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Klasse 7 › Geschichte › Glaube, Macht und Krisen

Warum gab es Kreuzzüge?

Geschichte Klasse 7 Glaube, Macht und Krisen

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Kurz gesagt

1095 rief Papst Urban II. nach einem Hilferuf des Kaisers von Byzanz zu einem Kriegszug nach Jerusalem auf. Rund 200 Jahre lang, von 1096 bis 1291, zogen Kreuzfahrer in den Osten. Es ging nicht nur um den Glauben: Auch Macht, Land, Handel und Abenteuer trieben sie an. Die Folgen trafen Muslime, Juden und Christen.

Das Wichtigste zum Nachlesen

1 Min. Lesen

Ein Aufruf mit vielen Folgen

1095 bat der Kaiser von Byzanz den Westen um Hilfe gegen die Seldschuken, türkische Herrscher, die sein Reich bedrohten. Papst Urban II. rief darauf in Clermont zu einem Kriegszug nach Jerusalem auf, das seit Jahrhunderten unter muslimischer Herrschaft stand. Den Teilnehmern versprach er den Nachlass von Kirchenstrafen. 1096 zogen Zehntausende los – mit einem Stoffkreuz auf der Kleidung. Daher der spätere Name Kreuzzug.

Rund 200 Jahre Kreuzzüge

1096 Aufbruch · 1187 Jerusalem wieder verloren · 1291 Akkon fällt

Die fünf Motive

  • Glaube: Jerusalem war Pilgerziel, der Papst versprach Nachlass von Kirchenstrafen.
  • Macht: Der Papst wollte seinen Einfluss stärken, Fürsten eigene Herrschaften gewinnen.
  • Land: Jüngere Söhne ohne Erbe hofften auf eigenes Land.
  • Handel: Venedig und Genua wollten Häfen und Handelsrechte.
  • Abenteuer: Ruhm und Beute lockten.

Folgen

  • 1096 ermordeten Kreuzfahrer im Rheinland, etwa in Speyer, Worms und Mainz, Tausende Juden.
  • 1099 eroberten sie Jerusalem und töteten viele Muslime und Juden. Es entstanden Kreuzfahrerstaaten.
  • 1187 eroberte Sultan Saladin Jerusalem zurück.
  • 1204 plünderten Kreuzfahrer das christliche Konstantinopel.
  • 1291 fiel mit Akkon die letzte große Festung der Kreuzfahrer.
  • Venedig und Genua wurden durch Handel und Transporte reich.

Typische Falle

  • Falsch: „Bei den Kreuzzügen ging es nur um den Glauben.“
  • Glaube war ein wichtiges Motiv, aber Macht, Land, Handel und Beute zählten genauso.
  • Beweis: 1204 plünderten Kreuzfahrer eine christliche Stadt – aus Geldnot und im Interesse Venedigs.

Tipp

Frag bei jedem Teilnehmer: Was gewinnt er, wenn der Zug gelingt? Die Antwort zeigt sein Motiv – oft sind es mehrere.

Üben

3 Aufgaben
  1. Welches Motiv hat die Person? Schreib Glaube, Macht, Land, Handel oder Abenteuer.

    1. Eine Pilgerin will die heiligen Stätten in Jerusalem sehen:
    2. Der Papst will seinen Einfluss über Fürsten und die Kirche im Osten stärken:
    3. Ein Grafensohn ohne Erbe hofft auf eine eigene Herrschaft:
    4. Ein Kaufmann aus Venedig will Häfen am östlichen Mittelmeer:
    5. Ein junger Ritter sucht Ruhm und Beute:
  2. Ergänze.

    1. 1095 rief Papst II. zum Kreuzzug auf.
    2. Um Hilfe gebeten hatte der Kaiser von .
    3. Jerusalem wurde von den Kreuzfahrern im Jahr erobert.
    4. Die Herrschaften der Kreuzfahrer im Osten hießen .
    5. 1187 eroberte Sultan Jerusalem zurück.
  3. Stimmt das? Kreuz an.

    1. Die Kreuzzüge trafen auch Juden in Europa.
    2. Den Anstoß gab allein der Papst, ohne Bitte von außen.
    3. Kreuzfahrer kämpften nur gegen Muslime.
    4. Italienische Handelsstädte profitierten von den Kreuzzügen.
    5. Jerusalem blieb für immer in der Hand der Kreuzfahrer.

Auf dem Blatt gibt es noch 2 Aufgaben zum Ankreuzen, Zählen oder Schreiben. Lösungen im Übungsblatt zum Ausdrucken.

Übungsblatt (PDF)In der App üben

Was im Video gesagt wird

Abschrift

Einstieg

Kreuzzüge, das war nur eine Sache des Glaubens? Leider falsch!

Erklärung

1095 bat der Kaiser von Byzanz um Hilfe gegen die Seldschuken. Seldschuken waren türkische Herrscher. Sie hatten Teile von Byzanz erobert. Papst Urban der Zweite rief darauf in Clermont zu einem Kriegszug auf. Ziel war Jerusalem, das seit Jahrhunderten unter muslimischer Herrschaft stand.

Den Teilnehmern versprach er, ihre Kirchenstrafen zu erlassen. 1096 zogen Zehntausende los, mit einem Stoffkreuz auf der Kleidung. Daher kommt der spätere Name: Kreuz und Zug, Kreuzzug. Warum zogen so viele mit? Erstes Motiv: Glaube. Jerusalem war ein Pilgerziel.

Zweitens Macht: Der Papst wollte mehr Einfluss, Fürsten eigene Herrschaften. Drittens Land: Jüngere Söhne ohne Erbe hofften auf eigenen Besitz. Viertens Handel: Venedig und Genua wollten Häfen und Handelsrechte. Und fünftens Abenteuer: Ruhm und Beute lockten.

Gegenprobe: 1204 plünderten Kreuzfahrer das christliche Konstantinopel. Nur Glaube?

Beispiele

Der erste Zug ging über Land: über Konstantinopel und Antiochia nach Jerusalem. Schon 1096 ermordeten Kreuzfahrer Tausende Juden, in Speyer, Worms und Mainz. 1099 eroberten sie Jerusalem und töteten viele Muslime und Juden. Danach gründeten die Kreuzfahrer eigene Staaten im Osten.

1187 eroberte Sultan Saladin Jerusalem zurück. 1291 fiel Akkon, die letzte große Festung. Nach rund 200 Jahren: Schluss. Die Folgen trafen drei Gruppen: Muslime, Juden und auch Christen im Osten. Ziel erreicht? Jerusalem ging verloren, aber Venedig und Genua wurden reich.

Ein Ritter hatte oft mehrere Motive: Glaube, Abenteuer und Land zugleich.

Dein Zug

Dein Zug: Wer rief 1095 zum ersten Kreuzzug auf? Papst Urban der Zweite.

Zum Schluss

Nicht nur Glaube: fünf Motive. Mancherorts ist das Stoff der Klasse 6. Merk dir: Die Kreuzzüge hatten viele Motive, nicht nur den Glauben. Zum Üben: Sortier fünf Motive: Glaube, Macht, Land, Handel, Abenteuer. Nächste Frage: Wie lebten Juden im Mittelalter?

Danach

Geschichte · Klasse 7 Wie lebten Juden im Mittelalter?

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