Klasse 6 › Politik › Demokratie und Mitbestimmung
Was bringt ein Klassenrat wirklich?
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Im Klassenrat entscheidet die Klasse selbst: über Sitzordnung, Ausflugsziele, Regeln im Raum oder einen Streit. Er hat feste Ämter, eine Tagesordnung und eine Abstimmung, und es gilt, was die Mehrheit beschließt. Grenzen gibt es trotzdem: Noten, Lehrpläne und Gesetze kann keine Klasse ändern.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Üben, wie Demokratie geht
Der Klassenrat ist eine Sitzung der ganzen Klasse, meist einmal in der Woche. Themen sammeln alle vorher, die Ämter leiten die Sitzung, und am Ende wird abgestimmt. Die Lehrkraft ist dabei, aber sie stimmt nicht für die Klasse mit – sie achtet darauf, dass Regeln und Gesetze eingehalten werden.
So läuft eine Sitzung
- Themen sammeln: Wer etwas besprechen will, schreibt es vorher auf.
- Rückblick: Was wurde letztes Mal beschlossen, hat es geklappt?
- Besprechen: Jedes Thema der Reihe nach, jeder darf ausreden.
- Abstimmen und aufschreiben: Die Mehrheit entscheidet, das Ergebnis wird notiert.
Ein Beschluss gilt erst, wenn er aufgeschrieben ist – sonst erinnert sich nächste Woche jeder anders.
Die Ämter
- Vorsitz: leitet die Sitzung und erteilt das Wort.
- Protokoll: schreibt mit, was beschlossen wurde.
- Zeitwächter: achtet darauf, dass die Sitzung pünktlich endet.
- Regelwächter: greift ein, wenn jemand dazwischenredet.
- Die Ämter wechseln, damit alle einmal drankommen.
Das kann die Klasse – und das nicht
- Geht: Sitzordnung, Klassenregeln, Ausflugswünsche, Ämterplan, Streitschlichtung.
- Geht nicht: Noten, Lehrplan, Stundenplan der Schule, Gesetze.
- Dazwischen: Vieles geht nur als Vorschlag an Lehrkraft oder Schulkonferenz.
- Wie ein Klassenrat genau abläuft, entscheidet jede Schule selbst.
Typische Falle
- Falsch: „Am Ende entscheidet doch die Lehrkraft allein.“
- Richtig: Worüber die Klasse entscheiden darf, entscheidet sie wirklich.
- Wer die Minderheit ist, muss den Beschluss mittragen – darf aber weiter dafür werben.
Tipp
Formuliere deinen Vorschlag vorher als einen einzigen Satz, über den man mit Ja oder Nein abstimmen kann. Unklare Vorschläge verlieren fast immer.
Üben
5 Aufgaben
Welches Amt ist gemeint? Schreib Vorsitz, Protokoll, Zeitwächter oder Regelwächter hinein.
- Leitet die Sitzung und erteilt das Wort:
- Schreibt mit, was beschlossen wurde:
- Achtet darauf, dass die Sitzung pünktlich endet:
- Greift ein, wenn jemand dazwischenredet:
- Später kann man nachlesen, was die Klasse beschlossen hat – dafür sorgt:
In der erfundenen Klasse 6b sitzen 28 Kinder. Rechne.
- Die Hälfte von 28 Kindern sind Kinder.
- Für eine Mehrheit braucht ein Vorschlag mindestens Stimmen.
- 12 Kinder stimmen dafür: Bis zur Mehrheit fehlen Stimmen.
- Bei der Klassensprecherwahl bekommen drei Kinder 11, 9 und 8 Stimmen: zusammen .
- Gewählt ist, wer die meisten Stimmen hat: hier Stimmen.
Stimmt das? Kreuz an.
- Die Klasse darf über ihre Sitzordnung abstimmen.
- Der Klassenrat kann Noten ändern.
- Beschlüsse werden aufgeschrieben.
- Die Lehrkraft entscheidet am Ende jede Abstimmung allein.
- Dieselben Kinder behalten die Ämter das ganze Jahr.
- Auch wer dagegen gestimmt hat, hält sich an den Beschluss.
Was bedeuten diese Wörter? Verbinde.
- Tagesordnung
- Beschluss
- Mehrheit
- Minderheit
- mehr als die Hälfte der Stimmen
- Liste der Themen einer Sitzung
- die kleinere Gruppe bei einer Abstimmung
- was die Klasse gemeinsam entschieden hat
Darf der Klassenrat das allein entscheiden? Schreib ja oder nein.
- Die 6b will die Sitzordnung ändern:
- Die 6b will die Mathenote von Paul verbessern:
- Die 6b legt fest, wer in diesem Monat die Blumen gießt:
- Die 6b will das Handyverbot der Schulordnung für sich aufheben:
- Die 6b will den Ausflugstag der ganzen Schule verlegen:
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Im Klassenrat entscheidet am Ende doch die Lehrkraft allein? Nein.
Erklärung
Der Klassenrat ist eine Sitzung der ganzen Klasse, meist einmal pro Woche. Die Lehrkraft ist dabei, stimmt aber nicht für die Klasse mit. Sie achtet darauf, dass Regeln und Gesetze eingehalten werden. Es gibt Ämter. Der Vorsitz leitet die Sitzung und erteilt das Wort.
Das Protokoll schreibt mit, was beschlossen wurde. Der Zeitwächter achtet darauf, dass die Sitzung pünktlich endet. Der Regelwächter greift ein, wenn jemand dazwischenredet. Die Ämter wechseln, damit alle einmal drankommen.
Erst die Tagesordnung: Themen sammeln. Dann Rückblick, besprechen, abstimmen. Beim Besprechen darf jeder ausreden. Der Regelwächter passt auf. Ein Beschluss gilt erst aufgeschrieben. Sonst erinnert sich jeder anders. Die Klasse entscheidet: Sitzordnung, Klassenregeln, Ausflugsziele, einen Streit.
Nicht entscheiden kann sie über Noten, Lehrplan und Gesetze. Also doch die Lehrkraft? Nein. Was die Klasse darf, entscheidet sie wirklich.
Beispiele
Ein erfundenes Beispiel: Klasse 6b, 28 Kinder. Der Vorschlag, als Ja-Nein-Satz: Wir machen den Ausflug in den Kletterpark. Die Hälfte von 28 ist 14. Für eine Mehrheit braucht der Vorschlag mindestens 15 Stimmen.
Nur 12 stimmen dafür. Es fehlen 3. Abgelehnt. Die 12 tragen den Beschluss mit. Aber sie dürfen weiter dafür werben. Klassensprecherwahl: 11, 9 und 8 Stimmen. Zusammen 28, alle haben gewählt. Gewählt ist, wer die meisten Stimmen hat: das Kind mit 11.
Dein Zug
Dein Zug: Darf der Klassenrat über die Mathenote entscheiden? Nein, Noten nicht.
Zum Schluss
Noch mal: Regeln, Ausflug, Sitzordnung ja. Noten, Lehrplan, Gesetze nein. Merk dir: Im Klassenrat entscheidet die Mehrheit, nicht die Lehrkraft. Zum Üben: Plane eine Klassenratssitzung mit Tagesordnung, Ämtern und Abstimmung. Nächste Frage: Wer entscheidet, was in der Schule gilt?
Danach




