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Klasse 7 › Geschichte › Glaube, Macht und Krisen

Was bedeutet der Gang nach Canossa?

Geschichte Klasse 7 Glaube, Macht und Krisen

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Kurz gesagt

Im Investiturstreit stritten König Heinrich IV. und Papst Gregor VII., wer Bischöfe einsetzen darf. Der Papst belegte Heinrich 1076 mit dem Kirchenbann und löste alle Treueide, die Fürsten drohten mit einem neuen König. Darum wartete Heinrich im Januar 1077 im Büßergewand vor der Burg Canossa, bis der Bann gelöst wurde. „Nach Canossa gehen“ heißt bis heute: sich demütigen müssen.

Das Wichtigste zum Nachlesen

2 Min. Lesen

Ein Streit um die Macht

Bischöfe waren im Mittelalter nicht nur Geistliche, sondern auch mächtige Herren über Land, Städte und Krieger. Weil sie keine erbberechtigten Kinder hatten, vergab der König ihre Ämter immer wieder neu an treue Leute – er setzte sie ein, das nennt man Investitur. Papst Gregor VII. verlangte ab 1075, dass allein die Kirche Bischöfe einsetzt. König Heinrich IV. wollte darauf nicht verzichten: Ohne seine Bischöfe verlor er einen großen Teil seiner Macht.

Wer stand gegen wen?

Beide wollten die Bischöfe einsetzen – die Fürsten nutzten den Streit gegen den König.

Von Worms nach Canossa

  1. Januar 1076: Heinrich und seine Bischöfe fordern den Papst auf abzutreten.
  2. Februar 1076: Der Papst verhängt den Kirchenbann über Heinrich und löst alle vom Treueid.
  3. Herbst 1076: Die Fürsten drohen, einen neuen König zu wählen, wenn der Bann nicht binnen eines Jahres fällt.
  4. Januar 1077: Heinrich zieht über die Alpen und wartet drei Tage im Büßergewand vor der Burg Canossa. Der Papst löst den Bann.

1122 einigen sich Kaiser und Papst im Wormser Konkordat.

Warum war der Bann so gefährlich?

  • Ein Gebannter war aus der Kirche ausgeschlossen – mit ihm sollte niemand verkehren.
  • Der Papst erklärte alle Eide an Heinrich für ungültig: Vasallen und Fürsten mussten ihm nicht mehr gehorchen.
  • Viele Fürsten nutzten das, um den König loszuwerden.

Typische Falle

  • Falsch: „Der Kaiser war der Mächtigste, der Papst war nur für Gebete zuständig.“
  • Der Papst konnte mit dem Bann einen König fast stürzen.
  • Canossa war trotzdem kein klarer Sieg des Papstes: Heinrich gewann Zeit und blieb König, 1084 ließ er sich zum Kaiser krönen.

Tipp

„Nach Canossa gehen“ heißt bis heute: sich demütigen müssen. Merk dir dazu die Jahreszahl 1077 – eins, null, sieben, sieben.

Üben

3 Aufgaben
  1. Ergänze.

    1. Die Einsetzung eines Bischofs in sein Amt heißt .
    2. Der König, der nach Canossa ging, hieß Heinrich .
    3. Der Papst, der ihn bannte, hieß .
    4. Der Ausschluss aus der Kirche heißt .
    5. Das Wormser Konkordat beendete den Streit im Jahr .
  2. Wormser Konkordat 1122: Wer ist zuständig? Schreib Kirche oder König.

    Was?Wer?
    Wahl und Weihe des Bischofs
    Übergabe von Ring und Stab
    Belehnung mit Land und weltlichen Rechten
    Übergabe des Zepters
  3. Stimmt das? Kreuz an.

    1. Bischöfe waren auch weltliche Herren mit Land.
    2. Der Bann betraf Heinrich nur als Privatmann, nicht als König.
    3. Der Papst hatte keinen Einfluss auf die Politik.
    4. Bischofsämter wurden nicht vererbt.
    5. Alle Fürsten hielten im Streit treu zu Heinrich.

Auf dem Blatt gibt es noch 2 Aufgaben zum Ankreuzen, Zählen oder Schreiben. Lösungen im Übungsblatt zum Ausdrucken.

Übungsblatt (PDF)In der App üben

Was im Video gesagt wird

Abschrift

Einstieg

Der Kaiser herrscht, der Papst betet nur? Leider falsch!

Erklärung

Um 1075 stritten König Heinrich der Vierte und Papst Gregor der Siebte. Es ging um Bischöfe. Die herrschten auch über Land, Städte und Krieger. Bischöfe hatten keine erbberechtigten Kinder. Also vergab der König ihre Ämter neu. Er setzte treue Leute ein. Das Einsetzen nennt man Investitur.

Gregor verlangte ab 1075: Bischöfe setzt allein die Kirche ein. Heinrich wollte nicht verzichten. Ohne seine Bischöfe verlor er viel Macht. 1076 in Worms: Heinrich und seine Bischöfe fordern den Papst auf abzutreten. Februar 1076: Der Papst antwortet mit dem Kirchenbann gegen Heinrich.

Gebannt hieß: aus der Kirche ausgeschlossen. Niemand sollte mehr mit ihm verkehren. Schlimmer noch: Der Papst löste alle Treueide. Keiner musste Heinrich mehr gehorchen. Die Fürsten drohten mit einem neuen König, falls der Bann bliebe. Gegenprobe: Ein Papst, der nur betet, hätte keinen König so bedroht.

Beispiele

Also zieht Heinrich im Winter über die verschneiten Alpen. Vor der Burg Canossa in Italien wartet er drei Tage, im Büßergewand. Dann löst Gregor den Bann. Heinrich darf wieder herrschen. Die ganze Kette: Worms, Kirchenbann, Drohung der Fürsten, Canossa.

War das eine Niederlage? Heinrich musste sich vor aller Welt demütigen. Oder geschickt? Er blieb König und wurde 1084 sogar Kaiser. Beides stimmt ein Stück. Klar ist aber: Der Papst hatte große Macht. 1122 einigten sich Kaiser und Papst im Wormser Konkordat.

Die Kirche gibt das geistliche Amt, der König das weltliche Land. Und heute? Nach Canossa gehen heißt: sich demütigen müssen.

Dein Zug

Dein Zug: In welchem Jahr stand Heinrich vor Canossa? 1077.

Zum Schluss

Mehr als Gebete: echte Macht. Manche lernen das schon in Klasse 6. Merk dir: 1077 ging Heinrich nach Canossa, um den Kirchenbann loszuwerden. Zum Üben: Erklär in drei Sätzen, warum ein Kirchenbann einen Kaiser gefährlich traf. Nächste Frage: Warum gab es Kreuzzüge?

Danach

Geschichte · Klasse 7 Warum gab es Kreuzzüge?

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