Klasse 6 › Geschichte › Von der Steinzeit bis Rom
Warum wurde die Schrift erfunden?
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Die erste Schrift entstand vor über 5000 Jahren in Mesopotamien und etwa zur gleichen Zeit in Ägypten, weil Tempel und Herrscher in den großen Städten den Überblick über Getreide, Vorräte und Abgaben behalten mussten. Schrift war zuerst ein Werkzeug der Verwaltung: Die ältesten Tontafeln sind Listen, keine Geschichten. Erst viel später schrieb man auch Gebete, Gesetze und Erzählungen auf.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Listen statt Geschichten
Die erste Schrift entstand vor über 5000 Jahren in Mesopotamien, etwa zur gleichen Zeit auch in Ägypten. In den großen Städten mussten Tempel und Herrscher den Überblick behalten: Wie viel Getreide liegt im Speicher? Wer hat seine Abgaben gebracht? Das konnte sich niemand merken. Die Schrift war zuerst ein Werkzeug der Verwaltung.
Vom Bild zum Buchstaben
- Bildzeichen: Ein gezeichnetes Rind bedeutet „Rind“.
- Aus Bildern werden einfache Zeichen, manche stehen für Laute.
- Das Alphabet: wenige Zeichen, jedes für einen Laut.
Unser Alphabet kam über die Phönizier (nur Mitlaute), die Griechen (sie ergänzten Selbstlaute) und die Römer zu uns.
Zwei frühe Schriften
- Keilschrift (Mesopotamien): mit einem Griffel aus Schilfrohr in feuchten Ton gedrückt.
- Hieroglyphen (Ägypten): Hunderte Bild- und Lautzeichen, in Stein gemeißelt oder auf Papyrus gemalt.
- Schreiber lernten viele Jahre und waren angesehen.
- Seit 1822 kann man Hieroglyphen wieder lesen – dank des Steins von Rosetta.
Typische Falle
- Falsch: „Schrift entstand, damit man Geschichten aufschreiben kann.“
- Die ältesten Tontafeln sind Listen: Getreide, Bier, Schafe, Arbeiter, Abgaben.
- Erst viel später schrieb man auch Gebete, Gesetze und Geschichten auf.
- Mit der Schrift beginnen die Textquellen – deshalb wissen wir über Ägypten viel mehr als über die Steinzeit.
Tipp
Probier es aus: Schreib deinen Namen nur mit Bildzeichen und lass ihn jemanden lesen. Du merkst schnell, warum Zeichen für Laute so praktisch sind.
Üben
4 Aufgaben
Stimmt das? Kreuz an.
- Die Schrift wurde erfunden, um Märchen aufzuschreiben.
- Die ältesten Tontafeln sind Listen von Waren und Abgaben.
- Keilschrift drückte man mit einem Griffel in feuchten Ton.
- Hieroglyphen sind nur Bilder – keine steht für einen Laut.
- Schreiber waren in Ägypten angesehene Leute.
- Schon in der Altsteinzeit gab es Schrift.
Bildzeichen oder Lautzeichen? Ein Bildzeichen zeigt ein ganzes Wort als Bild, ein Lautzeichen steht für einen Laut.
- Ein gezeichnetes Rind für das Wort „Rind“:
- Der Buchstabe M:
- Ein Schild mit einem Fahrrad für „Radweg“:
- Die Hieroglyphe Eule für den Laut m:
- Ein Männchen auf der Toilettentür:
Wer hat was beigetragen? Verbinde.
- Sumerer
- Ägypter
- Phönizier
- Griechen
- Römer
- Alphabet nur mit Mitlauten
- unsere Buchstaben
- Hieroglyphen
- Keilschrift auf Ton
- Selbstlaute dazu
Keilschrift oder Hieroglyphen? Schreib den Namen der Schrift.
- Mit einem Griffel aus Schilfrohr in feuchten Ton gedrückt:
- In Stein gemeißelt oder auf Papyrus gemalt:
- Entstand in Mesopotamien, dem Land zwischen Euphrat und Tigris:
- Seit 1822 dank des Steins von Rosetta wieder lesbar:
- Hunderte Bild- und Lautzeichen der Ägypter:
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Die Schrift wurde erfunden, um Geschichten aufzuschreiben? Falsch geraten.
Erklärung
Die erste Schrift entstand vor über 5000 Jahren, in Mesopotamien. Etwa zur selben Zeit schrieb man auch in Ägypten. In beiden gab es große Städte. Tempel und Herrscher sammelten riesige Vorräte. Wie viel Getreide liegt im Speicher? Wer hat seine Abgaben gebracht?
Das merkt sich kein Mensch. Dafür ist jeder Kopf zu klein. Also schrieb man es auf. Schrift war zuerst ein Werkzeug der Verwaltung. Die ältesten Tontafeln sind Listen: Getreide, Bier, Schafe, Arbeiter. Keine Heldensage, kein Märchen. Nur Waren und Zahlen.
Gebete, Gesetze und Geschichten schrieb man erst viel später auf. Die ersten Zeichen waren Bilder. Ein gezeichnetes Rind bedeutet: Rind. Später standen manche Zeichen für Laute. Das spart eine Menge Bilder. Am Ende das Alphabet: wenige Zeichen, jedes für einen Laut.
Der Weg also: vom Bildzeichen über das Lautzeichen zum Alphabet.
Beispiele
Die Sumerer in Mesopotamien drückten mit Schilfrohr Zeichen in feuchten Ton. Die Abdrücke sehen aus wie kleine Keile. Daher der Name: Keilschrift. In Ägypten: Hieroglyphen. Hunderte Bild- und Lautzeichen. Sie wurden in Stein gemeißelt oder auf Papyrus gemalt.
Schreiben konnten wenige: die Schreiber. Sie lernten viele Jahre und waren angesehen. Unser Alphabet kam über die Phönizier. Sie schrieben nur Mitlaute. Die Griechen ergänzten Selbstlaute. Von den Römern kamen die Buchstaben zu uns. Hieroglyphen gerieten in Vergessenheit. Lange konnte sie niemand lesen.
Dann fand man den Stein von Rosetta: derselbe Text in drei Schriften. Mit dem Griechischen knackte man den Code: seit 1822. Mit der Schrift beginnen die Textquellen. Aus der Steinzeit gibt es keine.
Dein Zug
Dein Zug: Eine Tontafel, über 5000 Jahre alt. Was steht wohl drauf? Eine Liste, zum Beispiel über Getreide.
Zum Schluss
Keilschrift in Mesopotamien, auf Ton. Hieroglyphen in Ägypten, auf Stein und Papyrus. Merk dir: Schrift entstand für die Verwaltung. Die ersten Texte waren Listen. Zum Üben: Schreib deinen Namen in Bildzeichen und lass ihn jemanden lesen. Nächste Frage: Was ist eine Polis?
Danach




