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Klasse 7 › Deutsch › Literatur und Vortrag

Wie bestimmt man das Metrum in einem Gedicht?

Deutsch Klasse 7 Literatur und Vortrag

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Kurz gesagt

Das Metrum (Versmaß) ist der Takt eines Gedichts: Betonte Silben (Hebungen) und unbetonte Silben (Senkungen) wechseln regelmäßig. Du bestimmst es, indem du laut liest, die betonten Silben mitklopfst und das Muster benennst: unbetont – betont ist ein Jambus, betont – unbetont ein Trochäus. Mit dem Reim, dem Gleichklang am Versende, hat das Metrum nichts zu tun.

Das Wichtigste zum Nachlesen

1 Min. Lesen

Der Takt eines Gedichts

Viele Gedichte haben einen Takt: Betonte Silben (Hebungen) und unbetonte Silben (Senkungen) wechseln regelmäßig ab. Dieses Muster heißt Metrum oder Versmaß. Es hat nichts mit dem Reim zu tun – der Reim ist der Gleichklang am Versende. Du findest das Metrum, wenn du den Vers laut liest und die natürliche Betonung der Wörter hörst.

Jambus: x x́

Silbe Nr.1234
Taktxx́xx́
VersDerWindwehtkalt

der WIND weht KALT: unbetont, betont

Trochäus: x́ x

Silbe Nr.1234
Taktx́xx́x
VersRoteBlätter

RO-te BLÄT-ter: betont, unbetont

Drei Versfüße

  • Jambus: Ge-dícht, Be-gínn
  • Trochäus: Blú-me, Són-ne
  • Daktylus: wún-der-bar

So bestimmst du es

  1. Vers laut lesen und in Silben teilen.
  2. Bei jeder betonten Silbe auf den Tisch klopfen, Akzent darüber: x́.
  3. Muster suchen: Beginnt der Takt mit x x́ oder mit x́ x?
  4. Benennen: Jambus, Trochäus oder Daktylus.

x x́ Jambus, x́ x Trochäus

Zwei Beispiele aus alten Gedichten

  • Trochäus – Schiller: „Fést ge-máu-ert ín der Ér-den“
  • Jambus – Eichendorff: „Es wár, als hätt der Hím-mel“
  • Nicht jede Hebung ist gleich stark – es zählt das Muster.

Typische Falle

  • Metrum und Reim sind nicht dasselbe: Takt gegen Gleichklang.
  • Die Wortbetonung gibt das Metrum vor – nie „GE-dicht“ betonen, damit es passt.
  • Einsilbige Wörter wie der, im, und sind meist unbetont.

Tipp

Sprich ein Wort übertrieben falsch betont aus: „ge-DICHT“ klingt richtig, „GE-dicht“ komisch. So findest du jede Hebung.

Üben

4 Aufgaben
  1. Welcher Versfuß steckt im Wort? Schreib Jambus, Trochäus oder Daktylus.

    1. Blume
    2. Gedicht
    3. wunderbar
    4. Sonne
    5. Verstand
    6. Königin
  2. Klopf den Vers mit. Welches Metrum hat er? Schreib Jambus, Trochäus oder Daktylus.

    1. Sonne scheint auf alle Dächer
    2. Der Hund bellt laut am Gartentor
    3. Wunderbar leuchten die Sterne
    4. Fest gemauert in der Erden (Schiller)
    5. Es war, als hätt der Himmel (Eichendorff)
  3. Stimmt das? Kreuze an.

    1. Metrum und Reim sind dasselbe.
    2. Eine Hebung ist eine betonte Silbe.
    3. Beim Jambus folgt auf eine unbetonte eine betonte Silbe.
    4. Beim Trochäus ist die erste Silbe unbetont.
    5. Ein Gedicht kann ein Metrum haben, ohne sich zu reimen.
    6. Das Metrum richtet sich nach der natürlichen Betonung der Wörter.
  4. Welche Erklärung passt zu welchem Begriff? Verbinde.

    • Jambus
    • Trochäus
    • Daktylus
    • Hebung
    • Senkung
    • betont, unbetont, unbetont: x́ x x
    • eine unbetonte Silbe
    • unbetont, betont: x x́
    • eine betonte Silbe
    • betont, unbetont: x́ x

Auf dem Blatt gibt es noch eine Aufgabe zum Ankreuzen, Zählen oder Schreiben. Lösungen im Übungsblatt zum Ausdrucken.

Übungsblatt (PDF)In der App üben

Was im Video gesagt wird

Abschrift

Einstieg

Metrum? Das ist doch der Reim am Versende. Falsch!

Erklärung

Das Metrum, auch Versmaß, ist der Takt eines Gedichts. Der Reim ist etwas anderes: gleicher Klang am Versende. Haus, Maus. Gegenprobe: Ein Gedicht kann einen Takt haben und sich trotzdem nie reimen. Sprich mal Gedicht. Die zweite Silbe ist betont, die erste nicht.

Betont heißt Hebung, großes X. Unbetont heißt Senkung, kleines x. Probe: Betonst du die erste Silbe, klingt es komisch. Ein festes Muster heißt Versfuß. Drei solltest du kennen. Unbetont, betont: Dieses Muster heißt Jambus.

Im Vers wiederholt sich das: Der Wind weht kalt. Umgekehrt, betont, unbetont, heißt es Trochäus: Rote Blätter. Dazu der Daktylus: betont, unbetont, unbetont. Wunderbar. Der Trick: Lies laut und klopf auf jede betonte Silbe.

Kleine Wörter wie der, im und und sind meist unbetont.

Beispiele

Neuer Fall, vielleicht erst nächstes Jahr dein Thema: ein Vers von Schiller. Schritt eins: Silben teilen. Fest, ge, mau, ert, in, der, Er, den. Schritt zwei: laut lesen und klopfen. Fest gemauert in der Erden. Schritt drei: Muster suchen. Betont, unbetont, immer wieder.

Schritt vier: benennen. Das ist ein Trochäus. Gegenprobe mit Eichendorff: Es war, als hätt der Himmel. Hier geht es unbetont los, dann betont. Also Jambus. Und der Reim? Der steht am Versende, ganz unabhängig vom Takt.

Die Betonung verbiegst du nie. Die Wörter geben den Takt vor.

Dein Zug

Dein Zug: Morgen wandern wir nach Hause. Welches Metrum? Betont, unbetont, immer im Wechsel: Trochäus.

Zum Schluss

Metrum ist Takt, Reim ist Klang. Zwei verschiedene Dinge. Merk dir: Laut lesen, betonte Silben klopfen, dann das Muster benennen. Zum Üben: Klopf vier Verse mit und markiere die Hebungen. Jambus oder Trochäus? Nächste Frage: Was ist der Unterschied zwischen Metapher und Vergleich?

Danach

Deutsch · Klasse 7 Was ist der Unterschied zwischen Metapher und Vergleich?

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