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Klasse 7 › Deutsch › Literatur und Vortrag

Wie liest man ein Gedicht richtig vor?

Deutsch Klasse 7 Literatur und Vortrag

Neu: Dieses Video läuft schon hier, bevor es auf YouTube erscheint.

Kurz gesagt

Beim Vortrag betonst du den Sinn, nicht den Reim: Wer jedes Reimwort drückt, leiert, und keiner versteht mehr, worum es geht. Pausen gehören an die Satzzeichen, nicht ans Versende – läuft der Satz weiter, liest du ohne Pause weiter. Tempo und Lautstärke folgen dem Inhalt, und du schaust ins Publikum.

Das Wichtigste zum Nachlesen

1 Min. Lesen

Den Sinn hörbar machen

Wer beim Vortragen jeden Reim betont, leiert – und niemand versteht mehr, worum es geht. Ein guter Vortrag macht den Sinn hörbar: Du betonst die wichtigen Wörter, machst Pausen an den Satzzeichen und passt Tempo und Lautstärke dem Inhalt an. Geht ein Satz über das Versende hinaus (Zeilensprung), liest du ohne Pause weiter.

So bereitest du dich vor

  1. Gedicht lesen, bis du jeden Satz verstehst.
  2. Satzzeichen suchen: Dort gehören Pausen hin.
  3. Vortragszeichen eintragen: Pausen, Betonungen, Stimme heben oder senken.
  4. Laut üben, dabei ins Publikum schauen.

Vortragszeichen

  • | kurze Pause, || lange Pause
  • ___ Unterstreichen: Wort betonen
  • ↗ Stimme heben, ↘ Stimme senken
  • ⌒ Bogen am Versende: ohne Pause weiterlesen

Beispiel: Mörike, „Er ist's“ (1829)

  • Frühling lässt sein blaues Band ⌒
  • wieder flattern durch die Lüfte; |
  • Nach „Band“ keine Pause: Der Satz geht weiter.
  • „Horch, | von fern ein leiser Harfenton!“ – leise und langsam.

Typische Falle

  • Nicht den Reim betonen, sondern den Sinn.
  • Nicht an jedem Versende anhalten: Satzzeichen zeigen die Pausen.
  • Nicht immer gleich schnell: Tempo und Lautstärke folgen dem Inhalt.

Tipp

Nimm deinen Vortrag mit dem Handy auf und hör ihn an. Du merkst sofort, wo du leierst oder zu schnell wirst.

Üben

3 Aufgaben
  1. Mörike, „Er ist's“: Machst du am Ende dieses Verses eine Pause? Schreib ja oder nein.

    1. „Frühling lässt sein blaues Band“ → nächster Vers: „Wieder flattern durch die Lüfte;“
    2. „Wieder flattern durch die Lüfte;“
    3. „Süße, wohlbekannte Düfte“ → nächster Vers: „Streifen ahnungsvoll das Land.“
    4. „Streifen ahnungsvoll das Land.“
    5. „Veilchen träumen schon,“
  2. Stimmt das für einen guten Vortrag? Kreuze an.

    1. Am Ende jedes Verses macht man eine Pause.
    2. Traurige Stellen liest man eher langsam und leise.
    3. Man betont die Reimwörter am stärksten.
    4. Blickkontakt zum Publikum hilft.
    5. Satzzeichen zeigen, wo Pausen hingehören.
    6. Je schneller man liest, desto besser.
  3. Was bedeutet das Vortragszeichen? Verbinde.

    • |
    • ||
    • ___
    • ↗
    • ↘
    • Wort betonen
    • Stimme senken
    • kurze Pause
    • Stimme heben
    • lange Pause

Auf dem Blatt gibt es noch 2 Aufgaben zum Ankreuzen, Zählen oder Schreiben. Lösungen im Übungsblatt zum Ausdrucken.

Übungsblatt (PDF)In der App üben

Was im Video gesagt wird

Abschrift

Einstieg

Gedicht vortragen heißt Reime betonen? Band! Land! Leider falsch.

Erklärung

Wer jeden Reim betont, leiert. Keiner hört mehr, worum es geht. Ein guter Vortrag macht etwas anderes hörbar: den Sinn. Ein Beispiel: Eduard Mörikes Frühlingsgedicht „Er ist's“, geschrieben 1829. „Frühling lässt sein blaues Band …“ Und dann? Kein Punkt, kein Komma.

Der Satz läuft in den nächsten Vers. Also ohne Pause weiterlesen. Pausen gehören an die Satzzeichen, nicht ans Ende jeder Zeile. Mit Bleistift trägst du Zeichen ein: Striche für Pausen, Bögen fürs Weiterlesen. Betont werden die Wörter, die den Sinn tragen: Frühling, blaues Band.

Diese Wörter streichst du an. Reime bekommen keinen extra Druck. Tempo und Lautstärke folgen dem Inhalt: Leises leise, Fröhliches lebendig. Und schau ins Publikum, nicht nur aufs Blatt. Gegenprobe: nur die Reime. Band, Lüfte, Düfte, Land. Verstanden?

Beispiele

Weiter im Gedicht: „Veilchen träumen schon, wollen balde kommen.“ Dann: „Horch, von fern ein leiser Harfenton!“ Hier wird es still. Also: nach „Horch“ eine kurze Pause, dann leiser und langsamer. Ins Gedicht: ein Strich nach „Horch“, dann ein Pfeil nach unten.

Zum Schluss: „Frühling, ja du bist's!“ Das darf lauter und fröhlich klingen. Probier es dreimal: nur Reim, nur Sinn, beides. Hör auf den Unterschied. Nur Reim leiert. Nur Sinn klingt, als gäbe es gar keine Verse. Am besten: den Sinn betonen. Der Reim klingt dann ganz von selbst.

Und dann: Nimm dich mit dem Handy auf und hör zu.

Dein Zug

Dein Zug: Am Versende steht kein Satzzeichen. Machst du eine Pause? Nein, du liest weiter.

Zum Schluss

Also: Nicht der Reim bekommt deine Stimme, sondern der Sinn. Merk dir: Sinn betonen, Pausen an Satzzeichen, Tempo nach dem Inhalt. Zum Üben: Lies eine Strophe dreimal vor: nur Reim, nur Sinn, beides. Vergleich. Nächste Frage: Wie liest man ein Theaterstück?

Danach

Deutsch · Klasse 7 Wie liest man ein Theaterstück?

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