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Klasse 7 › Geschichte › Leben im Mittelalter

Wie lebten Bauern im Mittelalter?

Geschichte Klasse 7 Leben im Mittelalter

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Kurz gesagt

Die meisten Bauern im Mittelalter lebten unfrei in der Grundherrschaft: Das Land gehörte einem Grundherrn, sie durften es nicht verkaufen und ohne Erlaubnis nicht wegziehen. Dafür bekamen sie Schutz, mussten aber Abgaben leisten, Frondienst auf den Feldern des Herrn tun und der Kirche den Zehnt geben. Gewirtschaftet wurde in der Dreifelderwirtschaft mit Winterkorn, Sommerkorn und Brache.

Das Wichtigste zum Nachlesen

1 Min. Lesen

Die Grundherrschaft

Neun von zehn Menschen lebten im Mittelalter auf dem Land. Das meiste Land gehörte einem Grundherrn – einem Adligen, einem Bischof oder einem Kloster. Die Bauern bewirtschafteten es, durften es aber nicht verkaufen und ohne Erlaubnis nicht wegziehen. Sie waren Hörige, an den Boden gebunden; Leibeigene gehörten ihrem Herrn sogar als Person. Dafür bekamen sie Schutz, und der Grundherr sprach auf seinem Hof Recht.

Was ein Bauer leisten musste

  • Abgaben an den Grundherrn, meist als Naturalien: Getreide, Hühner, Eier, Käse, Flachs.
  • Frondienst: unbezahlte Arbeit auf den Feldern des Herrn, oft mehrere Tage in der Woche.
  • Den Zehnt an die Kirche: ein Zehntel der Ernte.
  • Zum Heiraten oder Wegziehen brauchten viele die Erlaubnis des Herrn.

Typische Falle

  • Falsch: „Die Bauern besaßen ihr Land und konnten gehen, wohin sie wollten.“
  • Die meisten waren unfrei: Das Land gehörte dem Grundherrn, wegziehen durften sie nur mit Erlaubnis.
  • Freie Bauern mit eigenem Land gab es, aber sie waren selten.

Was von 100 Garben blieb (Beispiel)

Die Anteile schwankten von Ort zu Ort – das Beispiel zeigt, wie wenig übrig bleiben konnte.

Die Dreifelderwirtschaft

Die Flur des Dorfs war in drei Felder geteilt, jedes wechselte jährlich seine Nutzung. Winterkorn säte man im Herbst, Sommerkorn im Frühjahr; auf der Brache weidete das Vieh und düngte den Boden.

Tipp

Die Dreifelderwirtschaft merkst du dir mit W – S – B: Winterkorn, Sommerkorn, Brache. Jedes Feld rückt jedes Jahr einen Schritt weiter.

Üben

5 Aufgaben
  1. Setz die Dreifelderwirtschaft fort. Schreib Winterkorn, Sommerkorn oder Brache.

    FeldJahr 1Jahr 2Jahr 3
    Feld AWinterkornSommerkorn
    Feld BSommerkorn
    Feld CBrache
  2. Ergänze den Fachbegriff.

    1. Wem das Land gehörte: dem
    2. Bauern, die an den Boden gebunden sind:
    3. Unbezahlte Arbeit auf den Feldern des Herrn:
    4. Ein Zehntel der Ernte für die Kirche:
    5. Abgaben in Waren statt in Geld:
  3. Rechne. Ein Bauer erntet 100 Garben Getreide.

    1. Der Zehnt ist ein Zehntel: Garben.
    2. Nach dem Zehnt bleiben Garben.
    3. Der Grundherr bekommt 30 Garben. Es bleiben Garben.
    4. 20 Garben braucht er als Saat. Zum Essen bleiben Garben.
  4. Stimmt das? Kreuz an.

    1. Die meisten Bauern besaßen ihr Land selbst.
    2. Viele Bauern durften nur mit Erlaubnis wegziehen oder heiraten.
    3. Der Grundherr musste seine Bauern schützen.
    4. Für den Frondienst bekamen die Bauern Lohn.
    5. Freie Bauern gab es im Mittelalter überhaupt nicht.
  5. Wer ist gemeint: Grundherr oder Bauer?

    1. schuldet Frondienst:
    2. spricht auf dem Hof Recht:
    3. gibt Schutz in Kriegszeiten:
    4. liefert Hühner und Eier ab:
    5. braucht eine Erlaubnis zum Heiraten:

Auf dem Blatt gibt es noch eine Aufgabe zum Ankreuzen, Zählen oder Schreiben. Lösungen im Übungsblatt zum Ausdrucken.

Übungsblatt (PDF)In der App üben

Was im Video gesagt wird

Abschrift

Einstieg

Bauern im Mittelalter: eigenes Land und frei? Leider falsch!

Erklärung

Neun von zehn Menschen lebten damals auf dem Land, als Bauern. Doch das meiste Land gehörte nicht ihnen, sondern einem Grundherrn. Das konnte ein Adliger sein, ein Bischof oder ein Kloster. Die Bauern waren Hörige: an den Boden gebunden, wegziehen nur mit Erlaubnis.

Leibeigene gehörten ihrem Herrn sogar als Person. Gegenprobe: Wer sein Land besitzt, kann es verkaufen. Das durften sie nicht. Dafür bekamen sie Schutz, und der Grundherr sprach auf seinem Hof Recht. Dieses System heißt Grundherrschaft: Herrschaft über Land und Leute.

Sie zahlten Abgaben, meist als Naturalien: Getreide, Hühner, Eier. Dazu kam Frondienst: unbezahlte Arbeit auf den Feldern des Herrn. Und der Kirche gaben sie den Zehnt: ein Zehntel der Ernte. Bebaut wurde die Flur in drei Feldern: Winterkorn, Sommerkorn, Brache.

Jedes Jahr rückte jedes Feld weiter. Auf der Brache weidete das Vieh. Statt der Hälfte lag nur ein Drittel brach. Das gab mehr Ernte.

Beispiele

Rechnen wir: Ein Bauer erntet zehn Garben Getreide. Zuerst der Zehnt für die Kirche: eine von zehn Garben. Dann die Abgaben an den Grundherrn, hier drei Garben. Zwei Garben muss er als Saat fürs nächste Jahr aufheben.

Zum Essen bleiben ihm vier von zehn Garben. Als Rechnung: zehn minus eins minus drei minus zwei gleich vier. Falle: Ohne die Saat kommst du auf sechs. Doch die braucht er. Vier Garben für die Familie, ein Jahr lang. Bei Missernte drohte Hunger.

Und einfach in die Stadt ziehen? Nur mit Erlaubnis des Grundherrn. Freie Bauern mit eigenem Land gab es auch, aber nur wenige.

Dein Zug

Dein Zug: Wem gehörte das Land der meisten Bauern? Dem Grundherrn.

Zum Schluss

Nicht frei, sondern gebunden. Manche lernen das schon in Klasse 6. Merk dir: Die meisten Bauern lebten unfrei, mit Abgaben, Frondienst und Zehnt. Zum Üben: Von zehn Garben gehen Zehnt und Abgaben weg. Rechne aus, was bleibt. Nächste Frage: Was ist eine Ständegesellschaft?

Danach

Geschichte · Klasse 7 Was ist eine Ständegesellschaft?

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