Klasse 6 › Politik › Demokratie und Mitbestimmung
Was steht ganz vorne im Grundgesetz?
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Ganz vorn steht Artikel 1: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Erst danach kommen die weiteren Grundrechte und die Regeln für den Staat – die Menschenwürde steht bewusst an erster Stelle. Die Grundrechte gelten für jeden Menschen in Deutschland, auch für Kinder, und der Staat selbst muss sich daran halten.
Das Wichtigste zum Nachlesen
1 Min. Lesen
Der erste Satz
Das Grundgesetz ist die Verfassung Deutschlands: das oberste Regelwerk, an das sich auch der Staat halten muss. Sein erster Satz lautet: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Das heißt: Jeder Mensch ist etwas wert, einfach weil er ein Mensch ist – nicht wegen Leistung, Herkunft oder Geld.
Wichtige Grundrechte
- Artikel 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar.
- Artikel 3: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
- Artikel 5: Jeder darf seine Meinung frei sagen und schreiben.
- Artikel 10: Briefe, Post und Telefonate sind geschützt.
- Artikel 13: Die Wohnung ist unverletzlich.
Für wen gelten sie?
- Für jeden Menschen in Deutschland, auch für Kinder.
- Wenige Grundrechte stehen im Wortlaut nur Deutschen zu, etwa die Versammlungsfreiheit.
- Sie gelten gegen den Staat: Polizei, Ämter und Schulen müssen sich daran halten.
- Wer sich verletzt sieht, kann vor Gericht ziehen.
Das Grundgesetz
- Es wurde am 23. Mai 1949 verkündet und gilt seit dem Tag darauf.
- Ändern kann man es nur mit Zweidrittelmehrheit in Bundestag und Bundesrat.
- Artikel 1 und die Grundprinzipien dürfen nie abgeschafft werden.
- Das Bundesverfassungsgericht prüft, ob ein Gesetz zum Grundgesetz passt.
Typische Falle
- Falsch: „Grundrechte gelten nur für Erwachsene.“
- Falsch: „Grundrechte gelten nur für Deutsche.“
- Richtig: Fast alle Grundrechte gelten für jeden Menschen hier, unabhängig vom Alter.
Tipp
Das Grundgesetz gibt es kostenlos als kleines Buch und im Netz. Lies nur die ersten fünf Artikel – die stecken den Rahmen für alles Weitere ab.
Üben
6 Aufgaben
Welches Grundrecht ist gemeint? Schreib Menschenwürde, Gleichheit, Meinungsfreiheit oder Briefgeheimnis hinein.
- Ganz vorn in Artikel 1 steht:
- Du darfst sagen und schreiben, was du denkst:
- Niemand darf fremde Briefe öffnen und mitlesen:
- Niemand darf wegen Herkunft, Geschlecht oder Sprache benachteiligt werden:
- Auch der Staat darf niemanden erniedrigen oder quälen:
In welchem Artikel steht das? Trag nur die Nummer ein.
- Die Menschenwürde steht in Artikel .
- Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich – Artikel .
- Die Meinungsfreiheit steht in Artikel .
- Das Briefgeheimnis steht in Artikel .
- Die Wohnung ist unverletzlich – Artikel .
Stimmt das? Kreuz an.
- Grundrechte gelten auch für Kinder.
- Die Menschenwürde steht im letzten Artikel des Grundgesetzes.
- Grundrechte gelten nur für Menschen mit deutschem Pass.
- Das Grundgesetz gilt seit 1949.
- An die Grundrechte muss sich der Staat nicht halten.
- Ein Gericht kann prüfen, ob ein Gesetz zum Grundgesetz passt.
Was steht wo? Verbinde.
- Artikel 1
- Artikel 3
- Artikel 5
- 1949
- seit diesem Jahr gilt das Grundgesetz
- Die Würde des Menschen ist unantastbar
- Jeder darf seine Meinung frei sagen
- Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich
Welches Grundrecht ist betroffen? Schreib Menschenwürde, Gleichheit, Meinungsfreiheit oder Briefgeheimnis hinein.
- Ein Amt lehnt Frau K. ab, nur weil sie eine Frau ist:
- Ein Beamter öffnet ohne Erlaubnis einen Brief an Tom und liest ihn:
- Die Schülerzeitung schreibt, dass sie den neuen Pausenplan schlecht findet:
- Ein Gefangener wird von Wärtern gedemütigt und vor anderen ausgelacht:
Was gehört zusammen? Verbinde.
- Artikel 10
- Artikel 13
- Zweidrittelmehrheit
- Bundesverfassungsgericht
- Die Wohnung ist unverletzlich
- prüft, ob Gesetze zum Grundgesetz passen
- Briefe, Post und Telefonate sind geschützt
- nötig, um das Grundgesetz zu ändern
Was im Video gesagt wird
Abschrift
Einstieg
Grundrechte gelten nur für Erwachsene oder nur für Deutsche? Falsch.
Erklärung
Das Grundgesetz ist die Verfassung Deutschlands: das oberste Regelwerk. Daran muss sich sogar der Staat selbst halten. Es gilt seit dem 23. Mai 1949. Ganz vorn, in Artikel 1, steht: Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Heißt: Jeder Mensch ist etwas wert, einfach weil er Mensch ist. Nicht wegen Leistung, Herkunft oder Geld. Warum vorn? Nach dem Nationalsozialismus sollte der Staat Menschen nie wieder entwürdigen. Artikel 3: Vor dem Gesetz sind alle gleich. Artikel 5: Meinungsfreiheit.
Artikel 10 schützt Briefe und Telefonate, Artikel 13 deine Wohnung. Für wen gelten sie? Für jeden Menschen in Deutschland. Auch für Kinder. Nur wenige gelten laut Wortlaut nur für Deutsche, etwa die Versammlungsfreiheit. Polizei, Ämter und Schulen müssen sich an die Grundrechte halten.
Ändern geht nur mit Zweidrittelmehrheit in Bundestag und Bundesrat. Artikel 1 darf dabei nie abgeschafft werden.
Beispiele
Fall eins: Ein Mädchen aus Italien lebt seit einem Jahr hier. Gelten die Grundrechte für sie? Ja. Für jeden Menschen hier, auch Kinder. Fall zwei: Ein Amt lehnt Frau K. ab, weil sie Frau ist. Betroffen ist Artikel 3, die Gleichheit.
Fall drei: Ein Beamter öffnet ohne Erlaubnis einen Brief an Tom. Fall vier: Die Schülerzeitung kritisiert den Pausenplan. Erlaubt: Meinungsfreiheit. Aber Beleidigungen im Klassenchat sind keine Meinungsfreiheit. Die Würde der anderen zählt. Wer sich verletzt sieht, kann vor Gericht ziehen, bis zum Bundesverfassungsgericht.
Dein Zug
Dein Zug: Gilt die Meinungsfreiheit auch für dich mit zwölf? Ja, auch für Kinder.
Zum Schluss
Noch mal: Artikel 1 Würde, Artikel 3 Gleichheit, Artikel 5 Meinung. Merk dir: Ganz vorn steht die Menschenwürde. Sie gilt für jeden Menschen. Zum Üben: Ordne fünf Alltagsfälle dem passenden Grundrecht zu. Nächste Frage: Was bringt ein Klassenrat wirklich?
Danach





