Klasse 6 › Politik › Kinder und Gesellschaft
Woher kommen Vorurteile?
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Vorurteile entstehen im Kopf jedes Menschen: Das Gehirn sortiert schnell in Schubladen, damit es sich nicht alles einzeln merken muss. Ein Vorurteil ist ein Urteil über Menschen, bevor man sie kennt – erst einmal nur ein Gedanke. Handelt jemand danach und benachteiligt andere, wird Diskriminierung daraus. Jeder hat also Vorurteile, aber niemand muss ihnen folgen.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Schubladen im Kopf
Dein Gehirn sortiert ständig: groß, klein, schnell, langsam. Das spart Zeit und ist ganz normal. Gefährlich wird es, wenn du von einem Menschen auf eine ganze Gruppe schließt – oder von einer Gruppe auf einen einzelnen Menschen.
Drei Stufen unterscheiden
- Beobachtung: Was du wirklich siehst oder hörst.
- Vorurteil: ein Urteil über Menschen, bevor du sie kennst.
- Diskriminierung: Jemand wird wegen so eines Urteils benachteiligt.
Sehen ist noch kein Urteil – und ein Urteil ist noch keine Tat.
So erkennst du ein Vorurteil
- Es spricht über „alle“ oder „die“ statt über einen Menschen.
- Es steht schon fest, bevor jemand etwas gesagt hat.
- Ein Gegenbeispiel erschüttert es nicht.
- Es fühlt sich an wie Erfahrung, ist aber oft nur Gewohnheit.
Was hilft
- Nachfragen statt annehmen.
- Ein Gegenbeispiel suchen: Kennst du jemanden, auf den es nicht zutrifft?
- Merken, dass auch du Schubladen hast – das ist der erste Schritt.
- Widersprechen, wenn jemand ausgegrenzt wird, und Hilfe holen.
Typische Falle
- Falsch: „Vorurteile haben nur die anderen.“
- Schubladen hat jedes Gehirn, auch deins – darauf kommt es nicht an.
- Es kommt darauf an, ob du dein Urteil prüfst, bevor du danach handelst.
- Im Grundgesetz steht: Niemand darf benachteiligt werden, weil er woanders herkommt oder eine Behinderung hat.
Tipp
Hörst du einen Satz mit „alle“ oder „die sind immer“, mach den Gegenbeispiel-Test. Fällt dir eine einzige Person ein, auf die es nicht zutrifft, war es kein Wissen, sondern ein Vorurteil.
Üben
4 Aufgaben
Beobachtung, Vorurteil oder Diskriminierung? Trag das Wort ein.
- „Lea hat im Test alle Punkte.“ Das ist
- „Die aus der 6b sind alle laut.“ Das ist
- „Du darfst nicht mitspielen, du bist aus der 6b.“ Das ist
- „Drei aus meiner Gruppe spielen Schach.“ Das ist
- „Wer Brille trägt, kann keinen Sport.“ Das ist
Was hilft hier? Wähle: nachfragen, Gegenbeispiel oder Zivilcourage.
- Statt zu vermuten, sprichst du die Person an:
- Dir fällt eine Person ein, auf die der Satz nicht zutrifft:
- Jemand wird ausgegrenzt, und du widersprichst laut:
- Du erkundigst dich, warum jemand traurig ist:
Stimmt das? Kreuz an.
- Vorurteile haben nur die anderen.
- Ein Vorurteil ist ein Urteil über Menschen, die man noch nicht kennt.
- Ein Vorurteil und eine Beobachtung sind dasselbe.
- Diskriminierung heißt: benachteiligt wegen einer Zugehörigkeit.
- Wer ein Vorurteil bemerkt, kann nichts daran ändern.
- Das Grundgesetz verbietet Benachteiligung wegen einer Behinderung.
Was bedeutet das Wort? Verbinde.
- Beobachtung
- Vorurteil
- Diskriminierung
- Zivilcourage
- Mut, für andere einzustehen
- lässt sich nachprüfen
- Benachteiligung wegen der Gruppe
- steht fest, bevor man jemanden kennt
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Vorurteile? Haben nur die anderen, ich nicht! Sicher?
Erklärung
Dein Gehirn sortiert ständig: groß, klein, schnell, langsam. Das spart Zeit. Das nennt man Schubladendenken: Menschen schnell in Gruppen einsortieren. Gefährlich wird es, wenn du von einem auf alle schließt. Oder von einer Gruppe auf einen einzelnen Menschen.
Wichtig sind drei Stufen: Beobachtung, Vorurteil und Diskriminierung. Beobachtung: Was du wirklich siehst oder hörst. Das lässt sich nachprüfen. Vorurteil: ein Urteil über Menschen, bevor du sie kennst. Diskriminierung: Jemand wird wegen so eines Urteils benachteiligt.
Sehen ist noch kein Urteil. Und ein Urteil ist noch keine Tat. Ein Vorurteil spricht über „alle“ oder „die“, nicht über einen Menschen. Ein Gegenbeispiel erschüttert es nicht. Es fühlt sich an wie Erfahrung. Und wer hat Vorurteile? Jedes Gehirn hat Schubladen. Auch deins.
Es kommt darauf an, ob du dein Urteil prüfst, bevor du handelst. Laut Grundgesetz darf niemand wegen Herkunft oder Behinderung benachteiligt werden.
Beispiele
Untersuche: „Lea hat im Test alle Punkte.“ Nachprüfbar? Ja: Beobachtung. „Die aus der 6b sind alle laut.“ Das ist ein Vorurteil. „Du darfst nicht mitspielen, du bist aus der 6b.“ Das ist Diskriminierung. „Wer Brille trägt, kann keinen Sport.“ Auch ein Vorurteil.
Der Gegenbeispiel-Test: Kennst du jemanden mit Brille, der Sport kann? Eine Person reicht: Die Schublade passt nicht. In der Pause darf Emir nicht mitspielen, weil er „der Neue“ ist. Was tust du? Widersprechen und Emir einladen. Das ist Zivilcourage.
Hört es nicht auf, holst du eine Lehrkraft. Und statt zu vermuten: nachfragen.
Dein Zug
Dein Zug: „Alle aus der 5a sind langweilig.“ Beobachtung, Vorurteil oder Diskriminierung? Vorurteil.
Zum Schluss
Noch mal: sehen, urteilen, benachteiligen. Drei Stufen, drei verschiedene Dinge. Merk dir: Vorurteile hat jeder. Prüf sie, bevor du danach handelst. Zum Üben: Untersuche drei Sätze: Beobachtung, Vorurteil oder Diskriminierung? Nächste Frage: Wer macht in Deutschland die Gesetze?
Danach




