Klasse 6 › Deutsch › Lesen, Literatur, Medien
Was macht ein Gedicht zum Gedicht?
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Ein Gedicht ist in Verse und oft in Strophen gegliedert, viele reimen sich, aber längst nicht alle. Was Gedichte verbindet, ist eine dichte Sprache mit Klang, Rhythmus und Bildern wie Vergleichen oder Personifikationen, etwa wenn Bäume schlafen. Auch ein Werbespruch kann sich reimen, ein Gedicht ist er deshalb noch lange nicht.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Mehr als Reime
Ein Gedicht ist in Verse und oft in Strophen gegliedert. Viele Gedichte reimen sich, aber längst nicht alle. Was sie verbindet: dichte Sprache mit Klang, Rhythmus und Bildern, die man sich vorstellen kann.
Die Bausteine
- eine Zeile
- mehrere Verse als Block
- gleicher Klang: Haus – Maus
- betont und unbetont im Wechsel
- Vergleich, Metapher …
Ein Gedicht ohne Reim
- Der Nebel liegt
- wie eine graue Decke
- über den Feldern.
- Die Bäume schlafen darunter.
Sprachliche Bilder
- Vergleich mit „wie“: Der See glänzt wie ein Spiegel.
- Metapher ohne „wie“: Der See ist ein Spiegel.
- Personifikation: Dinge handeln wie Menschen – die Bäume schlafen.
Typische Falle
- Ein Gedicht ist nicht einfach ein Text, der sich reimt.
- Das Nebel-Gedicht reimt sich nicht – und ist trotzdem eins: vier Verse, ein Vergleich, eine Personifikation.
- Auch ein Werbespruch kann sich reimen. Ein Gedicht ist er deshalb noch nicht.
Tipp
Schreib selbst vier Verse ohne Reim über ein Ding aus deinem Zimmer. Frag dich: Womit kann ich es vergleichen? Das ist dein Bild.
Üben
4 Aufgaben
Stimmt das? Kreuz an.
- Jedes Gedicht muss sich reimen.
- Eine Zeile in einem Gedicht heißt Vers.
- Mehrere Verse zusammen bilden eine Strophe.
- Ein Satz, der sich reimt, ist immer ein Gedicht.
- Auch ein Gedicht ohne Reim kann Rhythmus und Bilder haben.
- Sprachliche Bilder gibt es nur in Gedichten.
Welches Wort reimt sich und passt? Schreib es ins Kästchen.
- Der Kater schleicht ums alte Haus, / da huscht vorbei die kleine .
- Am Himmel funkeln in der Ferne / ganz still die vielen hellen .
- Das Laub fliegt hoch, es tanzt geschwind, / es spielt mit ihm der kühle .
- Die Pfützen glänzen auf den Wegen, / seit Stunden fällt der kalte .
Vergleich oder Metapher? Schreib das passende Wort.
- Ihre Augen strahlen wie Sterne.
- Du bist mein Sonnenschein.
- Er ist schnell wie der Blitz.
- Die Stadt ist ein Ameisenhaufen.
- Der Mond leuchtet wie eine Laterne.
- Das Leben ist eine Achterbahn.
Schau dir das Nebel-Gedicht auf der Lernseite an und füll die Lücken.
- Anzahl der Verse:
- Anzahl der Strophen:
- Reime am Versende:
- Der Nebel wird mit einer verglichen.
- Die Bäume – wie Menschen.
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Gedicht heißt: Es reimt sich? Genau das ist der Fehler.
Erklärung
Kauf Saft, der gibt Kraft! Reimt sich, ist aber kein Gedicht. Ein Gedicht ist in Verse gegliedert. Ein Vers ist eine Zeile. Der Nebel liegt wie eine graue Decke über den Feldern. Die Bäume schlafen darunter. Vier Verse, und kein einziger Reim.
Mehrere Verse zusammen bilden eine Strophe, einen Block. Reim heißt: gleicher Klang am Ende, wie Haus und Maus. Rhythmus: betonte und unbetonte Silben wechseln sich ab. Der Nebel liegt. Gedichte malen mit Sprache: Vergleich, Metapher und Personifikation.
Vergleich mit wie: Der See glänzt wie ein Spiegel. Metapher ohne wie: Der See ist ein Spiegel. Personifikation: Dinge handeln wie Menschen. Die Bäume schlafen. Im Nebel-Gedicht stecken beide: ein Vergleich und eine Personifikation.
Darum ist es ein Gedicht: Verse, Bilder, dichte Sprache. Auch ohne Reim.
Beispiele
Zweites Beispiel: ein Gedicht mit Reim. Hör genau hin. Der Wind fegt übers leere Feld, die Blätter tanzen rot und braun, er pfeift ein Lied für alle Welt und schläft am Gartenzaun. Vier Verse, eine Strophe. Jetzt die Reime am Versende.
Feld auf Welt, braun auf Gartenzaun: ein Kreuzreim, a b a b. Paarreim a a b b, umarmender Reim a b b a. Und die Bilder? Der Wind pfeift, Blätter tanzen, der Wind schläft: Personifikationen. Die Wirkung: Der Wind wirkt lebendig, fast wie ein Mensch.
Und der Rhythmus: der Wind fegt übers leere Feld. Verse, Strophe, Reim, Rhythmus, Bilder: alles da. Ein Gedicht.
Dein Zug
Dein Zug: Die Sonne lacht. Welches Bild ist das? Eine Personifikation, denn sie lacht wie ein Mensch.
Zum Schluss
Im Vergleich: Der Werbespruch reimt nur, das Gedicht hat Verse und Bilder. Merk dir: Verse und Bilder machen das Gedicht, der Reim ist freiwillig. Zum Üben: Schreib vier Zeilen mit einem Bild und ohne Reim. Nächste Frage: Was will eine Fabel mir sagen?
Danach



