Arbeit, Arbeit verhindert Schule, fehlende Schule hält die Armut fest.
Warum Kinder arbeiten
- Der Lohn der Erwachsenen reicht nicht zum Leben.
- Es gibt keine Schule in der Nähe, oder sie kostet Geld.
- Hefte, Bücher und Schulkleidung sind zu teuer.
- Es gibt keine Hilfe, wenn jemand krank wird oder die Ernte ausfällt.
- Manche Auftraggeber suchen billige Arbeitskräfte und fragen nicht nach dem Alter.
Was hilft
- Schulen in der Nähe, ohne Schulgeld und oft mit einer warmen Mahlzeit.
- Löhne für Erwachsene, von denen eine Familie leben kann.
- Gesetze und Kontrollen, die auch wirklich stattfinden.
- Firmen, die ihre ganze Lieferkette prüfen lassen.
- Käufer, die nach Herkunft und Siegel fragen.
Typische Falle
- Falsch: „Kinderarbeit gibt es nur, weil die Eltern es so wollen.“
- Meist fehlt die Wahl: Ohne den Verdienst des Kindes fehlt das Nötigste.
- Ein Verbot allein reicht darum nicht – ohne Ersatz verschwindet die Arbeit nur aus dem Blick.
- In Deutschland ist Kinderarbeit verboten; ab 13 sind leichte Tätigkeiten für kurze Zeit erlaubt, wenn die Eltern zustimmen.
Tipp
Frag bei jedem Vorschlag, der Kinderarbeit beenden soll: Was hat die Familie danach zum Leben? Nur Antworten, die auch darauf eingehen, wirken dauerhaft.
Üben
5 Aufgaben
Ursache, Folge oder Hilfe? Trag das passende Wort ein.
- Der Lohn der Eltern reicht nicht zum Leben:
- Das Kind lernt nicht lesen und schreiben:
- Im Dorf wird eine Schule ohne Schulgeld gebaut:
- Die nächste Schule ist zwei Stunden Fußweg entfernt:
- Eine Firma lässt ihre Lieferkette prüfen:
Mithelfen oder Kinderarbeit? Trag das passende Wort ein.
- Elfjähriger deckt zu Hause den Tisch:
- Zehnjähriger arbeitet zehn Stunden täglich und geht nie zur Schule:
- Vierzehnjährige trägt zweimal die Woche Zeitungen aus, Eltern einverstanden:
- Neunjährige trägt täglich schwere Säcke, abends zu müde zum Lernen:
Stimmt das? Kreuz an.
- Kinderarbeit gibt es nur, weil die Eltern es so wollen.
- Wer arbeitet statt zu lernen, verdient später oft wenig.
- Ein Verbot allein beendet Kinderarbeit zuverlässig.
- Wer zu Hause hilft oder mit 14 ein paar Zeitungen austrägt, leistet verbotene Kinderarbeit.
- Schulen ohne Schulgeld helfen gegen Kinderarbeit.
- Löhne, von denen Erwachsene leben können, ändern nichts an Kinderarbeit.
Was bedeutet das Wort? Verbinde.
- Armut
- Lieferkette
- Ausbeutung
- Existenzlohn
- Lohn, von dem eine Familie leben kann
- zu wenig Geld für das Nötigste
- jemanden für sehr wenig Geld schuften lassen
- Weg eines Produkts bis in den Laden
Darf das Kind diese Arbeit in Deutschland machen? Schreib ja oder nein.
- Lea, 14, trägt mit Erlaubnis der Eltern zweimal pro Woche eine Stunde Prospekte aus:
- Tim, 11, soll in einem Laden jeden Nachmittag Regale einräumen:
- Jonas, 13, hilft mit Zustimmung der Eltern eine Stunde beim Nachbarn im Garten:
- Mia, 14, soll auf einer Baustelle schwere Steine schleppen:
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Kinderarbeit, weil Eltern es so wollen? So einfach ist es nicht.
Erklärung
Tisch decken oder ab 13 Zeitungen austragen ist keine verbotene Kinderarbeit. Gemeint ist Arbeit: den ganzen Tag, gefährlich, ohne Schule. Fachleute nennen das ausbeuterische Kinderarbeit. Warum? Meist, weil der Lohn der Erwachsenen nicht zum Leben reicht.
Oft gibt es keine Schule in der Nähe, oder sie kostet Geld. Auch Hefte, Bücher und Schulkleidung können zu teuer sein. Wird jemand krank oder fällt die Ernte aus, gibt es keine Hilfe. Manche Auftraggeber suchen billige Arbeitskräfte und fragen nicht nach dem Alter.
Meist haben die Eltern keine Wahl: Ohne das Geld fehlt das Nötigste. So entsteht ein Kreis: zu wenig Geld, also arbeitet das Kind mit. Keine Zeit für Schule. Ohne Abschluss später nur schlecht bezahlte Arbeit. Die eigene Familie hat wieder zu wenig. Der Kreis schließt sich.
Ein Verbot allein reicht nicht: Dann arbeiten Kinder oft heimlich weiter. Bei uns ist Kinderarbeit verboten. Ab 13 geht Leichtes, wenn Eltern zustimmen.
Beispiele
Wo kann man den Kreis durchbrechen? Zum Beispiel bei der Schule. Im Dorf wird eine Schule ohne Schulgeld gebaut, oft mit warmem Essen. Das Kind lernt lesen, schreiben und rechnen und macht einen Abschluss. Später findet es besser bezahlte Arbeit. Der Kreis ist durchbrochen.
Zweiter Hebel: Löhne, von denen eine Familie leben kann. Existenzlohn. Dritter Hebel: Gesetze und Kontrollen, die wirklich stattfinden. Firmen lassen ihre ganze Lieferkette prüfen, vom Feld bis in den Laden. Und Käufer können nach Herkunft und Siegel fragen.
Ravis Eltern sagen: Ohne das Geld unseres Sohnes reicht das Essen nicht. Frag darum bei jedem Vorschlag: Was hat die Familie danach zum Leben?
Dein Zug
Dein Zug: Die Eltern bekommen jetzt einen Lohn zum Leben. Ursache, Folge oder Hilfe? Hilfe.
Zum Schluss
Noch mal: Armut ist die Ursache. Schule, Lohn und Kontrolle helfen. Merk dir: Kinder arbeiten meist aus Armut. Die Eltern haben keine Wahl. Zum Üben: Zeichne den Kreis aus Armut, Arbeit und fehlender Schule. Wo durchbrichst du ihn? Nächste Frage: Wie war Kindheit vor hundert Jahren?
Danach



