Klasse 7 › Geschichte › Leben im Mittelalter
Wie wurde man Ritter?
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Ritter wurde man nicht durch Mut allein. Man brauchte die passende Herkunft, viel Geld für Kriegspferd und Rüstung und eine lange Ausbildung: mit etwa sieben Jahren Page, mit etwa vierzehn Knappe, mit etwa einundzwanzig Ritter durch die Schwertleite. Burg, Ausrüstung und höfische Feste bezahlten am Ende die Abgaben der Bauern.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Kämpfer zu Pferd
Ritter waren schwer bewaffnete Kämpfer zu Pferd. Sie dienten einem Lehnsherrn und bekamen dafür ein Lehen, von dessen Erträgen sie lebten. Ein Ritter wurde man nicht durch Mut allein: Man brauchte die richtige Herkunft, viel Geld für Pferd und Rüstung und eine lange Ausbildung. 1186 verbot Kaiser Friedrich I. sogar ausdrücklich, dass Söhne von Bauern Ritter wurden.
Drei Stufen zum Ritter
Page: dient am Hof eines anderen Adligen, lernt Benehmen, Reiten, Umgang mit Waffen. Knappe: pflegt Pferd und Rüstung seines Herrn, begleitet ihn in den Kampf. Ritter: bekommt in einer Feier das Schwert umgegürtet (Schwertleite, später Ritterschlag).
Höfische Kultur
- Turniere: Kampfspiele vor Publikum, etwa die Tjost – zwei Ritter reiten mit Lanzen aufeinander zu.
- Minnesang: Lieder über die Verehrung einer Dame.
- Tugenden: Treue, Ehre, Maß halten, Freigebigkeit, gutes Benehmen bei Tisch.
- Feste, Kleidung und Turniere kosteten viel Geld.
Typische Falle
- Falsch: „Jeder mutige Mann konnte Ritter werden.“
- Ein Kriegspferd kostete so viel wie mehrere Kühe, eine ganze Ausrüstung ein Vermögen – für einen Bauern unbezahlbar.
- Später zählte auch die Herkunft: Ritter wurde vor allem, wessen Vater schon Ritter war.
Tipp
Merk dir 7 – 14 – 21: Alle sieben Jahre eine Stufe höher, von Page über Knappe zum Ritter.
Üben
6 Aufgaben
Welche Stufe der Ausbildung ist das? Schreib sie auf die Linie.
- Ziffer 1:
- Ziffer 2:
- Ziffer 3:
Wie heißt der Teil der Burg?
- hoher Hauptturm, letzte Zuflucht:
- Wohn- und Festsaalgebäude:
- Brücke, die man hochziehen konnte:
- Gang oben auf der Mauer für die Verteidiger:
Wie heißen die Teile der Burg? Schreib sie auf die Linien.
- Ziffer 1:
- Ziffer 2:
- Ziffer 3:
- Ziffer 4:
Lies und ergänze.
- Konrad ist 8 Jahre alt und dient am Hof eines Grafen bei Tisch. Er ist .
- Mit 15 pflegt er Pferd und Rüstung seines Herrn und reitet mit ihm in den Kampf. Er ist .
- Mit 21 bekommt er in einer Feier das Schwert umgegürtet. Das heißt .
- Bei einem Kampfspiel reitet er mit der Lanze gegen einen anderen Ritter. Das heißt .
Stimmt das? Kreuz an.
- Ein Kriegspferd war billig, jeder Bauer hatte eines.
- Die Abgaben der Bauern finanzierten Burgen und Rüstungen.
- Minnesang ist eine Kampftechnik mit dem Schwert.
- Fernwaffen machten Ritter im Spätmittelalter verwundbarer.
- Ritter bekamen für ihren Dienst ein Lehen.
Was bedeutet der Begriff? Verbinde.
- Turnier
- Tjost
- Schwertleite
- Minnesang
- höfisch
- fein und gesittet wie am Hof
- Aufnahme in den Ritterstand
- Kampfspiel vor Publikum
- Lieder über die Verehrung einer Dame
- Zweikampf mit Lanzen zu Pferd
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Mutig sein, Schwert schnappen, fertig ist der Ritter? Leider falsch!
Erklärung
Ritter waren schwer bewaffnete Kämpfer zu Pferd, im Dienst eines Lehnsherrn. Dafür bekamen sie ein Lehen und lebten von dessen Erträgen. Mut allein reichte nie. Man brauchte drei Dinge: Herkunft, Geld und Ausbildung. Ein Kriegspferd kostete so viel wie mehrere Kühe. Für Bauern unbezahlbar.
Dazu Rüstung, Helm, Schwert, Lanze und Schild: zusammen ein Vermögen. 1186 verbot Kaiser Friedrich der Erste Bauernsöhnen sogar, Ritter zu werden. Ritter wurde vor allem, wessen Vater schon Ritter war. Die Ausbildung dauerte Jahre, in drei Stufen: Page, Knappe, Ritter.
Mit etwa sieben kam der Junge als Page an einen fremden Hof. Er diente bei Tisch, lernte Benehmen, Reiten und den Umgang mit Waffen. Mit etwa vierzehn wurde er Knappe und pflegte Pferd und Rüstung. Er begleitete seinen Herrn sogar in den Kampf.
Mit etwa einundzwanzig bekam er feierlich das Schwert umgegürtet: die Schwertleite.
Beispiele
Ein Beispiel: Konrad, Sohn eines Ritters, kommt mit sieben auf eine Burg. Die Burg: Graben, Zugbrücke, Ringmauer. Im Palas wohnt und feiert man. Der hohe Bergfried ist die letzte Zuflucht bei Angriffen. Burg und Ausrüstung bezahlten am Ende die Abgaben der Bauern.
Mit vierzehn wird Konrad Knappe und putzt Rüstung und Schwert. Im Turnier reiten zwei Ritter mit Lanzen aufeinander zu: die Tjost. Dazu höfische Kultur: Feste, Minnesang über eine verehrte Dame, gutes Benehmen. Mit einundzwanzig wird Konrad Ritter. Später sagt man dazu Ritterschlag.
Im Spätmittelalter verloren Ritter an Bedeutung: Langbogen trafen aus der Ferne. Dazu kamen bezahlte Söldner und später Kanonen.
Dein Zug
Dein Zug: Was sind die drei Stufen zum Ritter? Page, Knappe, Ritter.
Zum Schluss
Nicht Mut, sondern Herkunft und Geld. Manche lernen das in Klasse 6. Merk dir: Ritter wurde man durch Herkunft, Geld und lange Ausbildung. Zum Üben: Nenn die drei Stufen der Ausbildung und was ein Pferd damals kostete. Nächste Frage: Warum sagt man Stadtluft macht frei?
Danach



