Klasse 6 › Erdkunde › Deutschland und Europa
Warum steht die Fabrik genau dort?
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Bevor eine Firma eine Fabrik baut, vergleicht sie mehrere Orte nach sogenannten Standortfaktoren: Gibt es genug Platz, Arbeitskräfte, gute Straßen, Kunden und Rohstoffe in der Nähe? Die Fabrik entsteht dort, wo möglichst viele dieser Faktoren zusammenpassen – eine Zuckerfabrik steht deshalb meist mitten im Rübenland.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Jeder Ort hat Vor- und Nachteile
Bevor eine Firma eine Fabrik baut, vergleicht sie Orte: Gibt es genug Platz, Arbeitskräfte, gute Straßen, Kunden und Rohstoffe? Diese Gründe heißen Standortfaktoren. Die Fabrik kommt dorthin, wo sie zusammen am besten passen.
Harte Standortfaktoren
- Rohstoffe in der Nähe
- Verkehr: Autobahn, Bahn, Hafen
- Fläche und Preis des Grundstücks
- Arbeitskräfte und Fachleute
- Kunden in der Nähe
- Energie und Wasser
Weiche Standortfaktoren
- schöne Wohngegend für die Mitarbeiter
- gute Schulen und Kitas
- Freizeit und Kultur
- guter Ruf der Stadt
- Weiche Faktoren lassen sich schwer in Euro messen, harte gut.
Typische Falle: „Fabriken stehen zufällig irgendwo“
- Eine Zuckerfabrik steht mitten im Rübenland: Rüben sind schwer, der Weg soll kurz sein.
- Stahlwerke stehen oft an großen Flüssen oder am Meer, weil Erz und Kohle mit dem Schiff kommen.
- Zulieferer bauen gern in der Nähe großer Werke – kurze Wege sparen Zeit und Geld.
- Gründe können sich ändern: Was vor hundert Jahren passte, passt heute vielleicht nicht mehr.
Tipp
Such dir einen Betrieb in deiner Nähe, auch eine Bäckerei zählt, und notier im Heft drei Standortfaktoren: Wie kommen die Waren hin, wer arbeitet dort, wer kauft?
Üben
5 Aufgaben
Welcher Standortfaktor war wichtig? Schreib Rohstoffe, Verkehr, Kunden, Fläche oder Fachleute.
- Die Zuckerfabrik steht mitten zwischen den Rübenfeldern:
- Das Lager liegt direkt an der Autobahnauffahrt:
- Die Bäckerei eröffnet im neuen Wohngebiet mit vielen Familien:
- Das Werk braucht ein riesiges Grundstück am Stadtrand:
- Die Softwarefirma zieht in die Nähe einer Hochschule:
Harter oder weicher Standortfaktor? Schreib hart oder weich.
- Autobahn in 2 km:
- schöne Altstadt:
- billiges Bauland:
- guter Ruf:
- Hafen am Fluss:
- gute Schulen:
Stimmt das? Kreuz an.
- Fabriken werden einfach zufällig irgendwo gebaut.
- Eine gute Verkehrsanbindung ist ein Standortfaktor.
- Schwere Rohstoffe verarbeitet man gern dort, wo sie geerntet oder abgebaut werden.
- Weiche Standortfaktoren lassen sich genau in Euro messen.
- Ein Standort, der früher gut war, bleibt für immer gut.
- Zulieferer bauen gern in der Nähe großer Werke.
Welcher Standort passt besser? Schreib A oder B.
- Eine Spedition sucht Platz für ihre Lkw-Halle. A: an der Autobahnauffahrt, günstiges Bauland. B: in der Altstadt mit engen Gassen.
- Eine Softwarefirma sucht Fachleute. A: ein Dorf ohne Hochschule, billige Büros. B: eine Stadt mit großer Hochschule, etwas teurere Büros.
- Ein Stahlwerk braucht Erz und Kohle, die mit dem Schiff kommen. A: an einem großen Fluss mit Hafen. B: auf einem Berg im Mittelgebirge.
- Eine Zuckerfabrik wird gebaut. A: in einer Großstadt, 200 km von den Rübenfeldern. B: mitten zwischen den Rübenfeldern.
Was braucht dieser Betrieb am meisten? Verbinde.
- Molkerei
- Möbelhaus
- Forschungslabor
- Getränkelager
- Eisdiele
- Anschluss an die Autobahn
- Milchhöfe in der Nähe
- viele Kunden, die vorbeikommen
- große Fläche und Parkplätze
- Fachleute von der Hochschule
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Die Fabrik steht da, wo zufällig Platz war? Kein Zufall.
Erklärung
Vor dem Bau vergleicht eine Firma Orte. Ort A oder B? Die Gründe für einen Ort heißen Standortfaktoren. Erstens: Rohstoffe in der Nähe, etwa Kohle oder Rüben. Zweitens: Verkehr. Autobahn, Bahn oder Hafen.
Drittens: Fläche zu gutem Preis, dazu Energie und Wasser. Viertens: Arbeitskräfte und Fachleute. Fünftens: Kunden in der Nähe. Das sind harte Faktoren: in Zahlen und Euro messbar. Weiche Faktoren: schöne Wohngegend, gute Schulen, Freizeit, guter Ruf.
Die lassen sich schwer in Euro messen. Trotzdem zählen sie. Zuckerfabrik im Rübenland: Rüben sind schwer, der Weg soll kurz sein. Stahlwerke stehen oft an großen Flüssen: Erz und Kohle kommen per Schiff. Zulieferer bauen gern neben großen Werken. Kurze Wege sparen Zeit und Geld.
Kein Zufall: Die Fabrik kommt dahin, wo die Faktoren am besten passen. Gründe ändern sich: Was vor hundert Jahren passte, passt heute vielleicht nicht.
Beispiele
Beispiel: Eine Fahrradfabrik sucht einen Ort. Ort A oder Ort B? Wir vergeben Punkte: drei heißt gut, eins heißt schlecht. Ort A: Autobahn direkt da, drei. Fläche billig, drei. Wenig Fachleute, eins. Ort B: Autobahn weit weg, eins. Fläche teuer, eins. Hochschule nah, drei.
Zusammen: A hat sieben Punkte, B nur fünf. Aber B hat gute Schulen und viel Kultur. Weiche Faktoren! Dafür gibt es zwei Punkte extra. Sieben zu sieben! Gleichstand! Jetzt zählt, was der Fabrik am wichtigsten ist.
Braucht sie viele Fachleute, gewinnt B. Fahren viele Lkw, gewinnt A. Gegenprobe: Zufall wäre ein Würfel. Firmen rechnen lieber vorher nach.
Dein Zug
Dein Zug: Ein Baumarkt braucht viel Fläche und Parkplätze. Innenstadt oder Stadtrand? Stadtrand.
Zum Schluss
Noch mal: harte Faktoren kann man messen, weiche kaum. Beide zählen. Merk dir: Eine Fabrik steht dort, wo die Standortfaktoren am besten passen. Zum Üben: Nenn drei Standortfaktoren eines Betriebs in deiner Nähe. Nächste Frage: Was wurde aus den Zechen im Ruhrgebiet?
Danach




