Klasse 7 › Geschichte › Glaube, Macht und Krisen
Wie lebten Juden im Mittelalter?
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Juden lebten im Mittelalter in eigenen Gemeinden mitten in den Städten, mit Synagoge, Mikwe, Friedhof und Schule. Ihre Rechte hingen an Schutzbriefen, die sie teuer bezahlten; Zünfte schlossen sie aus. 1096 und in der Pestzeit 1349 wurden viele Gemeinden zerstört. In Köln ist jüdisches Leben schon für das Jahr 321 belegt.
Das Wichtigste zum Nachlesen
2 Min. Lesen
Seit über 1700 Jahren
Schon im Jahr 321 erlaubte der römische Kaiser Konstantin, Juden in den Stadtrat von Köln zu berufen – das älteste schriftliche Zeugnis jüdischen Lebens nördlich der Alpen. Im Mittelalter lebten jüdische Gemeinden in vielen Städten, besonders am Rhein: Speyer, Worms und Mainz, nach ihren hebräischen Anfangsbuchstaben SchUM-Städte genannt, waren berühmte Zentren jüdischer Gelehrsamkeit. Seit 2021 sind sie UNESCO-Welterbe.
Stationen jüdischen Lebens
321 Köln · 1096 Morde durch Kreuzfahrer am Rhein · 1349 Pogrome in der Pestzeit · 1492 Vertreibung aus Spanien
Die Gemeinde
- Synagoge: Gebäude für Gottesdienst, Versammlung und Lernen.
- Mikwe: Tauchbad der Gemeinde.
- Eigener Friedhof, eigene Schule, eigene Verwaltung.
- Die Häuser lagen oft nah beieinander, in einer Judengasse – später wurden solche Viertel vielerorts erzwungen, etwa 1462 in Frankfurt.
Schutz gegen Geld
Rechte hingen vom Schutzherrn ab – fiel der Schutz weg, war die Gemeinde in Gefahr.
Rechte und Beschränkungen
- Schutzbriefe sicherten Rechte zu, gegen hohe Abgaben. Ab 1236 unterstanden Juden direkt dem Kaiser.
- Die Zünfte nahmen Juden nicht auf, Landbesitz war oft verboten. Christen war das Zinsnehmen von der Kirche verboten – so blieb Juden oft nur der Handel oder das Geldverleihen.
- Ab 1215 mussten Juden sich an der Kleidung kennzeichnen.
Verfolgung – und eine typische Falle
- 1096 und 1348–1350 wurden Hunderte Gemeinden zerstört. In der Pestzeit behauptete man fälschlich, Juden hätten Brunnen vergiftet. Oft ging es auch um Neid und darum, Schulden loszuwerden.
- Falsch: „Juden kamen erst in neuerer Zeit nach Mitteleuropa.“ Jüdisches Leben ist hier seit über 1700 Jahren belegt.
Tipp
Frag im Stadtarchiv, im Museum oder bei einer Gedenkstätte nach: Seit wann gab es in deiner Region eine jüdische Gemeinde? Oft erinnern Straßennamen wie Judengasse daran.
Üben
3 Aufgaben
Ergänze.
- Jüdisches Leben in Köln ist schon im Jahr bezeugt.
- Die SchUM-Städte sind Speyer, Worms und .
- Das Gebäude für Gottesdienst, Versammlung und Lernen heißt .
- Das Tauchbad der Gemeinde heißt .
- Seit 2021 sind die SchUM-Städte .
Recht oder Beschränkung? Schreib das passende Wort.
Regel Recht oder Beschränkung? unter dem Schutz des Kaisers stehen nicht in eine Zunft aufgenommen werden eine eigene Synagoge und einen Friedhof haben ein Kennzeichen an der Kleidung tragen müssen Angelegenheiten der Gemeinde selbst regeln Stimmt das? Kreuz an.
- Juden wählten den Geldverleih meist freiwillig, weil er beliebt war.
- Jüdische Gemeinden gab es am Rhein schon vor 1000 Jahren.
- Die Pest wurde durch vergiftete Brunnen verbreitet.
- Die Rechte einer Gemeinde hingen oft von ihrem Schutzherrn ab.
- Alle Juden im Mittelalter waren reiche Geldverleiher.
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Juden in Deutschland? Die kamen erst vor Kurzem? Leider falsch!
Erklärung
Schon 321 belegt ein Gesetz des Kaisers: In Köln lebten Juden. Das sind über 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland. Im Mittelalter gab es jüdische Gemeinden in vielen Städten, besonders am Rhein. Speyer, Worms und Mainz nannte man SchUM, nach ihren hebräischen Anfangsbuchstaben.
Sie waren berühmt für ihre Gelehrten. Seit 2021 sind sie Welterbe. Ihr Mittelpunkt war die Synagoge: für Gottesdienst, Versammlung und Lernen. Dazu kamen die Mikwe, ein Tauchbad, ein Friedhof und eine Schule. Rechte bekamen Juden über Schutzbriefe: Schutz gegen hohe Abgaben.
Ab 1236 standen sie direkt unter dem Kaiser. Ohne Schutz drohte Gefahr. Beschränkungen? Zünfte nahmen Juden nicht auf, Landbesitz war oft verboten. Christen sollten keinen Zins nehmen. So blieben Juden oft Handel und Geldverleih. Freiwillig gewählt? Nein: Verbote anderer drängten sie in diese Berufe.
Ab 1215 mussten sie sich an der Kleidung kennzeichnen.
Beispiele
1096 ermordeten Kreuzfahrer Tausende Juden in Speyer, Worms und Mainz. 1349, in der Pestzeit, behauptete man, Juden hätten Brunnen vergiftet. Das war eine Lüge. Juden starben genauso an der Pest. Die Folge: Pogrome zerstörten Hunderte Gemeinden. Tausende wurden ermordet, ein Unrecht.
Dahinter steckten Angst, Vorurteile, Neid und Schulden, die man loswerden wollte. Später zwang man Juden vielerorts in eigene Viertel, so 1462 in Frankfurt. 1492 mussten Juden Spanien verlassen, wenn sie sich nicht taufen ließen. Trotzdem entstanden viele Gemeinden neu, oft am selben Ort.
In Worms und Speyer kann man Synagoge, Mikwe und Friedhof heute besuchen.
Dein Zug
Dein Zug: Aus welchem Jahr stammt das älteste Zeugnis jüdischen Lebens in Köln? 321.
Zum Schluss
Jüdisches Leben gibt es hier seit 321, nicht erst seit Kurzem. Merk dir: Juden lebten in Gemeinden, mit Schutzbriefen, Verboten und Verfolgung. Zum Üben: Such, seit wann es in deiner Region eine jüdische Gemeinde gibt. Nächste Frage: Warum war die Pest so tödlich?
Danach



