Klasse 7 › Geschichte › Leben im Mittelalter
Warum sagt man Stadtluft macht frei?
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Wer im Mittelalter als Höriger vom Land in eine Stadt floh und dort ein Jahr und einen Tag blieb, ohne dass sein Herr ihn zurückholte, wurde frei. Daraus wurde später der Spruch „Stadtluft macht frei“. Frei hieß aber nicht gleich: Mitbestimmen durfte nur, wer Bürgerrecht hatte, und im Rat saßen lange nur reiche Patrizier.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Mauer, Markt und Stadtrecht
Im Hochmittelalter entstanden viele neue Städte. Eine Stadt hatte eine Mauer, einen Markt und ein eigenes Stadtrecht, das ihr ein Stadtherr – König, Fürst oder Bischof – verliehen hatte. Die Bürger regierten sich weitgehend selbst: Ein Rat mit Bürgermeistern führte die Stadt. Wer als Höriger vom Land in die Stadt floh und dort ein Jahr und einen Tag blieb, ohne dass sein Herr ihn zurückholte, wurde frei. Daher der spätere Spruch: Stadtluft macht frei.
Vom Hörigen zum freien Stadtbewohner
Frei hieß nicht gleich: Wer frei war, hatte noch lange kein Bürgerrecht.
Die Zünfte
- Handwerker eines Berufs schlossen sich zu einer Zunft zusammen, Kaufleute zu einer Gilde.
- Die Zunft regelte Preise, Qualität, Ausbildung und wie viele Meister es geben durfte.
- Zunftzwang: Nur wer in der Zunft war, durfte das Handwerk ausüben.
- Sie half Kranken und Witwen ihrer Mitglieder.
- Ausbildung: Lehrling – Geselle (oft auf Wanderschaft) – Meister mit Meisterstück.
Typische Falle
- Falsch: „In der Stadt waren alle frei und gleich.“
- Bürgerrecht hatte nur, wer Haus oder Betrieb besaß, den Bürgereid schwor und eine Gebühr zahlte.
- Knechte, Mägde, Tagelöhner und Bettler hatten keins – und damit keine Mitsprache.
- Im Rat saßen lange nur die Patrizier; in vielen Städten erkämpften die Zünfte im 14. Jahrhundert einen Platz.
Tipp
Frag bei jeder Person drei Dinge: Ist sie frei? Hat sie Bürgerrecht? Darf sie im Rat mitreden? Die Antworten sind selten dreimal ja.
Üben
5 Aufgaben
Wie heißen die Stufen der Ausbildung im Handwerk? Schreib sie auf die Linie.
- Ziffer 1:
- Ziffer 2:
- Ziffer 3:
Prüf jede Person. Schreib ja oder nein.
Person frei? Bürgerrecht? Zunftmeister mit eigener Werkstatt Knecht bei einem Kaufmann Bettler vor der Kirche Höriger, vor drei Monaten in die Stadt geflohen Ergänze den Fachbegriff.
- Das Gremium, das die Stadt regierte:
- Das Sonderrecht, das der Stadtherr einer Stadt verlieh:
- Zusammenschluss der Handwerker eines Berufs:
- Nur Mitglieder dürfen das Handwerk ausüben:
- Nach Jahr und einem Tag in der Stadt wurde ein Höriger frei.
Stimmt das? Kreuz an.
- Jeder Stadtbewohner hatte das Bürgerrecht.
- Im Rat saßen lange vor allem die Patrizier.
- Zünfte bestimmten mit, was eine Ware kosten durfte.
- Eine Magd durfte im Rat mitentscheiden.
- Das Stadtrecht verlieh der Stadtherr.
Oberschicht, Mittelschicht oder Unterschicht?
- reiche Fernhändlerfamilie, die den Rat stellt:
- Bäckermeister mit eigenem Haus:
- Magd im Haus eines Kaufmanns:
- Tagelöhner am Hafen:
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
In der Stadt alle frei und alle gleich? Leider falsch!
Erklärung
Im Hochmittelalter entstanden viele neue Städte, mit Mauer, Markt und Stadtrecht. Das Stadtrecht verlieh ein Stadtherr: ein König, ein Fürst oder ein Bischof. Die Bürger regierten sich weitgehend selbst, durch einen Rat mit Bürgermeistern. Und das Land? Viele Hörige flohen von ihrem Grundherrn in die Stadt.
Ein Jahr und einen Tag in der Stadt, nicht zurückgeholt: frei! Später fasste man das in einen Spruch: Stadtluft macht frei. Aber frei heißt nicht gleich. Mitreden durften längst nicht alle. Dafür brauchte man Bürgerrecht: Haus oder Betrieb, Bürgereid und Gebühr.
Oben die Patrizier, darunter die Bürger, unten Knechte, Mägde und Arme. Patrizier waren reiche Kaufmannsfamilien. Lange saßen nur sie im Rat. Handwerker eines Berufs bildeten eine Zunft, Kaufleute eine Gilde. Die Zunft regelte Preise und Qualität. Nur Mitglieder durften das Handwerk ausüben.
Der Weg im Handwerk: Lehrling, Geselle, oft auf Wanderschaft, dann Meister. Im vierzehnten Jahrhundert erkämpften Zünfte in vielen Städten Sitze im Rat.
Beispiele
Prüfen wir vier Leute: Sind sie frei? Haben sie Bürgerrecht? Ein reicher Kaufmann mit Haus: frei, mit Bürgerrecht, sogar im Rat. Ein Geselle wohnt beim Meister. Er ist frei, aber meist ohne Bürgerrecht. Die Magd ist ebenso frei, aber ohne Bürgerrecht.
Und Jakob, ein Höriger, vor drei Monaten in die Stadt geflohen? Noch nicht frei, sein Herr darf ihn zurückholen. Bürgerrecht: nein. Nach Jahr und Tag ist Jakob frei, aber noch kein Bürger. Zähl nach: Frei sind am Ende alle vier, Bürgerrecht hat nur einer.
Trotzdem lockte die Stadt: kein Grundherr, kein Frondienst, eigener Verdienst.
Dein Zug
Dein Zug: Wann wurde ein geflohener Höriger in der Stadt frei? Nach Jahr und Tag.
Zum Schluss
Frei ja, gleich nein. Manche lernen das schon in Klasse 6. Merk dir: Stadtluft machte frei, aber nicht gleich. Mitreden durften nur Bürger. Zum Üben: Prüf vier Personen in der Stadt: Bürger, Knecht, Zunftmeister, Bettler. Nächste Frage: Was war die Hanse?
Danach




