Klasse 6 › Politik › Wirtschaft und Konsum
Was bedeutet fairer Handel?
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Fairer Handel heißt: Die Bauern bekommen einen Mindestpreis, der auch dann gilt, wenn der Preis am Weltmarkt abstürzt, dazu eine Prämie für gemeinsame Projekte wie eine Schule oder einen Brunnen. Ausbeuterische Kinderarbeit ist verboten, unabhängige Prüfer schauen nach. Fair sagt aber nichts darüber, ob etwas auch bio ist oder aus der Nähe kommt.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Ein Preis, der nicht abstürzt
Kakao, Kaffee und Bananen werden auf dem Weltmarkt gehandelt. Fällt der Preis dort, verdienen die Bauern plötzlich zu wenig zum Leben. Fairer Handel legt deshalb einen Mindestpreis fest: Unter diese Grenze geht es nicht, egal was der Weltmarkt macht.
Was fairer Handel verspricht
- Mindestpreis: Er deckt die Kosten und fällt nicht ins Bodenlose.
- Prämie: zusätzliches Geld für die Gemeinschaft, nicht für Einzelne.
- Die Bauern entscheiden gemeinsam, was davon gebaut wird – oft Schule, Brunnen oder Werkstatt.
- Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit und Zwangsarbeit.
- Längere Verträge, damit man planen kann.
- Unabhängige Prüfer schauen nach, ob die Regeln eingehalten werden.
Was fairer Handel nicht verspricht
- Bio: Wie angebaut wird, sagt ein Fairtrade-Siegel nicht – dafür gibt es eigene Bio-Siegel.
- Kurze Wege: Kakao und Bananen wachsen nun einmal weit weg.
- Reichtum: Der Mindestpreis sichert das Nötige, er macht niemanden reich.
- Alles im Glas: Bei Mischprodukten ist manchmal nur ein Teil fair gehandelt.
Typische Falle
- Falsch: „Fair gehandelt heißt automatisch auch bio und regional.“
- Dahinter stecken drei verschiedene Fragen: Wer bekommt welches Geld? Wie wurde angebaut? Wie weit ist die Ware gereist?
- Eine Ware kann fair und trotzdem weit gereist sein.
- Und eine Ware vom Feld nebenan muss noch lange nicht fair bezahlt sein.
Tipp
Dreh die Packung um. Neben dem Siegel steht meist eine Nummer oder eine Internetadresse – darüber kannst du nachlesen, wofür es steht und wer prüft.
Üben
5 Aufgaben
Worum geht es hier vor allem? Wähle: fair, bio oder regional.
- Der Apfel wächst 20 Kilometer entfernt:
- Angebaut ohne künstlichen Dünger:
- Die Bauern bekommen Mindestpreis und Prämie:
- Kakao von weit her, garantierter Preis für die Bauern:
Welcher Baustein des fairen Handels steckt dahinter? Wähle: Mindestpreis, Prämie oder Kontrolle.
- Weltmarktpreis fällt, die Bauern bekommen nicht weniger:
- Extra-Geld, von dem die Genossenschaft eine Schule baut:
- Ein unabhängiger Prüfer schaut in die Bücher des Hofs:
- Auch bei billigem Kakao gilt die vereinbarte Untergrenze:
Stimmt das? Kreuz an.
- Fair gehandelt heißt automatisch auch bio.
- Ein Mindestpreis schützt, wenn der Weltmarktpreis fällt.
- Die Prämie bekommt jeder Bauer einzeln für sich.
- Im fairen Handel ist ausbeuterische Kinderarbeit verboten.
- Fair gehandelte Ware kommt immer aus der Nähe.
- Kontrolliert wird der faire Handel von den Bauern selbst.
Was bedeutet das Wort? Verbinde.
- Mindestpreis
- Prämie
- Genossenschaft
- Weltmarkt
- Zusammenschluss der Bauern
- Ort, an dem der Preis schwankt
- Extra-Geld für die Gemeinschaft
- Grenze nach unten
Erfundenes Beispiel: Der faire Mindestpreis für einen Sack Kakao liegt bei 100 €. Liegt der Weltmarktpreis höher, gilt der höhere Preis. Wie viel bekommt der Bauer?
- Weltmarktpreis 70 €: Der Bauer bekommt je Sack €.
- Weltmarktpreis 130 €: Der Bauer bekommt je Sack €.
- Weltmarktpreis 70 €: Ohne fairen Handel bekäme er je Sack € weniger.
- Dazu kommt eine Prämie von 10 € je Sack für die Gemeinschaft. Bei 5 Säcken sind das €.
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Fair gehandelt heißt auch bio und von hier? Nein!
Erklärung
Kakao, Kaffee und Bananen werden auf dem Weltmarkt gehandelt. Dort schwankt der Preis. Fällt er, verdienen die Bauern zu wenig. Fairer Handel legt darum einen Mindestpreis fest. Tiefer geht es nicht. Er deckt die Kosten, egal was der Weltmarkt macht.
Dazu kommt eine Prämie: Extra-Geld für die Gemeinschaft, nicht für Einzelne. Was davon gebaut wird, entscheiden die Bauern gemeinsam. Oft eine Schule. Dafür schließen sich Bauern zu einer Genossenschaft zusammen. Verboten sind ausbeuterische Kinderarbeit und Zwangsarbeit.
Und unabhängige Prüfer schauen nach, ob alles eingehalten wird. Was fair nicht verspricht: bio. Wie angebaut wird, sagt das Siegel nicht. Auch keine kurzen Wege: Kakao und Bananen wachsen nun mal weit weg. Drei getrennte Fragen: Wer bekommt das Geld? Wie angebaut? Wie weit gereist?
Und reich macht der Mindestpreis niemanden. Er sichert das Nötige. Bei Mischprodukten ist manchmal nur ein Teil fair gehandelt.
Beispiele
Ein erfundenes Beispiel: Der Mindestpreis für einen Sack Kakao ist 100 Euro. Der Weltmarkt zahlt nur 70 Euro. Der Bauer bekommt trotzdem 100. Ohne fairen Handel bekäme er je Sack 30 Euro weniger. Zahlt der Weltmarkt 130 Euro, gilt der höhere Preis: 130 Euro.
Dazu 10 Euro Prämie je Sack. Bei 5 Säcken: 50 Euro. Die 50 Euro gehen an die Gemeinschaft, etwa für die Schule. Apfel aus 20 Kilometern: regional. Fair ist er damit noch nicht. Ohne künstlichen Dünger angebaut: Das ist bio.
Eine Banane mit Fair-Siegel: Mindestpreis, Prämie, Kontrolle. Ob bio, verrät es nicht. Faire Schokolade kostet mehr. Dafür ist der Preis der Bauern gesichert.
Dein Zug
Dein Zug: Kaffee von weit her, mit Mindestpreis und Prämie. Fair, bio oder regional? Fair.
Zum Schluss
Noch mal: Fair heißt Geld, bio heißt Anbau, regional heißt Weg. Merk dir: Fairer Handel heißt Mindestpreis, Prämie und Kontrolle. Bio ist extra. Zum Üben: Vergleiche zwei Schokoladen. Was verspricht das Siegel, was kostet der Unterschied? Nächste Frage: Woran erkennt man ein ehrliches Siegel?
Danach




