Klasse 7 › Deutsch › Literatur und Vortrag
Wie liest man ein Theaterstück?
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Ein Theaterstück liest du mit den Regieanweisungen, nicht an ihnen vorbei: Es hat keinen Erzähler, die Figuren sprechen selbst – im Dialog oder allein im Monolog. Was die Rede nicht sagt, steht in den Klammern: Ort, Zeit, Handlung und Sprechweise. Gesprochenes heißt Haupttext, Regieanweisungen Nebentext; große Abschnitte sind Akte, kleinere Szenen.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Ein Text für die Bühne
Ein Theaterstück (Drama) hat keinen Erzähler. Die Figuren sprechen selbst – im Dialog miteinander oder im Monolog allein. Alles andere steht in den Regieanweisungen: wo die Szene spielt, was die Figuren tun und wie sie sprechen. Wer sie überspringt, versteht oft nur die Hälfte. Große Abschnitte heißen Akte, kleinere Szenen.
So sieht eine Szene aus
- (Küche, früh am Morgen. Lea sitzt am Tisch.)
- BEN (kommt herein, leise): Hast du Mama was gesagt?
- LEA (schaut nicht auf): Noch nicht.
- BEN: Bitte nicht. (Er setzt sich.)
Haupttext und Nebentext
- was die Figuren sprechen
- Regieanweisungen und Personenverzeichnis
Figurenkonstellation der Szene
Wer steht zu wem? Pfeile zeigen, wie eine Figur zur anderen steht – das ist die Figurenkonstellation.
Die Begriffe
- Akt: großer Abschnitt, Szene: kleinere Einheit
- Dialog: Gespräch zwischen Figuren
- Monolog: eine Figur spricht allein, oft ihre Gedanken
- Figurenkonstellation: wer zu wem steht
Typische Falle
- Regieanweisungen nicht überspringen: Sie sagen, wie ein Satz gemeint ist.
- „Klar, gern.“ (verdreht die Augen) heißt das Gegenteil.
- Ein Drama liest man wie ein Drehbuch, nicht wie eine Erzählung.
Tipp
Stell dir beim Lesen die Bühne vor: Wo stehen die Figuren, wie klingt ihre Stimme? Markier dir jede Regieanweisung, die eine Sprechweise verrät.
Üben
3 Aufgaben
Haupttext oder Nebentext? Schreib es dahinter.
- (Es regnet. Lea steht allein am Fenster.)
- LEA: Warum ruft er nicht an?
- Personen: Lea, 13 Jahre – Ben, ihr Bruder
- BEN: Ich hab dein Handy gefunden.
- (Ben geht ab.)
Was verrät die Regieanweisung? Schreib Ort, Zeit, Handlung oder Sprechweise.
- (In der Küche.)
- (Am nächsten Morgen.)
- (knallt die Tür zu)
- (flüsternd)
- (Auf dem Schulhof.)
- (schreit)
Stimmt das? Kreuze an.
- Ein Monolog ist ein Gespräch zwischen zwei Figuren.
- Im Dialog sprechen mindestens zwei Figuren miteinander.
- Ein Akt ist größer als eine Szene.
- Regieanweisungen stehen oft kursiv oder in Klammern.
- Regieanweisungen werden auf der Bühne laut mitgesprochen.
- Das Personenverzeichnis nennt die Figuren am Anfang.
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Im Theaterstück die Klammern überspringen? Geht schneller. Leider falsch.
Erklärung
Ein Theaterstück hat keinen Erzähler. Die Figuren sprechen selbst. So sieht das aus: Name, Doppelpunkt, dann der Satz. Dazwischen in Klammern: die Regieanweisungen. Die spricht niemand aus. Sie verraten Ort, Zeit, was die Figuren tun und wie sie sprechen.
„Klar, gern.“ Klingt freundlich. Mit „verdreht die Augen“ heißt es das Gegenteil. Gegenprobe: Lies nur die Rede. Wo? Wann? Wer tut was? Keine Ahnung. Fachwörter: Was gesprochen wird, ist Haupttext. Regieanweisungen sind Nebentext. Sprechen zwei oder mehr Figuren miteinander, ist das ein Dialog.
Spricht eine Figur allein, oft ihre Gedanken, ist es ein Monolog. Große Abschnitte heißen Akte oder Aufzüge, kleinere heißen Szenen. Und wer zu wem steht, zeigt die Figurenkonstellation. Lies ein Drama also wie ein Drehbuch, mit der Bühne im Kopf.
Beispiele
Ein Klassiker von 1804: Schillers „Wilhelm Tell“. Kommt vielleicht erst nächstes Jahr. Vierter Aufzug, dritte Szene. Die Regieanweisung: „Die hohle Gasse bei Küßnacht.“ Dann tritt Tell auf, mit der Armbrust. Gesprochen ist noch kein Wort. Schon klar: wo, wer, womit. Ohne die Regieanweisung wüssten wir das nicht.
Dann spricht Tell allein: „Durch diese hohle Gasse muß er kommen.“ Im Monolog hören wir, was Tell denkt und was er vorhat. Er wartet auf Gessler, den Vogt, der ihn zum Apfelschuss zwang. Ohne die Klammern hörst du nur einen Mann, der mit sich redet.
Mit ihnen siehst du die Bühne: Felsen, Gasse, ein Mann, der lauert.
Dein Zug
Dein Zug: Ben sagt „Gern“, in Klammern steht „knallt die Tür zu“. Freut er sich? Nein, er ist wütend.
Zum Schluss
Also: Ein Drama liest du mit den Klammern, nicht an ihnen vorbei. Merk dir: Haupttext ist, was gesprochen wird. Die Regieanweisung sagt, wie. Zum Üben: Schreib eine kurze Szene. Zwei Figuren, fünf Redebeiträge, zwei Regieanweisungen. Nächste Frage: Wie schreibt man eine Charakterisierung?
Danach




