Klasse 6 › Politik › Wirtschaft und Konsum
Was kostet eine Jeans wirklich?
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Eine Jeans reist, bevor sie im Laden hängt: Baumwolle vom Feld, Garn aus der Spinnerei, Färben, Stoff aus der Weberei, Nähen, dann per Schiff und Lkw zu uns. Der Preis auf dem Schild zeigt darum nicht, was das Herstellen gekostet hat. Material und Näharbeit sind nur ein kleiner Teil, der größere entsteht danach: Transport, Werbung, Miete im Laden und Gewinn.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Eine Hose auf Weltreise
Baumwolle wächst auf dem Feld, oft in warmen Ländern. Gesponnen, gefärbt und gewebt wird meist woanders, genäht wieder woanders. Am Ende fährt die Jeans per Schiff und Lkw in den Laden. Diese Aufteilung heißt Arbeitsteilung: Jeder Ort macht den Schritt, den er am günstigsten kann.
Der Weg einer Jeans
- Feld: Die Baumwolle wächst und wird gepflückt.
- Spinnerei: Aus den Fasern wird Garn.
- Färberei: Das Garn wird blau gefärbt.
- Weberei: Aus dem blauen Garn wird Stoff.
- Näherei: Aus dem Stoff wird die Hose.
- Laden: Schiff, Lkw, Lager, Verkauf.
Feld, Garn, Farbe, Stoff, Hose, Laden – meist in mehreren Ländern.
Was im Preis steckt
- Material: Baumwolle, Farbe, Knöpfe, Reißverschluss.
- Lohn: die Arbeit in Spinnerei, Färberei, Weberei und Näherei.
- Transport: Schiff, Lkw, Lager.
- Verkauf: Miete, Personal und Strom im Laden.
- Werbung und Gewinn der Firma.
Was der Preis nicht verrät
- Wie viel die Näherin bekommen hat.
- Wie viel Wasser die Baumwolle gebraucht hat.
- Wie weit die Hose gereist ist.
- Ob am Ende jemand draufzahlt, zum Beispiel die Umwelt.
Typische Falle
- Falsch: „Der Preis im Laden zeigt, was die Herstellung gekostet hat.“
- Der Lohn fürs Nähen ist nur ein sehr kleiner Teil des Preises.
- Der größere Teil entsteht erst nach der Fabrik: Transport, Werbung, Laden, Gewinn.
- Darum ist eine teure Hose nicht automatisch fair und eine billige nicht automatisch schlecht genäht.
Tipp
Schau in den Bund deiner Hose: Dort steht, in welchem Land sie genäht wurde. Das ist aber nur die letzte Station – die Baumwolle kam meist von ganz woanders.
Üben
5 Aufgaben
An welcher Stelle steht diese Station? Trag die Zahl von 1 bis 6 ein.
- Die Baumwolle wächst und wird gepflückt: Station
- Aus den Fasern wird Garn: Station
- Aus blauem Garn wird Stoff: Station
- Das Garn wird blau gefärbt: Station
- Aus dem Stoff wird die Hose genäht: Station
- Schiff, Lkw, Lager und Verkauf: Station
Wofür wird hier bezahlt? Wähle: Material, Lohn, Transport oder Verkauf.
- Baumwolle, Farbe und der Reißverschluss:
- Das Schiff über das Meer:
- Die Miete für den Laden:
- Die Arbeit in der Näherei:
- Der Lkw vom Hafen zum Lager:
Stimmt das? Kreuz an.
- Der Preis im Laden zeigt, was die Herstellung gekostet hat.
- Eine Jeans wird meist in mehreren Ländern hergestellt.
- Der Lohn fürs Nähen ist ein sehr kleiner Teil des Preises.
- Eine teure Hose ist automatisch fair hergestellt.
- Baumwolle wächst in Deutschland auf großen Feldern.
- Arbeitsteilung heißt: Jeder Ort macht den Schritt, den er am günstigsten kann.
Was passiert an dieser Station? Verbinde.
- Spinnerei
- Weberei
- Färberei
- Näherei
- macht aus Stoff die Hose
- macht aus Fasern Garn
- färbt das Garn blau
- macht aus Garn Stoff
Rechenbeispiel mit erfundenen, gerundeten Zahlen: Eine Jeans kostet 50 €. Davon bekommen der Laden 25 €, die Marke 10 €, der Transport 5 €, Material und Fabrik 9 € und die Näherinnen 1 €. Rechne.
- Laden und Marke bekommen zusammen €.
- Material, Fabrik und Nähen zusammen: €.
- Kauft jemand zwei solche Jeans, bekommen die Näherinnen davon €.
- Alles, was nach der Fabrik kommt (Transport, Marke, Laden): €.
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Eine Jeans für 50 Euro, also 50 Euro Herstellung? Leider falsch.
Erklärung
Bevor eine Jeans im Laden hängt, reist sie einmal um die Welt. Aus Baumwolle wird in der Spinnerei Garn. Dann wird es blau gefärbt. In der Weberei wird daraus Stoff. In der Näherei entsteht die Hose. Zum Schluss per Schiff und Lkw ins Lager und in den Laden.
Das alles passiert meist in mehreren Ländern. Das heißt Arbeitsteilung: Jeder Ort macht, was er am günstigsten kann. Und was steckt im Preis? Material, der Lohn fürs Nähen, der Transport. Dazu Miete und Personal im Laden, Werbung und der Gewinn der Firma.
Der Lohn fürs Nähen ist dabei nur ein sehr kleiner Teil. Der größere Teil entsteht erst nach der Fabrik. Der Preis verrät nicht: den Lohn der Näherin, das Wasser fürs Feld. Und nicht, ob am Ende jemand draufzahlt, zum Beispiel die Umwelt.
Darum ist eine teure Hose nicht automatisch fair hergestellt. Und eine billige ist nicht automatisch schlecht genäht.
Beispiele
Ein erfundenes Beispiel mit runden Zahlen: Die Jeans kostet 50 Euro. Davon bekommt der Laden 25 Euro und die Marke 10 Euro. Der Transport 5 Euro, Material und Fabrik zusammen 9 Euro. Und die Näherinnen? Sie bekommen zusammen 1 Euro.
Probe: 25 plus 10 plus 5 plus 9 plus 1 gleich 50. Nach der Fabrik: Transport, Marke und Laden. Das sind zusammen 40 Euro. Kaufst du zwei solche Jeans, bekommen die Näherinnen 2 Euro. Jeans für 120 Euro? Über den Lohn fürs Nähen sagt das wenig.
Schau in den Bund: Dort steht, in welchem Land sie genäht wurde. Das ist nur die letzte Station. Die Baumwolle kommt von woanders.
Dein Zug
Dein Zug: Aus Fasern wird Garn, aus Garn wird Stoff. Wo? In der Weberei.
Zum Schluss
Noch mal: Material und Nähen kosten wenig. Das meiste kommt erst danach. Merk dir: Der Ladenpreis zeigt nicht die Herstellung. Das meiste kommt danach. Zum Üben: Teile den Preis einer Jeans von 50 Euro auf. Wer bekommt wie viel? Nächste Frage: Was bedeutet fairer Handel?
Danach




