Klasse 7 › Deutsch › Argumentieren und sachlich schreiben
Wie schreibt man eine Stellungnahme?
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Eine Stellungnahme baust du in drei Teilen: Die Einleitung nennt Anlass, Thema und deine Position, der Hauptteil begründet sie mit Argumenten, das stärkste zuletzt, der Schluss fasst zusammen und macht einen Vorschlag. Gefühle allein überzeugen niemanden – es zählen Gründe. Ein Leserbrief ist eine Stellungnahme an eine Zeitung, mit Bezug auf den Artikel und Name und Wohnort darunter.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Begründen statt fühlen
In einer Stellungnahme vertrittst du eine Meinung zu einer Streitfrage – und zwar mit Argumenten, nicht mit Gefühlen. Du schreibst sachlich und im Präsens. Die Argumente ordnest du steigernd: vom schwächeren zum stärksten, denn was zuletzt kommt, bleibt hängen. Ein Leserbrief ist eine Stellungnahme an eine Zeitung.
Die Argumente steigern
Jede Stufe wiegt schwerer als die davor – das stärkste Argument steht zuletzt.
Der Aufbau
- Einleitung: Anlass, Thema und deine Position. „Im Stadtblatt vom 5. Mai fordert der Elternrat ein Handyverbot. Ich halte das für falsch.“
- Hauptteil: Argumente steigernd, verbunden mit Überleitungen: zunächst, außerdem, vor allem.
- Schluss: Position zusammenfassen und eine Forderung oder einen Vorschlag machen.
Das stärkste Argument kommt zuletzt.
Anfang, Steigerung, Ziel
- Anlass und Position
- Argumente steigernd
- Fazit und Forderung
Der Leserbrief
- Bezug oben: „Zu Ihrem Artikel … vom 5. Mai“.
- Anrede: „Sehr geehrte Damen und Herren,“.
- Dann Einleitung, Hauptteil, Schluss wie in jeder Stellungnahme.
- Unten: Name und Wohnort.
Typische Falle
- Nicht: „Ich finde Handyverbote einfach nur nervig!!!“
- Sondern: „Ein Verbot verhindert, dass wir den sinnvollen Umgang mit dem Handy lernen.“
- Gefühle sind kein Argument – eine Begründung schon.
Tipp
Sammle erst alle Argumente auf Zetteln und leg sie nach Gewicht in eine Reihe. Dann schreibst du von links nach rechts.
Üben
3 Aufgaben
Aus welchem Teil der Stellungnahme stammt der Satz? Schreib Einleitung, Hauptteil oder Schluss.
- Der Elternrat fordert ein Handyverbot. Ich halte das für falsch.
- Zunächst kann man mit dem Handy schnell etwas nachschlagen.
- Vor allem aber kann ein Handy im Notfall helfen.
- Deshalb schlage ich feste Handyzeiten statt eines Verbots vor.
Passt der Satz in eine sachliche Stellungnahme? Kreuze an.
- Handyverbote sind der letzte Mist!!!
- Ich bin der Meinung, dass ein Verbot mehr schadet als nützt.
- Jeder weiß doch, dass Erwachsene davon keine Ahnung haben.
- In unserer Klasse nutzen 20 von 28 das Handy als Wörterbuch.
- Ich fühle mich von der Regel einfach total genervt.
Welche Aufgabe hat die Überleitung? Verbinde.
- Zunächst
- Außerdem
- Vor allem
- Deshalb
- hebt das stärkste Argument hervor
- leitet das erste Argument ein
- leitet das Fazit im Schluss ein
- fügt ein weiteres Argument an
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Stellungnahme heißt: schreiben, was ich fühle? Leider falsch!
Erklärung
Der Elternrat will ein Handyverbot. Du sollst dazu Stellung nehmen. „Das nervt total!“ Ein Gefühl. Aber es überzeugt niemanden außer dir. Stellung nehmen heißt: eine Position beziehen und sie mit Argumenten begründen. Dafür gibt es einen festen Aufbau: Einleitung, Hauptteil, Schluss.
In die Einleitung: Anlass, Thema und deine Position. Kurz und klar. Im Hauptteil folgen deine Argumente, jedes mit Begründung und Beispiel. Ordne sie nach Gewicht: erst das schwächere, zuletzt das stärkste. Warum so? Was zuletzt kommt, bleibt beim Leser am besten hängen.
Verbinde sie mit Überleitungen: zunächst, außerdem und vor allem. Im Schluss fasst du zusammen und machst einen Vorschlag oder eine Forderung. Und der Ton? Sachlich, im Präsens, ohne Beschimpfung und ohne drei Ausrufezeichen. Gegenprobe: Streich die Gefühle. Bleibt ein Grund stehen, trägt der Text.
Beispiele
Neuer Fall: ein Leserbrief. Kommt bei dir vielleicht erst nächstes Jahr. Die Zeitung meldet: Das Freibad der Stadt soll schließen. Oben steht der Bezug auf den Artikel, dann die Anrede. Einleitung: Die Stadt will das Freibad schließen. Ich halte das für falsch.
Zunächst: Im Sommer treffen sich dort Kinder aus der ganzen Stadt. Außerdem ist es das einzige Bad, das man mit dem Rad erreicht. Vor allem aber lernen dort viele Kinder schwimmen. Das kann Leben retten. Warum das zuletzt? Es betrifft viele und wiegt am schwersten.
Schluss: Deshalb bitte ich die Stadt, das Freibad zu erhalten. Darunter Name und Wohnort. Ohne sie druckt kaum eine Zeitung den Brief. Und die Gefühlsfalle? „Ich war da immer so glücklich!“ Das bleibt schwach. Gefühle dürfen vorkommen, aber nie ohne einen Grund dahinter.
Dein Zug
Dein Zug: Wohin gehört dein stärkstes Argument? Ans Ende des Hauptteils.
Zum Schluss
Also nicht erzählen, was du fühlst, sondern begründen, was du meinst. Merk dir: Stellung nehmen heißt begründen, das stärkste Argument zuletzt. Zum Üben: Nimm Stellung zu Handys im Unterricht. Drei Argumente, das stärkste zuletzt. Nächste Frage: Wie widerlegt man ein Gegenargument?
Danach



